Wie kann ich die Körperpflege bei Menschen mit Demenz optimal gestalten?

Körperpflege bei Menschen mit Demenz

Gerade Körperpflege ist ein Ritual, welches uns „Normaliern“ angenehm ist – und das sollte es auch sein! Es verhilft zu einem guten Gefühl, man fühlt sich frisch und riecht gut. Die tägliche Körperpflege kann für Menschen mit Demenz ein sensibles Thema sein. Schon eine Kleinigkeit wie Wasser in den Augen oder Ohren kann Ängste auslösen oder Aggression.

 

Menschen mit Demenz können ihre Ängste und Wünsche aber oft nicht in Worte fassen. Sie reagieren mit ihrem ganzen Körper und kommunizieren durch ihre oft unterschiedlichen Reaktionen. Um die Person optimal unterstützen, die Autonomie und Wahlfreiheit trotzdem zu gewährleisten sowie die Vorlieben und Lebensgewohnheiten zu beachten, muss vorsichtig vorgegangen werden.

 

Zeigt die Person Abneigung gegenüber der Pflegehandlung, wehrt sich zum Beispiel gegen das Betreten des Badezimmers, so will sie uns damit sagen, dass wir eine andere Methode der Körperpflege einsetzen sollen.

Aus dem Buch: „Körperpflege ohne Kampf“ (Buch von A.L. Barrick et al.)

 

Allgemeine Richtlinien für die Körperpflege

  • Die Person in den Mittelpunkt stellen, nicht die Aufgabe. Welche Vorlieben gibt es?
  • Flexibel und kreativ sein – singen beim Waschen, Umgebungsgestaltung mit Düften, Waschen im Wohnzimmer mit Waschschüssel ist vielleicht besser akzeptiert.
  • Überzeugen und überreden, nicht drängen und zwingen.
  • Teilen Sie Komplimente aus und loben Sie – das motiviert!
  • Innehalten – wenn die Person unruhig wird, halten Sie inne und schätzen sie die Situation neu ein. Dass jemand während der Körperpflege weint, seufzt oder streitet ist nicht „üblich“. Was könnte der Grund sein? Schmerzen? Ängste aufgrund schlechter Erinnerungen?
  • Rat und Hilfe holen – sprechen Sie mit Fachleuten und Freunden über das Thema. Hilfe holen ist ein Zeichen von Stärke!

 

Pflege- und Demenzberatung: https://www.roteskreuz.at/wien/kurse-aus-weiterbildung/pflegende-angehoerige-und-interessierte/pflege-und-demenzberatung/

 

  • Passen Sie die Kommunikation den Möglichkeiten der Person an, achten Sie besonders auf das nonverbale Verhalten. Kenntnisse über Validation und Biografie können hier Wunder wirken!

 

Lernen Sie gut mit alten, vergesslichen Menschen zu kommunizieren und holen Sie sich Pflegetipps für Zuhause: https://kursbuchung.wrk.at/?id=92&kathaupt=1&katid=101&catDepth=2


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