Was ist ein Krampfanfall?
Bei den meisten Krampfanfällen kommt es zu einer abnormen elektrischen Aktivität des Gehirns, bei der sich Nervenzellen plötzlich entladen – wie ein „Gewitter im Kopf“. Die häufigste Ursache für Krampfanfälle ist eine zugrunde liegende Erkrankung, wie die Epilepsie.
Krampfanfälle haben vielfältige Auslöser: Epilepsie (akustische oder visuelle Reize), Erkrankungen wie Schlaganfälle, Tumore, Unterzuckerung, Drogen, Entzug, Medikamente, Vergiftungen, Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff usw. Nicht immer ist der Grund für einen Krampfanfall offensichtlich.
Die Diagnose Epilepsie bedeutet keinesfalls verminderte Intelligenz. Zudem ist wichtig, dass jeder Krampfanfall von Ersthelfer:innen als Notfall anzusehen ist.
Wie erkenne ich einen Krampfanfall?
Ein Krampfanfall dauert in der Regel bis zu zwei Minuten, kann jedoch in seltenen Fällen länger dauern (Status epilepticus). Jeder Krampfanfall verläuft anders. Beispielhafter Ablauf:
- Vor einem Anfall hat die betroffene Person manchmal eine Vorahnung (Aura). Diese Aura kann sich sehr unterschiedlich zeigen, z.B. in Lichterscheinungen, Stimmenhören, Halluzinationen oder durch ein Kribbeln in Armen oder Beinen.
- Verkrampfung am ganzen Körper, Zuckungen der Arme und Beine.
- Während des Anfalls kommt es meist zu einem kurzfristigen Atemstillstand und dadurch zu Sauerstoffmangel.
- ev. Stuhl- und Harnverlust, (blutiger) Schaum vor dem Mund (Zungenbiss)
Nach dem Anfall: Die betroffene Person ist NACH dem Krampfanfall wieder weitgehend ansprechbar. Sie ist aber meist verwirrt, orientierungslos oder sehr schläfrig.
Wie leiste ich Erste Hilfe?
Während eines Krampfanfalls soll die erkrankte Person am Boden liegen. Das Verletzungsrisiko wird minimiert, indem Gegenstände, mit denen sich die Person verletzen könnte, entfernt werden. Es wird keinesfalls versucht, den/die Erkrankte:n festzuhalten. Der Rettungsnotruf 144 muss rasch verständigt werden.
Nach jedem Krampfanfall muss die Atmung kontrolliert werden. Ein Atem-KreislaufStillstand kann ebenfalls krampfartige Bewegungen verursachen und lässt sich daher leicht mit einem „gewöhnlichen“ Krampfanfall verwechseln.
Ist die Person nach dem Krampfanfall nicht ansprechbar und zeigt gar keine oder keine normale Atmung, ist unverzüglich mit der Wiederbelebung zu beginnen.
Lagerung in Seitenlage: Wenn die erkrankte Person nach dem Krampfanfall ansprechbar ist und wieder normal atmet, ist sie in Seitenlage zu bringen, um die Atemwege freizuhalten und damit die Atmung sicherzustellen.