Voraussetzungen & Kriterien

Für alle Menschen in Österreich gelten die selben gesetzlich geregelten Zulassungskriterien zum Blutspenden. Die Zulassung zur Spende ist immer eine individuelle Einzelprüfung, letztlich entscheide ein Arzt aufgrund gesetzlicher Vorgaben über die Eignung. Die Sicherheit des Empfängers von Blutkonserven und der Spenderschutz haben dabei höchste Priorität.

Verantwortungsvoll Blut spenden.

Viele können nur schwer einsehen, warum einerseits dringend zur Blutspende aufgerufen und andererseits nicht jede(r) SpenderIn zugelassen wird. Wenn wir Sie bitten, dieses Mal oder auch für einen bestimmten Zeitraum nicht zu spenden, gibt es dafür einen wichtigen Grund: Aus Ihrer Blutspende werden lebensrettende Medikamente gewonnen, und schon kleinste Krankheitskeime können für einen geschwächten Menschen (EmpfängerIn) tödlich sein. Die Verträglichkeit für eine(n) potenzielle(n) BlutempfängerIn muss gewährleistet sein. Sicherheit für SpenderIn und EmpfängerIn ist unser oberstes Gebot. Jede Blutspende durchläuft eine Reihe von Sicherheitstests. Aber vor allem beginnt die Sicherheit bei dem/der SpenderIn. Wer verantwortungsvoll Blut spendet, unterstützt unsere Bemühungen. Würden Sie Ihr Blut auch Ihrem eigenen Kind ohne Bedenken spenden? Dann sind Sie als SpenderIn richtig.

 

Wir haben für Sie die wichtigsten Spendekriterien - basierend auf dem Blutsicherheitsgesetz bzw. den Kriterien in der Blutspendeverordnung - zusammengestellt (Stand: 27.01.2014):

 

Akupunktur: ohne Einmalnadeln und nicht von einem  Arzt durchgeführt: 4 Monate aussetzen.

 

Allergie:

  • Akut, mit Medikamenten: nach Absetzen der Medikamente und bei Beschwerdefreiheit: 3 Tage/72 Stunden
  • Akut, ohne Medikamente: nach Abklingen der Beschwerden: 3 Tage/72 Stunden
  • Desensibilisierung: nach Injektion oder oraler Einnahme: 3 Tage/72 Stunden

 

Alter: Blut spenden können alle gesunden Frauen und Männer ab dem Alter von 18 Jahren. Wer noch nie Blut gespendet hat, darf nicht älter als 60 Jahre sein. Bitte beachten Sie, dass Blutspender nach einer zehnjährigen Pause wieder als Erstspender gelten.

 

Antibiotika: 4 Wochen nach Ende der Einnahme (auch bei Aknebehandlung)

 

Auslandsaufenthalt: siehe Übersicht Tropen- bzw. Malariagebiet Übersicht.

Malaria: zeitlich begrenzter Ausschluss mit oder ohne Malariaprophylaxe für 6 Monate nach der Rückkehr.

Nach Aufenthalt in einem West Nil Virusgebiet: 4 Wochen

 

Großbritannien/Nordirland: Personen, die sich zwischen 1980 und 1996 insgesamt mehr als 6 Monate in Großbritannien aufgehalten haben bzw. sich dort einer Operation oder Transfusion unterzogen haben, unterliegen einem permanenten Ausschluss.

 

Blutkomponenten oder -transfusion: 6 Monate nach Erhalt.

 

Cholesterin und/oder Triglyceride > 300 mg: Ausschluss.

 

Diabetes:

  • Typ 1: insulinpflichtig oder mit Tabletten eingestellt: Ausschluss.
  • Typ 2: nur mit Diät und regelmäßiger Kontrolle: spendetauglich.

 

Durchfall: nach Ereignis 4 Wochen.

 

Endoskopie: nach dem Ereignis 4 Monate.

 

Epilepsie: permanenter Ausschluss.

 

Fieberblase: ab dem Zeitpunkt des Auftretens der Fieberblase 10 Tage aussetzen, und bei erfolgter Abheilung

 

Frakturen: bei unkomplizierten Frakturen Ausschluss, solange ein Gips getragen wird und eine Woche nach der Abnahme.

 

Gewicht: Blutspender müssen mindestens 50 kg Körpergewicht und einen Body-Mass-Index von 19 haben

 

Häufigkeit: Frauen und Männer können alle acht Wochen, Frauen können vier- bis fünfmal jährlich, Männer sechsmal innerhalb von 365 Tagen Blut spenden.

 

HIV-Infektion: permanenter Ausschluss.

 

Einmaliges HIV-Risiko-Verhalten: nach dem Ereignis 4 Monate.

 

Hepatitis: Personen, die Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-positiv sind oder waren bzw. Personen mit chronischer und infektiöser Hepatitis unklarer Genese (bei Verdacht) unterliegen einem permanenten Ausschluss.

