Was ist ein Herzinfarkt?
Ein Herzinfarkt ist eine Minderdurchblutung des Herzmuskels. Das Herz versorgt den Körper mit Sauerstoff, benötigt aber auch selbst Sauerstoff, um seine Leistung zu erbringen. Diesen Sauerstoff erhält das Herz durch die um das Herz liegenden Herzkranzgefäße. Wird so ein Herzkranzgefäß durch ein Blutgerinnsel verstopft, wird es dadurch nicht mehr durchblutet. Dadurch wird das Herz selbst nicht mehr oder unzureichend mit Sauerstoff versorgt und kann seine Pumpleistung für den Körper nicht oder nur eingeschränkt verrichten. Es besteht akute Lebensgefahr.
Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?
Bei einem Herzinfarkt ist rasches Erkennen wichtig. Merkmale eines Herzinfarkts können sein:
- starke Schmerzen in der Brust
- Engegefühl in der Brust
- Ausstrahlen der Schmerzen in die Arme, den Hals, den Oberbauch und/oder den Rücken
- Kaltschweißigkeit, Blässe, Atemnot
- Übelkeit, Erbrechen
- Angst usw.
Diese Symptome treten nicht immer gleichzeitig oder in ihrer Gesamtheit auf. Es ist daher nicht einfach einen Herzinfarkt eindeutig zu erkennen. Bei Frauen werden Herzinfarkte teilweise später erkannt, da die Beschwerden im Vergleich zu Männern häufiger weniger charakteristisch sein können. Mögliche Anzeichen sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Oberbauchschmerzen sowie Schmerzen im Nacken, Hals oder Kiefer, allgemeines Unwohlsein und ungewöhnliche Müdigkeit und weitere unspezifische Beschwerden. Die Symptome treten nicht zwingend gleichzeitig oder vollständig auf. Neue oder ungewöhnliche Beschwerden sollten sofort ärztlich abgeklärt werden. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Notruf 144 wählen.
Bei Menschen mit Diabetes können aufgrund ihrer Grunderkrankung Anzeichen für einen Herzinfarkt gänzlich fehlen.
Wie leiste ich Erste Hilfe?
- Bereits bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Notruf 144 wählen.
- Lagerung aufrechter Oberkörper: Die erkrankte Person soll sich mit aufrechtem Oberkörper (idealerweise) auf den Boden setzen und mit beiden Armen abstützen (Unterstützung Atemhilfsmuskulatur).
- Ruhiges Umfeld schaffen und Betroffene beruhigen. Ersthelfer:in spielt dabei eine zentrale Rolle. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gilt Bewegungsverbot.
- Der/die Ersthelfer:in kann bei der Einnahme von Notfallmedikamenten behilflich sein (z.B. Öffnen und Reichen des Medikaments).
- Wenn verfügbar: Defibrillator/Verbandskoffer (Decke, Schere, Beatmungstuch usw.) durch weitere Person holen und bereitstellen lassen.
- Wenn die Person zusammenbricht und nicht normal atmet, muss sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden.
- Weitere Basismaßnahmen durchführen.