Erste-Hilfe-Tipps für den Alltag: "ImStichLassen" von Verletzten

Nicht nur die Unterlassung der Hilfeleistung ist ein strafbares Delikt, sondern auch das Imstichlassen von Verletzten, also wenn man den Personenschaden selbst verursacht hat.

Radfahren ist gesund und wer mit dem Rad in die Arbeit fährt ist ein vierfach guter Mensch:

  1. Er/Sie tut etwas für seine/ihre Gesundheit.
  2. Er/Sie schont die Umwelt.
  3. Er/Sie verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen und hat so
  4. Zeit für wesentliche Dinge.

Radwege haben in den letzten Jahren das Radfahren in vielen Bereichen ungefährlicher gemacht, Fahrradstraßen sind für Radfahrer reserviert, Autofahrer dürfen nur zu- und abfahren. Radler und Radlerinnen haben auf Fahrradstraßen Vorrang, und auch das Nebeneinanderfahren ist erlaubt. Zu Fuß gehen ist allerdings auch erlaubt.

Fußgänger gegen Radfahrer

Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Fahrrad in die Arbeit. Sie freuen sich, dass Sie ein vierfach guter Mensch sind, freuen sich darüber einen Radweg oder eine Fahrradstraße zu haben und denken nichts Böses. Da taucht – wie aus dem Nichts – ein Fußgänger oder eine Fußgängerin (oder beides?) vor Ihnen auf, der langsam seines/ihres Weges geht/gehen.

  • Sie klingeln.
  • Der Fußgänger/die Fußgängerin reagiert nicht.
  • Sie klingeln heftiger.
  • Der Fußgänger/die Fußgängerin reagiert noch immer nicht.
  • Sie schreien: „Achtung, weichen Sie aus, sie ..."
  • Der Fußgänger / die Fußgängerin dreht sich nicht einmal um.

Sie drücken auf die Bremse, kommen ins Schlittern, der Fußgänger/die Fußgängerin dreht sich um, will zur Seite steigen, aber es ist zu spät, Sie krachen mit viel Schwung mit dem Fußgänger/der Fußgängerin zusammen. Sie stürzen beide, der Fußgänger/die Fußgängerin klagt über Schmerzen.

„Nur schnell weg", denken Sie, „wer weiß was passiert, wenn der/die mich klagt und so schlimm wird es schon nicht sein!" Und schon sind Sie auf der absolut gefährlichen Seite.

"Imstichlassen" von Verletzten

Denn neben dem Delikt „Unterlassung der Hilfeleistung" gibt es ein wesentlich schwereres, das „Imstichlassen von Verletzten".

In beiden Fällen geht es darum, dass Verletzten nicht die notwendige Hilfe entgegen gebracht wird. Im Falle des Imstichlassens ist die Person, die diese Hilfe nicht leistet zusätzlich auch noch Verursacher oder Verursacherin der Verletzung, so wie Sie als Radfahrerin oder Radfahrer im oben beschriebenen Beispiel. Diese Verursachung bewirkt eine besondere Verpflichtung. Deshalb ist Imstichlassen auch mit wesentlich höheren Strafen bedroht als Unterlassung.

In jedem Fall strafbar

Imstichlassen ist strafbar, auch wenn die zugefügte Verletzung nicht widerrechtlich war. Also auch, wenn der Fußgänger aus unserem Beispiel am Radweg absolut nichts zu suchen hatte, wenn Sie dort nicht zu schnell gefahren sind, wenn er aus Unachtsamkeit Ihr Klingeln nicht gehört hat. Allein durch das Nicht-Leisten-von-Hilfe machen Sie sich strafbar.

Wenn wir unser Beispiel ein wenig abändern, wird diese Verpflichtung noch viel deutlicher: Nehmen wir an, Sie hätten rechtzeitig bremsen können, der Fußgänger hätte sich umgedreht und Sie tätlich angegriffen, weil er Radfahrer und Radwege nicht mag. Sie verteidigen Ihr Fahrrad und Ihr Leben und verletzen ihn aus Notwehr. Auch dann sind Sie verpflichtet Hilfe zu leisten

Sie möchten gerne an einem Erste-Hilfe-Kurs teilnehmen? Eine Terminübersicht finden Sie unter folgendem Link vor - jetzt informieren!


Ihnen gefällt das Ausbildungszentrum und sein Kursangebot?

Empfehlen Sie uns weiter! Gerne über ein "Gefällt mir", respektive Bewertung, auf Facebook und Google!

Danke!

socialshareprivacy info icon