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: z. B. Koronare Herzkrankheit, nach Infarkt: Ausschluss.

 

Männer, die Sex mit Männern hatten (MSM): Männer, die Sex mit Männern hatten, werden von der Blutspende ausgeschlossen. Dieser Ausschluss erfolgt aufgrund eines signifikant höheren Infektionsrisikos für HIV und des verbleibenden Restrisikos bei der Diagnostik. Leider kann dieses Restrisiko trotz modernster Testmethoden nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund werden Personen, die zu Risikogruppen zählen oder Risikoverhalten zeigen, vom Blutspenden ausgeschlossen. International besteht Konsens, dass MSM-Kontakte als Risikoverhalten einzustufen sind: Europarat, Europäische Blutallianz EBA, Europäische Qualitäts- und Gesundheitsbehörde EDQM und US-Lebensmittel- und Arzneibehörde FDA.

 

Hypertonie (Bluthochdruck):

  • gut eingestellt, trotz Medikamenteneinnahme: spendetauglich
  • trotz Therapie oder unbehandelt bei Werten > 180/100: Ausschluss

 

Impfungen: siehe Wartezeiten nach Impfungen Übersicht.

 

Malaria: Personen, die an Malaria erkrankt waren oder sind oder in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind bzw. sich länger als drei Jahre aufgehalten haben, unterliegen einem permanenten Ausschluss (siehe auch Auslandsaufenthalte)

 

Kontakt zu sonstigen Infektionskrankheiten (z. B. Kinderkrankheiten, Lungenentzündung, Grippe): entweder für die Dauer der Inkubationszeit oder bei Unbekanntheit der Krankheit 4 Wochen nach Exposition.

 

Krebsleiden Zustand nach bösartiger, oberflächlicher Haut- oder Schleimhautveränderung (z.B. Basaliom oder Carcinoma in situ: Gebärmutterhals/PAP IV) und erfolgreicher Behandlung: spendetauglich (bitte Befund mitbringen!).

 

Krebsleiden (maligne Erkrankungen): permanenter Ausschluss.

 

Medikamente: siehe Medikamenten-Übersicht. Ausschlaggebend für den Ausschluss ist der Grund der Medikamenteneinnahme. Er kann einen permanenten oder zeitlich begrenzten Ausschluss bedeuten.

 

Neurodermitis: permanenter Ausschluss bei schwerer Form, hohem IGE-Spiegel.

 

Operationen:

  • Große Operationen: 4 Monate aussetzen. ABER: Bei Komplikationen, langer Heilungsdauer, multiplen Knochenbrüchen, großflächigen Verbrennungen großem Blutverlust bzw. erhaltenen Bluttransfusionen beträgt die Karenzfrist 6 Monate bzw. entscheidet der Arzt.
  • Kleine Operationen (kein Blutverlust, Spitalsaufenthalt weniger als eine Woche, keine Sepsis, komplikationslos) bzw. zahnärztliche Eingriffe: 4 Wochen aussetzen.
  • kleine Operation im Hautbereich, Nähte bereits entfernt: mindestens 1 Woche aussetzen und Befund muss fertig sein

 

Piercing, Ohrlochstechen: wenn außerhalb medizinischer Einrichtungen erfolgt: 4 Monate aussetzen.

 

Stillzeit: Ausschluss während der Stillperiode.

 

Schwangerschaft: während und nach Ende der Schwangerschaft: 6 Monate aussetzen.

 

Suchtgiftmissbrauch: permanenter Ausschluss.

 

Tätowierung: 4 Monate aussetzen.

 

Verkühlung:

  • leichter Infekt (Temperatur < 38 °C, keine starke Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes, keine Medikamente oder maximal schwach wirksame Analgetika oder Homöopathika, Dauer < 1 Woche): 2 Wochen.
  • hoch fieberhafter Infekt (Temperatur > 38 °C, stark beeinträchtigter Allgemeinzustand, Bedarf an stark     wirksamen Analgetika oder Antibiotika): 4 Wochen.

 

Zahnbehandlung: je nach Schwere des Eingriffs 48 Stunden bis 4 Wochen aussetzen.

 

Zeckenbiss:

  • nach Zeckenbiss mit und ohne FSME-Impfung: 8 Wochen
  • Zeckenbiss mit FSME-Impfung und Hautrötung um die Bissstelle: Abklärung durch den Arzt
  • Nach Borreliose: 2 Jahre

Wichtige Information:

Nebenstehende Informationen dienen als Vorabinformation: Zum Schutz von BlutspenderInnen und EmpfängerInnen. Diese Übersicht ersetzt in keinem Fall das Gespräch mit dem/der Arzt/Ärztin. Ausführliche Informationen zur Blutspende erhalten Sie auch unter der kostenlosen Servicenummer 0800 190 190.