In den folgenden 10 Jahren (während der 1980er Jahre) nahmen die Aktivitäten des IKRK erneut stark zu, die Mitarbeiterzahl wuchs dabei von rund 1.580 Mitarbeitern auf rund 5.200 Mitarbeiter gegen Ende der 1980er. Zusätzlich wurde die Zahl der Delegationen auf rund 50 bis Ende der 1980er verdoppelt.

 

Die 1980er waren dabei von den Konsequenzen nahezu jeder Art von bewaffnetem Konflikt gezeichnet: Internationale Kriege (Iran / Irak), Bürgerkriege (Mozambik, El Salvador, Tschad), Unruhen und Aufstände (Philippinen, Nicaragua, Südafrika) und Unabhängigkeitskriege (Timor, Namibia). Das IKRK musste dabei auch die Frage beantworten, wie mit den zahlreichen Flüchtlingen umzugehen ist – und das alles unter strenger Beobachtung durch die Weltöffentlichkeit über intensive Medienberichterstattung.

Der Fall der Berliner Mauer, der Zerfall der Sowjetunion und das Ende des Kalten Krieges kennzeichneten die 1990er, zusammen mit mehreren Bürgerkriegen in den ehemaligen Sowjetteilrepubliken (Tadschikistan, Kaukasus, Moldavien) sowie in verschiedenen afrikanischen Staaten (Somalia, Liberia, Sierra Leone). Auch Europa war, nach 45 Jahren Frieden, Kriegsschauplatz (am Balkan).

 

Diese Kriege, die zum Teil einer ethnischen Säuberung gleich kamen (Bosnien), wenn nicht gar einem Genozid (Ruanda), machten die Arbeit für die Mitarbeiter des IKRK zunehmend gefährlicher. Auch die Frage der Versorgung von Flüchtlingen oder Vertriebenen erreichte eine bis dahin unerreichte Dimension.

 

Zudem engagierte sich das IKRK zunehmend in Projekten zur Vermeidung von Anti-Personen-Waffen (Minen, Blendgranaten, Clusterbomben). Schließlich sah sich das IKRK auch immer stärker eingebunden in Nachkonfliktsaktivitäten – das IKRK kümmerte sich nicht nur während einer bewaffneten Auseinandersetzung um die (oftmals zivilen) Opfer und Kriegsgefangen, sondern half mit, nach Beendigung eines solchen Konflikts Gesundheits- und Sozialeinrichtungen wiederaufzubauen.

Nine-eleven“ markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der Konflikte und bewaffneten Auseinandersetzungen weltweit: Nun begann der „Kampf gegen den Terrorismus“ – mit groß angelegten internationalen Operationen gegen Staaten, die der Unterstützung des Terrorismus verdächtigt wurden (Afghanistan, Irak) und, ganz allgemein, mit einer Verhärtung der Fronten in verschiedenen Staaten, wo Gewalt bereits an der Tagesordnung war (Algerien, Philippinen, Jemen, Usbekistan).

 

In einem "Nebenschauplatz" musste sich das IKRK auch mit Zweifeln an seinem humanitären Auftrag auseinandersetzen, die in dieser Zeit von verschiedenen Regierungen öffentlich geäußert wurden. Neben den ohnehin bestehenden Gefahren eines Einsatzes in Kriegsgebieten erschwerten solche öffentlichen Anzweiflungen die Tätigkeit des IKRK zusätzlich.

 

Seit den 1980ern unternimmt das IKRK jedoch weiter große Anstrengungen, die internationale Staatengemeinschaft dazu zu bewegen, die internationalen Menschenrechte anzuerkennen, einschließlich des Angebots entsprechender Schulungsmaßnahmen für Militärangehörige.

 

Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond sind in den Genfer Konventionen verankert. Um die Anerkennung des Rotkreuz-Gedankens innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft zu erleichtern, wurde nunmehr ein zusätzliches Zeichen – der Rote Kristall – hinzugefügt.

 

...Die Arbeit und der Einsatz der Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz lässt auch 150 Jahre nach seiner Gründung nicht nach - sehen Sie hier eine Auswahl der aktuellen Projekte für das Jahr 2013!

Dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz wurde für seine Tätigkeit insgesamt dreimal der Friedensnobelpreis verliehen:

 

1917 - der einzige während des Ersten Weltkrieges verliehene Friedensnobelpreis, zur Würdigung des Einsatzes der IKRK für Kriegsgefangene

 

1944 - zur Würdigung der umfangreichen humanitären Anstregungen während des Zweiten Weltkrieges

 

1963 (gemeinsam mit der Liga der Rotkreuzgesellschaften) - zur Würdigung des weltweiten humanitären Einsatzes

 

Henri Dunant wurde zusammen mit dem französischen Pazifisten Frederic Passy 1901 der erste Friedensnobelpreis zuerkannt.

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