Musik in der Pflege und Betreuung

„Der Klang deiner Stimme wirkt beruhigend!“
Musik in der Pflege und Betreuung

Neben dem WAS gesagt wird, kommt es noch mehr darauf an, WIE etwas gesagt wird. Der Ton macht die Musik!

 

Gerade Personen mit einer Demenzerkrankung, oder Menschen die sich unsicher sind, achten auf die Art der Sprache und die Betonung, um so auch über die Sprache, besonders den Tonfall, eine drohende Gefahr rechtzeitig wahrnehmen zu können.

 

In der Pflege und Betreuung können vielfältige akustische Signale und Hilfen eingesetzt werden. Neben der Musik in allen Variationen ist die Stimme (Rufen, Singen und das Aufsagen von Gedichten) gut geeignet Reize zu setzen. Durch Anbieten und Produzieren von Geräuschen und das Erkennen von Tierstimmen erhält ein alter, verwirrter Mensch die Möglichkeit sich rhythmisch zu betätigen. Das Erzeugen von Tönen, Klängen oder Rhythmen verstärkt beim Betroffenen das Erleben der eigenen Wirksamkeit was die positiven Erfahrungen allein oder in der Gemeinschaft ermöglicht.

 

Die Bedeutung von Gesprächen, Erzählen, vorlesen oder kommentieren wird oft unterschätzt. Alle Handlungen sollen kommentiert oder erklärt werden. Bei der Pflege sollte gesprochen oder gesungen oder ein Gedicht aufgesagt werden - nicht wortlos gepflegt werden. Durch das Gespräch wird Kontakt hergestellt, ernst genommen, zugehört und Zuneigung und Wertschätzung ausgedrückt. Die andere Person wird als Mensch wahrgenommen.

 

Bei Hörstörungen ist besonders die ganzheitliche Wahrnehmung zu fördern. Der Anblick von Gestik, Mimik und den Bewegungen der Lippen fördern das Verstehen und das verstanden werden. Wenn zuerst der Blickkontakt hergestellt wird, ist die Voraussetzung dazu gegeben.

 

Ein besonderes Problem ist der Umgang mit Hörgeräten. Nach allgemeiner Erfahrung werden diese oft nicht richtig eingesetzt. Die Batterien sind oft leer und die Einstellung der Lautstärke und des Frequenz-Spektrums ist schwierig und schließlich gehen die Hörgeräte oft verloren. Sie werden aus dem Ohr genommen, in Servietten gewickelt und dann oft entsorgt.

 

Tipp: Überprüfen Sie ob das Hörgerät richtig sitzt, die Batterie geladen ist und es auch funktioniert. Werfen Sie keine Servietten oder Taschentücher ohne Kontrolle weg und schauen Sie in die (Bett-)Wäsche, vor dem waschen in der Waschmaschine, um nicht das Hörgerät unabsichtlich mitzuwaschen. Achten Sie darauf, ob das Hörgerät beim Tragen richtig sitzt und beim Schlafen heraus genommen wurde, um Druckstellen zu vermeiden (Achtung: nicht mit Hörgerät in die Dusche!).

Ein unmittelbarer emotionaler Zugang erfolgt über die Musik. Die Melodie löst die Erinnerung des Textes aus, es kommen Texte zum Vorschein, die längst verloren geglaubt waren. Musik wirkt aber nur dann beruhigend, wenn sie eine positive Verankerung in der Lebensgeschichte hat. Die positive Wirkung von Musik ist inzwischen unbestritten. Zahlreiche Bericht weisen auf die positiven Effekte von Musik hin. Die bindungsstärkende Wirkung von Musik erfolgt auf verschiedene Ebenen und Zugangswegen.

Ein Beispiel ist der mittlerweile berühmte YouTube Film von Naomi Feil: 


Sollten Sie Ihr Wissen im Umgang mit Menschen mit Demenz vertiefen wollen, finden Sie unter folgenden Links unsere Angebote vor.

Literaturangabe: Wilhelm Stuhlmann, Demenz braucht Bindung, 3. Auflage 2018, Reinhardt-Verlag

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