11.06.2019 08:22

Von Chancen, Hitze und Gemeinsamkeit

Es war ein sehr ereignisreiches Jahr. Mit manchen Projekten konnten wir eine breite Öffentlichkeit erreichen, mit einem beeindruckend Themenführerschaft zeigen und bei einem haben wir uns einer umfassenden Prüfung unterzogen – Landesgeschäftsleiter Alexander Lang erörtert im Interview, was mit welcher Initiative gelang.

Von Chancen, Hitze und Gemeinsamkeit

Mitte Oktober 2018 wurde das Chancenhaus Hermes nach längeren Umbauarbeiten wieder eröffnet – was ist neu?

Alexander Lang: Die Qualität und das Konzept, das jetzt zwei unserer Projekte zusammen führt, sind viel besser und wirksamer geworden.  Gleich bleibt, wofür die KollegInnen der Wohnungslosenhilfe stehen: Kompetente, empathische und umfassende Betreuung für wohnungslose Menschen, denen wir das „wohnungslos“ vor dem „Menschen“ möglichst rasch und nachhaltig aus dem Weg räumen. Gemeinsam mit Stadtrat Peter Hacker, mit der Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien Anita Bauer und unserem Präsidenten Reinhard Krepler haben wir eine tolle Partnerschaft mit der Stadt Wien und dem Fonds Soziales Wien, die es möglich macht, effizient und menschlich zu handeln. Wir geben gemeinsam jenen Menschen eine Perspektive, die aufgrund von unterschiedlichsten Schicksalsschlägen oft nicht mehr an sich glauben.

 

Apropos Partnerschaft – jene mit dem Ärztefunkdienst wurde durch die gemeinsame neue Adresse in der Modecenterstraße intensiviert?

Alexander Lang: Aus einem Mieter ist ein Partner geworden, ein Freund. Anfang Oktober war es soweit. Der Ärztefunkdienst der Wiener Ärztekammer und die Leitstelle des Wiener Roten Kreuzes sind in die Modecenterstraße gezogen. Zuvor waren intensive Arbeiten zu leisten. Ich möchte allen von ganzem Herzen danken, die diesen Umzug ermöglicht haben. Diese moderne, gemeinsame Leitstelle steht für höchste Qualität und Wirtschaftlichkeit, für intensiven Austausch zwischen den Telefonärzten und unseren Disponenten.

 

Dem Herbst ging ein unvergleichlich heißer Sommer voran – über mehrere Wochen herrschte enorme Hitze. Wir haben mit dem Cooling Center ein Pilotprojekt umgesetzt, das für große Aufmerksamkeit sorgte.

Alexander Lang: In unserer strategischen Ausrichtung orientieren wir uns an den sich verändernden Rahmenbedingungen für die Wienerinnen und Wiener. Witterungsverhältnisse gehören zu diesen Veränderungen. Längere Hitzeperioden sind besonders für ältere und chronisch kranke Menschen eine Herausforderung. Deshalb haben die KollegInnen des Katastrophenhilfsdienstes mit viel freiwilligem Engagement das Projekt Cooling Center konzipiert und dank der Unterstützung durch das Shopping Center Nord umgesetzt. Wir haben mit einem sehr plausiblen Konzept hohe Aufmerksamkeit bekommen, Bewusstsein geschaffen und auch ein Thema positiv besetzt.

 

Dem Wiener Roten Kreuz wurde offiziell bescheinigt, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein – was bedeutet dies für Sie?

Alexander Lang: Unser Anliegen ist, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, der die besten Kräfte bindet, damit wir die beste Leistung erbringen können. Dieser Auszeichnung ging ein umfassendes Audit voraus, an dem sich KollegInnen aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam mit dem Betriebsrat und dem Personalmanagement beteiligten. Ich bin sehr dankbar dafür und freue mich über die Auszeichnung „Beruf und Familie“. Sie steht für einen permanenten Prozess, bei dem wir im Sinne der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und dem Anspruch an die Qualität unserer Arbeit stets besser werden wollen.

 

Ende des Jahres wurde im Wiener Landtag das neue Wiener Rettungs- und Krankentransportgesetz (WRKG) beschlossen – wie beurteilen Sie die Novelle?

Alexander Lang: Die im neuen WRKG festgeschriebenen Klarstellungen waren zum Wohle der Patientinnen und Patienten dringend notwendig. Sie sind auch von Vorteil für die verschreibenden Ärzte. Das Gesetz regelt jetzt eindeutig, welche Transporte eine medizinische Leistung sind und somit nur von qualifizierten Organisationen durchgeführt werden dürfen. Dank der offenen, konstruktiven Gespräche unter Beteiligung der Stadt Wien hat auch die Krankenkasse inzwischen eingelenkt. Nach einem von ihr angeordneten Audit, in dem objektiviert wurde, dass die Krankentransporttarife in Wien viel zu niedrig sind, konnte die Finanzierungslücke immerhin zu einem Drittel geschlossen werden. Weitere Anpassungen sollen folgen.  

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