Erste-Hilfe-Tipps für den Alltag: Verätzung Verdauungstrakt

Ein wenig hoch ist es schon für Albert, aber wenn er den Küchenstuhl heranschiebt, müsste es sich ausgehen: schnell noch auf die Zehenspitzen gestellt und schon kann er die Flasche mit dem roten Saft erreichen...

...Der ist so schön rot, sicherlich schmeckt der auch so gut! Albert denkt an den Geschmack von Himbeersaft oder Erdbeeren. Nachdem er den komplizierten Verschluss endlich offen hat, hält er seine Nase in die Flasche: riecht gut, wenn auch nicht nach Him- oder Erdbeeren. Albert nimmt einen kräftigen Schluck. Igitt, das schmeckt aber überhaupt nicht gut. Albert verzieht das Gesicht und beginnt zu spucken.

Wie reagieren Sie richtig?

Stellen Sie sich vor, Sie finden Albert, auf dem Stuhl in der Küche stehend, der schäumendes Spülmittel durch die Gegend spuckt. Wüssten Sie, wie Sie ihm helfen könnten?

  • Bewahren Sie Ruhe.
  • Handeln Sie in erster Linie nach den Symptomen. Also überprüfen Sie zuerst ob Bewusstsein, Atmung und Kreislauf vorhanden sind. Ist Atmung vorhanden, bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage. Atmet die Person nicht, führen Sie Herzdruckmassage und Beatmung bzw. Defibrillation durch.
  • Sind Atmung und Kreislauf vorhanden, lassen Sie die Person die Mundhöhle mit Wasser ausspülen.
  • Versorgen Sie die Person mit den Basismaßnahmen.
  • Setzen Sie einen Notruf ab.
  • Versuchen Sie herauszufinden, was die betroffene Person zu sich genommen hat.
  • Rufen Sie die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) unter 01/406 43 43. Sagen Sie dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin, welche Substanz die betroffene Person in welcher Menge zu sich genommen hat. Bedenken Sie, dass die Vergiftungsinformationszentrale nur Hilfestellung leisten kann, wenn die verschluckte Substanz bekannt ist.

Erbrechen nicht immer sinnvoll

Spülmittel, Badreiniger, Waschmittel und Lampenöle enthalten ätzende Substanzen. Werden sie verschluckt, kommt es zu Verätzungen im Verdauungstrakt. Besonders gefährdet ist hier die Speiseröhre. Daher ist es nicht unbedingt immer sinnvoll, die betroffene Person zum Erbrechen zu ermuntern. Durch die ätzende Substanz kommt es zu Schmerzen, zu Schluckbeschwerden, im schlimmsten Fall sogar zu Atemnot.

Ätzende Substanzen unerreichbar aufbewahren

Bewahren Sie solche Substanzen daher immer für Kinder unerreichbar auf. Verzichten Sie auch darauf, Reinigungsmittel aus großen Flaschen in Getränkeflaschen umzufüllen, auch das erhöht die Gefahr eines Unfalls.

Foto-Credit: ianus/flickr.com


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