17.12.2012 12:59

Berufsbegleitende HeimhelferInnen-Ausbildung: „Aus Liebe zum Menschen“ beruflich qualifizieren

Wer schon im Arbeitsleben steht, für den ist das Absolvieren einer beruflichen Weiterbildung oft ein logistisches Problem. Das Ausbildungszentrum des Wiener Roten Kreuzes und drei Wiener Ordensspitäler haben dieses Problem für Stations-Hilfskräfte, die sich zum Heimhelfer oder zur Heimhelferin weiterbilden wollen, nun gelöst – und zwar mit einer neuen, berufsbegleitenden Ausbildung. Der erste „Jahrgang“ ist fast fertig, aufgrund des Erfolgs wird das Pilotprojekt auch im nächsten Jahr fortgesetzt.

Berufsbegleitende HeimhelferInnen-Ausbildung: „Aus Liebe zum Menschen“ beruflich qualifizieren
HeimhelferInnen unterstützen dort, wo der Alltag alleine nicht mehr bewältig werden kann.
12 TeilnehmerInnen des ersten „Jahrgangs“, haben nach 234 Theorieeinheiten und 200 Stunden Praktikum ihre Ausbildung mit Bravour abgeschlossen.

Wer bereits berufstätig ist, für den ist es oft schwierig, zeitliche Verpflichtungen am Arbeitsplatz und den Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung unter einen Hut zu bringen. „Diese Unvereinbarkeit erzeugt mittelfristig nicht nur unmotivierte Arbeitskräfte, sondern auch Engpässe dort, wo ausgebildete Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gebraucht werden“, erklärt Gabriele Sprengseis, Leiterin des Ausbildungszentrums des Wiener Roten Kreuzes. Um im Bereich der Heimhilfe-Ausbildung Nachfrage und Interessenten zusammenzuführen, haben sich deshalb das Ausbildungszentrum des Wiener Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus St. Elisabeth, dem Krankhaus Barmherzige Brüder und dem Hartmannspital vor einem Jahr dazu entschlossen, angelernten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Spitäler berufsbegleitend eine Weiterqualifizierung zur Heimhelferin bzw. zum Heimhelfer zu ermöglichen.

 

 

„Der Heimhilfedienst des Wiener Roten Kreuz ermöglicht es älteren oder pflegebedürftigen Menschen, möglichst lang ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen. Mit der berufsbegleitenden Ausbildung können wir nun die Interessenten an diesem Berufsweg dort abholen, wo aus dem täglichen beruflichen Kontakt mit pflegebedürftigen Menschen heraus das Interesse entsteht, eine helfende Tätigkeit mit einem beruflichen Aufstieg zu kombinieren“, so Sprengseis.

 

 

Heimhelferinnnen und Heimhelfer unterstützen Klientinnen und Klienten bei der Haushaltsführung und der Bewältigung des Alltags und sind gleichzeitig soziale Ansprechpartner. Die berufsbegleitende Ausbildung bietet angelernten Kräften aus den Spitälern die Möglichkeit, sich aus ihren bisherigen weniger qualifizierten Berufen weiterzuentwickeln. Die Berufsgruppe der HeimhelferInnen leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des spitalseigenen Pflegepersonals. Ihr beruflicher Erfahrungsschatz im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen bietet die idealen Vorkenntnisse für die Ausbildung zur Heimhelferin oder zum Heimhelfer. „Für die Heimhelfer und Heimhelferinnen steht das Wohl der PatientInnen im Vordergrund. Sie geben wichtige Beobachtungen an das Pflegepersonal weiter, beispielsweise ob der Patient ausreichend Appetit hat oder zu Bewegungsübungen motiviert werden konnte. Die Ausbildung befähigt die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf persönlicher, fachlicher und sozialer Ebene; die Berufsgruppe der Heimhilfen stellt damit ein wichtiges Bindeglied sowohl im stationären als auch im häuslichen Bereich dar und ist zukunftsweisend“, so die Projektleiterin Claudia Michalica-Zottl vom Ausbildungszentrum des Wiener Roten Kreuz.

 

 

Für die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten berufsbegleitenden Kurses begann die Ausbildung, die normalerweise dreieinhalb Monate Vollzeit dauert, im Februar. Gelehrt wurden in 234 Theorieeinheiten Themen wie Hygiene, Betreuung, Ernährungslehre, Ergonomie, Gerontologie, Kommunikation, Ethik oder Einführung in die Arzneimittellehre. Nach zusätzlichen 200 Stunden Praktikum im Krankenhaus sowie bei der Hauskrankenpflege des Wiener Roten Kreuzes folgte im Dezember die kommissionelle Abschlussprüfung. Die HeimhelferInnen, welche die kommissionelle Abschlussprüfung positiv absolviert haben, werden ab Jänner 2013 in ihren Krankenhäusern auf Basis der entsprechenden Stellenbeschreibungen ihre Tätigkeit aufnehmen. Die Weiterbildung wird finanziert über den Qualifizierungsverbund GESUND IM VERBUND, gefördert aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Arbeitsmarktservice (AMS).

 

 

Aufgrund der großen Nachfrage und der positiven Rückmeldungen der bisherigen TeilnehmerInnen hat sich das Ausbildungszentrum des Wiener Roten Kreuzes dazu entschlossen, auch im Jahr 2013 einen berufsbegleitenden Heimhilfekurs anzubieten. 

 

 

 

Wien, 13. Dezember 2012

 

 

 

Rückfragehinweis:

Wiener Rotes Kreuz

Andreas Zenker, MSc, MBA

Tel: 0664 244 32 42

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