Erste-Hilfe-Tipps für den Alltag: Infektionsgefahr bei Wunden

Wunden müssen unter anderem deshalb fachgerecht versorgt werden, weil sonst Bakterien in den Körper eindringen und Infektionen verursachen.

Die Haut ist ein großes und funktionsreiches Sinnesorgan. Sie hat die Aufgabe den Organismus gegen Krankheitserreger und Schmutz zu schützen und gegen Flüssigkeitsverluste zu isolieren.

 

Bei allen Arten von Wunden ist die Haut verletzt. Und damit kann sie ihre Schutz- und Isolationsfunktion nicht mehr ausüben: Schmutz dringt in den Körper, Krankheitserreger haben freie Bahn und Blut tritt aus.

Eindringen von Keimen verhindern

Beschäftigen wir uns vorerst mit den Eindringlingen: Wunden reinigen sich durch die Blutung im Großen und Ganzen selbst. Je größer und tiefer die Verletzung ist, desto weiter offen ist das „Tor in den Körper" und die wichtigste Aufgabe des Ersthelfers oder der Ersthelferin ist es ein weiteres Eindringen von Keimen zu verhindern.

 

Die Hautoberfläche ist bei allen Menschen von zumeist relativ harmlosen Keimen besiedelt. Gelangen diese aber in Wunden, werden sie zu Eitererregern.

Gefahr der Tetanusinfektion

Besonders gefährlich sind die vor allem im Boden vorkommenden Tetanusbakterien. Sie haben ein starkes bakterielles Gift. Die Bakterien selbst bleiben im Bereich der Wunde, die Gifte allerdings wandern entlang der Nervenbahnen zum Rückenmark, wo sie Krämpfe auslösen, die in nahezu der Hälfte aller Fälle zum Tod führen.
Daher ist auch die erste Frage, wenn Sie mit einer Wunde in ein Krankenhaus kommen: „Sind Sie gegen Tetanus geimpft?"

Schnelle chirurgische Versorgung

Abgesehen von leichten Verletzungen wie Abschürfungen oder kleinen Wunden (das sind Wunden, die weniger als 1,5 cm lang und weniger als 0,5 cm tief sind) müssen Wunden innerhalb der ersten 6 Stunden chirurgisch versorgt werden, weil sie nach dieser Zeit so stark bakteriell verunreinigt sind, dass ein chirurgischer Wundverschluss wegen der Infektionsgefahr nicht mehr möglich ist.

Wundinfektion

Konnten trotz gründlicher Reinigung einige Bakterien in der Wunde überleben, kann das zur Wundinfektion führen:

Der Körper reagiert darauf mit Entzündungen. Das bedeutet, er schickt weiße Blutkörperchen zur Abwehr in die Wunde, die die Bakterien auffressen sollen. Das, was dabei entsteht wird üblicherweise als „Eiter" bezeichnet. Wunden, die eitern, sind dringend ärztlich zu versorgen. Durch rasches Eliminieren des Eiters aus einer Wunde werden auch viele Bakterien eliminiert und die Heilung wird beschleunigt.

 

Dem keimfreien Verbinden von Wunden kommt daher in der Ersten Hilfe sehr hohe Bedeutung zu. Wichtig ist vor allem, dass alle Materialien, die mit der Wunde in Berührung kommen, wirklich keimfrei sind. Das ist nur gewährleistet, so lange diese Materialien in einer unbeschädigten Verpackung sind. Reste von Pflasterverbänden, die irgendwo herumkugeln, schaden mehr als sie helfen.

Ablaufdatum beachten

Alle keimfreien Produkte haben ein Ablaufdatum. Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller die Keimfreiheit, sofern die Verpackung unbeschädigt ist.
Welches Ablaufdatum haben eigentlich die Verbandsmaterialien in Ihrer Auto- oder Haushaltsapotheke?


Übrigens: Wenn Sie kein Ablaufdatum finden, dann sind die Dinge schon so alt, dass sie auf jeden Fall ausgetauscht werden müssen.


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