Erste-Hilfe-Tipps für den Alltag: Zumutbarkeit von Erster Hilfe

Nicht Erste Hilfe zu leisten ist strafbar; jedoch gibt es eine Ausnahme in den gesetzlichen Regelungen, wenn diese der Person wegen gewisser Umstände nicht zuzumuten ist.

Erste Hilfe zu leisten ist wichtig. Nicht nur für die betroffene Person, sondern auch für jeden einzelnen, der in eine Situation kommt, wo Hilfe benötigt wird.

Wir haben über die Unterlassung der Hilfeleistung und über das Imstichlassen von Verletzten berichtet. Es gibt aber auch eine gesetzlich vorgesehene Ausnahme: Erste Hilfe muss nicht geleistet werden, wenn sie der Person, die Erste Hilfe leisten hätte sollen nicht zuzumuten war.

Ausnahmen bei mangelnder Zumutbarkeit

Das ist immer dann der Fall, wenn die Hilfe „nur unter der Gefahr des Todes oder einer beträchtlichen Körperverletzung, oder Gesundheitsschädigung oder unter Verletzung anderer überwiegender Interessen möglich wäre." So steht es im Strafgesetzbuch. Das Gesetz zwingt also niemanden, sich selbst in Gefahr zu begeben. Erinnern Sie sich an die Geschichte mit dem Fußgänger und dem Radfahrer? Wenn Sie als Radfahrerin oder Radfahrer den Fußgänger in Notwehr in einen reißenden Fluss stoßen, verlangt das Gesetz nicht, dass Sie nachspringen, denn es ist niemandem geholfen, wenn Sie auch noch ertrinken oder sich schwer verletzen.

Abhängigkeit von diversen Faktoren

Die Zumutbarkeit ist aber sowohl von der Ausrüstung, den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten als auch von der Kleidung abhängig.

Ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau, die in Schutzanzug mit Atemgerät in ein brennendes Haus hineinlaufen um Menschenleben zu retten, sind sicher weit erfolgreicher als jemand, der keinen Schutzanzug und kein Atemgerät hat.

Aber auch ein Laie, dem man diese beiden Dinge in die Hand drückt, der nicht weiß, worauf im brennenden Haus geachtet werden muss und wie man das Atemgerät bedient, läuft Gefahr von einem Dachbalken erschlagen zu werden oder eine Rauchgasvergiftung zu erleiden.

Wenn Sie beobachten, wie jemand eine steinige Böschung hinunterfällt und Sie sind völlig unsportlich, haben Gleichgewichtsprobleme und noch dazu Schuhe mit sehr hohen Absätzen an, ist Ihnen nicht zumutbar die Böschung hinunterzusteigen. Jemandem, der gerade durchtrainiert mit Sportschuhen oder gar Schuhen mit griffiger Sohle von einer Klettertour kommt, ist das sehr wohl zumutbar.

Hilfe holen

Jedem Menschen, unabhängig davon, welche Kleidung er anhat, welche Fähigkeiten und Kenntnisse er hat, ist zumutbar Hilfe zu holen. Ob dies nun dadurch erfolgt, dass die Rettung (Kurzwahl 144) oder die Bergrettung (Kurzwahl 140) oder die Polizei (Kurzwahl 133) oder die Feuerwehr (Kurzwahl 122) angerufen wird oder ob, wenn kein Empfang oder kein Mobiltelefon zur Hand ist, zum nächsten Telefon gelaufen und dort der Notruf abgesetzt wird.

Es gibt in der Straßenverkehrsordnung die allgemeine Pflicht „die Herbeiholung einer Hilfe bei einem Verkehrsunfall zu ermöglichen", indem man sein Telefon oder Handy zur Verfügung stellt.

Foto Credits: Karl-Ludwig G. Poggemann/flickr.com

 

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