Erste-Hilfe-Tipps für den Alltag: Starke Blutung

Starke Blutungen können rasch lebensgefährlich werden - mit welchen Mitteln Sie diese schnell stoppen können, lesen Sie hier.

Sie kommen von der Arbeit nach Hause. Ihre Nachbarin steht auf der Leiter und putzt die Fenster. Sie grüßen einander und wechseln ein paar Worte: „Das Fensterputzen ist schon eine leidige Arbeit“, sagt die Nachbarin. „Muss eh jeder machen, aber ich kenne niemanden, der das sehr gerne macht“, antworten Sie.

Plötzlich läutet in der Wohnung Ihrer Nachbarin das Telefon. Sie erschrickt ein wenig, dreht sich herum, droht von der Leiter zu fallen, kann sich mit einer Hand gerade noch am Fensterrahmen festhalten.

Dann klirrt es, Glas splittert. Mit der anderen Hand hat sie die Scheibe durchschlagen. „Kommen Sie schnell herein, ich blute fürchterlich“, ruft sie Ihnen zu und geht zur Wohnungstür. Sie hasten hinauf. Da steht sie im Türrahmen und Blut tritt im Schwall aus. Die Türmatte ist schon ganz rot.

„Liegt jetzt eine starke Blutung vor? Das war im letzten Erste Hilfe-Kurs etwas ganz Kompliziertes“, erinnern Sie sich. „Und irgendwie gefährlich war das auch!“

  • Ja, wenn Blut stoßweise oder im Schwall austritt, spricht man von einer starken Blutung.
  • Falsch, es ist gar nicht kompliziert!
    Es ist rasches und beherztes und vor allem einfaches Handeln angesagt:
    Leiten Sie die Person an, selbst fest direkt auf die Wunde zu drücken.
  • Richtig, es kann gefährlich werden!
    Starke Blutungen werden durch den großen Blutverlust sehr rasch lebensbedrohlich!

 

Daher sind in diesem Fall Ersthelfer und Ersthelferinnen ganz besonders gefordert.

Blutstillung

Die Blutstillung hat bei starken Blutungen absolute Priorität. Jede andere Hilfsmaßnahme ist sinnlos, wenn die Blutung nicht gestoppt oder zumindest reduziert wird.

Aber Achtung: Vermuten Sie eine innere Blutung, können Sie diese als Ersthelferin oder Ersthelfer nicht stoppen. Hier hat der Transport ins Krankenhaus Vorrang.

Anschließend

  • Lassen Sie die Person hinsetzen oder niederlegen, am besten am Boden, denn wer schon am Boden ist, kann nicht mehr auf den Boden fallen. Durch hohen Blutverlust kann es zum Verlust des Bewusstseins kommen.
  • Bei Verletzungen der Extremitäten also von Armen oder Beinen, soll die Person diese hochhalten.

Fingerdruck

Es gibt kaum eine äußere Blutung, die nicht durch direkten Druck auf die Wunde gestoppt werden kann.

  • Holen Sie rasch einen Verbandskasten.
  • Ziehen Sie Einmalhandschuhe an.
  • Nehmen Sie eine keimfreie Wundauflage und drücken Sie sie fest auf die Wunde. Diese Maßnahme wird Fingerdruck genannt.
  • Veranlassen Sie bei starken Blutungen immer einen Notruf.

Druckverband

Der manuelle Druck kann durch einen Druckverband ersetzt werden, sofern Sie die notwendigen Materialien zur Verfügung haben.

  • Nehmen Sie eine elastische Binde und wickeln Sie diese ein Mal fest über die verletzte Stelle.
  • Nehmen Sie mehrere ausgepackte Mullbinden oder ein zusammengefaltetes Dreieckstuch und drücken Sie es als Druckkörper auf die Wunde.
  • Mit dem Rest der elastischen Binde umwickeln Sie den Druckkörper. Diese Maßnahme wird Druckverband genannt.

Bei starken Blutungen in der Nähe des Handgelenks ist es wichtig, die elastische Binde auch einige Male über die Hand zu wickeln, um einen Blutstau zu verhindern.

  • Lagern Sie den blutenden Körperteil möglichst hoch, denn das verringert die Blutung.

Bei einem korrekt angelegten Druckverband blutet es nur selten durch, wenn doch, überprüfen Sie, ob der Verband korrekt angelegt ist. Wenn ja, legen Sie einen zweiten Druckverband darüber. Blutet es dann noch immer durch, muss wieder mit Fingerdruck auf den Druckverband geholfen werden.


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