Unser aller Verhalten wird geprägt durch unsere individuelle Biografie.

Unser Verhalten wird geprägt durch?

 „Suche Zugang zum Inneren eines jeden Menschen zu finden, aber gestatte auch jedem anderen, in deine Seele zu blicken.“ (Petzold 2003, S.183)

Für Menschen mit Demenz, die ihre Gefühle, Bedürfnisse oder Wünsche nicht mehr verbal ausdrücken oder zwischenmenschliche Probleme nicht mehr mithilfe der Sprache lösen können, wird das Verhalten schließlich zum wichtigsten Weg um sich mitzuteilen.

 

Unser aller Verhalten wird geprägt durch unsere individuelle Biografie

Durch die Erfassung der Biografie des alten Menschen können wir erkennen, warum der Mensch in Situationen des Alltags (wie im Badezimmer oder in der Küche oder beim Schlafverhalten) so reagiert, wie er reagiert.

 

Fragen Sie „wie war das Früher?“ – nach dem Leben, der Biografie und lassen Sie sich die Geschichte erzählen, um Möglichkeiten zu identifizieren, warum die Pflege und Betreuung nicht so funktioniert und die/der Betroffene sich anders verhält!

Hilfreich zu bedenken wäre

  • Wann, beziehungsweise bei welchen Handlungen, wendet sich der Mensch in der Pflegehandlung von mir ab, weint oder schreit?
  • Können Momente festgehalten werden, wo dies passiert und diese Momente dann vielleicht umgangen werden?
  • Gibt es Tageszeiten oder Jahreszeiten wo Verhaltensveränderungen auftreten? (Zum Beispiel, wenn es finster wird am Abend oder immer mittags, wenn früher die Kinder von der Schule heimgekommen sind?)

Beispiele

  • Vielleicht ist das Waschen beim Waschbecken einfacher statt das Duschen, oder vielleicht ist ein anderer Zeitpunkt besser?
  • Vielleicht doch eher eine Suppe wärmen oder gibt es eine Lieblingsspeise von Früher?
  • Wie hat die/der Betroffene das gemacht, wie er noch jung war?

 

Vielleicht kann die Tagesstruktur so gestaltet werden, wie sie zu der Zeit war, in der die/der Betroffene sich gerade befindet? Wenn ein Bäcker zum Beispiel immer früh aufstand, dann kann er auch im Alter jetzt auch immer früh aufstehen. Aber damit er sich zurechtfindet, vielleicht kann er seine Bäckerschürze anziehen und von Früher erzählen? Dann wird er wieder schlafen gehen, wenn dieses Bedürfnis erfüllt ist.


Sie möchten Ihr Wissen über den Umgang mit "Menschen mit Demenz" vertiefen? Unter folgenden Links finden Sie weitere Informationen, sowie unser Kursangebot, vor.


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