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12. September ist Welttag der Ersten Hilfe: Prüfen, rufen, drücken rettet Leben

Im Notfall machen wenige Momente und Handgriffe oft den entscheidenden Unterschied aus. Wer prüft, ruft und drückt, überbrückt die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte und rettet damit Leben.  

Kommt es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand, zählt jeder Augenblick. Schnelles Reagieren rettet Leben. Und das ist zum Glück ganz einfach: Prüfen. Rufen. Drücken. Der Welttag der Ersten Hilfe am 12. September steht damit in diesem Jahr ganz im Zeichen der Wiederbelebung. Die wichtigste Botschaft dabei: Jede und jeder kann helfen.

© Rotes Kreuz Steiermark/Kundigraber

„Einem Menschen die Chance geben zu überleben“

Wer eine reglose Person vorfindet, prüft zunächst, ob sie reagiert und normal atmet. Bleibt eine Reaktion aus, folgt der Notruf 144. Anschließend beginnt sofort die Herzdruckmassage. „Entscheidend ist dabei nicht Perfektion, sondern rasches Handeln“, erklärt Petra Pöllinger, stellvertretende Fachabteilungsleiterin Bildungswesen des Roten Kreuzes in der Steiermark. Denn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken Ersthelfer:innen jene Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können. Deshalb gilt im Notfall: prüfen, rufen, drücken.

Wie wichtig es ist, im entscheidenden Moment Hilfe zu leisten, unterstreicht OSR Dir. Dipl. Päd. Michael Gruber, BEd MBA, amtsführender Präsident des Roten Kreuzes in der Steiermark, der auch selbst als Rettungssanitäter tätig war: „Viele Menschen glauben, Erste Hilfe sei kompliziert oder sie könnten etwas falsch machen. Tatsächlich braucht es nicht mehr als den Mut, den ersten Schritt zu setzen. Wer den Notruf absetzt und mit der Herzdruckmassage beginnt, gibt einem Menschen die Chance zu überleben. Erste Hilfe ist einfach kann jede und jeder von uns leisten.“

Wer den Notruf absetzt und mit der Herzdruckmassage beginnt, gibt einem Menschen die Chance zu überleben."

- Dir. Dipl. Päd. Michael Gruber, BEd MBA,
Amtsführender Präsident

Wenige Handgriffe retten Leben

Bei vielen Notfällen sind Ersthelfer:innen bereits vor Ort. Sie überbrücken jene Minuten, die oftmals über den weiteren Verlauf entscheiden. Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt ihrer raschen Hilfe besondere Bedeutung zu. Pöllinger: „Niemand muss Rettungssanitäter oder Notärztin sein, um Leben zu retten. Entscheidend ist, nicht wegzuschauen und nicht zu zögern. Wer handelt, hilft. Genau deshalb ist es so wichtig, die wenigen entscheidenden Handgriffe zu kennen.“

#jetzterstehilfe: Erste Hilfe im Blickpunkt

Zwischen dem Welttag der Ersten Hilfe am 12. September und dem Welttag der Wiederbelebung am 16. Oktober rückt das Rote Kreuz österreichweit die Erste Hilfe in den Fokus. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Wiederbelebung. Ziel ist es, Menschen zu ermutigen, im Notfall anzupacken und die ersten entscheidenden Maßnahmen zu setzen. Denn jeder Mensch, der hilft, kann Leben retten.

Prüfen, Rufen, Drücken: Die Zauberformel, um ein Leben zu retten

Ein Beispiel: Beim Joggen entdecken Sie eine reglose Person am Boden.

  1. Prüfen Sie, ob es sicher ist, sich zu nähern, und ob die Person ansprechbar ist.
  2. Wenn nicht, sofort den Rettungsdienst unter 144 rufen und das Telefon auf Lautsprecher schalten. Die Rettungsleitstelle kann Sie direkt anleiten, etwa beim Überprüfen der Atmung. Andere Personen können etwa einen Defibrillator holen.
  3. Ist keine normale Atmung festzustellen, beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung. Drücken Sie 30-mal kräftig und schnell auf die Mitte des Brustkorbes, danach folgen zwei Beatmungen – so lange, bis die betroffene Person wieder normal atmet oder Hilfe eintrifft. Wer nicht beatmen kann, führt durchgehend Herzdruckmassagen durch. Ist ein Defi vorhanden, folgen Sie den Anweisungen des Geräts.

Zusätzlich erinnert der Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober daran, dass Hilfe weit mehr umfasst als die Versorgung körperlicher Notfälle. Pöllinger: „Der Welttag der psychischen Gesundheit macht bewusst, dass Hilfe auch psychische Aspekte umfasst. So wie wir bei einem körperlichen Notfall nicht wegschauen sollten, gilt das auch für seelische Belastungen. Dabei arbeiten wir nach dem Look-Listen-Link-Prinzip: also hinschauen, zuhören und vernetzen. Das kann für Betroffene einen entscheidenden Unterschied machen.“

Bereit, wenn jede Sekunde zählt?
Erste Hilfe gibt Sicherheit und schafft die Grundlage, im Ernstfall rasch handeln zu können. Ein Erste-Hilfe-Kurs vermittelt lebensrettendes Wissen und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Alle Informationen zu den Erste-Hilfe-Kursen des Roten Kreuzes gibt es hier: https://www.roteskreuz.at/steiermark/kurse

Zu praktischen Tipps und Erklärvideos geht es hier entlang: https://www.roteskreuz.at/erste-hilfe-videos

Wer sein Wissen testen und auffrischen möchte, kann das mit dem kostenlosen Erste-Hilfe-Quiz tun: https://jetzt.erstehilfe.at/