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Frauen in der Technik: Wege, die inspirieren

Technische Berufe gelten noch immer als Männerdomäne – doch Lena und Anna zeigen, wie vielfältig, sinnstiftend und menschlich Technik sein kann. Im technischen Support der Rufhilfe verbinden sie Fachwissen mit Empathie und beweisen täglich, dass Kompetenz keine Frage des Geschlechts ist. Ihre Geschichten machen Mut, inspirieren und zeigen: Wer seinen Weg geht, schafft neue Perspektiven.

05.03.2025 | Verfasst von J. Trummer 

Technik ist nüchtern, sachlich, vielleicht sogar ein bisschen kühl? Nicht bei der Rufhilfe in Graz. Hier verbinden sich Know-how, Teamgeist und Menschlichkeit und mittendrin zwei junge Frauen, die ihren Weg ganz bewusst gegangen sind.

Zwei junge Frauen zeigen, wie vielseitig technische Berufe sein können

Lena (21) ist seit Februar 2025 Teil des Teams, Anna (25) seit Oktober 2025. Beide arbeiten im technischen Support der Rufhilfe. Die Rufhilfe ist ein Notrufsystem für alle, die Ihren Alltag absichern möchten. Per Knopfdruck wird eine direkte Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt, die rund um die Uhr erreichbar ist und im Ernstfall rasch die passende Hilfe organisiert.

 

 

Im Hintergrund sorgt das technische Team dafür, dass genau das reibungslos funktioniert, dort werden Fehlermeldungen analysiert, Geräte geprüft und Lösungen gefunden. Wenn etwa die Stromversorgung ausfällt, keine Verbindung zum Festnetz besteht oder Teilnehmer:innen technische Fragen haben, sind sie zur Stelle.

Lena machte die Lehre zur IT-Technikerin. Zufrieden war sie dort nicht ganz, „Es war mir zu einseitig, zu technisch. Mir hat der Kontakt zum Menschen gefehlt“, erzählt sie offen. Sie sah die Ausschreibung der Rufhilfe, ein „Glückstreffer“, sagt sie heute lächelnd.

 

Anna ist seit 2019 Teil der „Rotkreuz-Familie“ in Kärnten, vorher beruflich und heute noch freiwillig im Rettungsdienst.

Schon in ihrer Ausbildung an einer HTL für Biomedizin- und Gesundheitstechnik zeigte sich, wohin ihr Weg führen sollte. Als sie der Liebe wegen von Kärnten in die Steiermark zog, war für sie schnell klar, dass sie auch hier wieder beim Roten Kreuz arbeiten möchte. „Und so hat sich das ergeben“, erzählt sie heute.

Was beide an ihrer Arbeit besonders begeistert, ist die Mischung aus Technik und den Kontakt zum Menschen. Die Abwechslung macht den Reiz aus, technisches Know-how ist hier genauso gefragt wie Empathie.

Denn bei der Rufhilfe geht es nicht nur um Geräte, sondern vor allem um Menschen. Diese Begegnungen machen den Arbeitsalltag lebendig und besonders.

 

Technik ist mehr als Kabel und Geräte

Auch fachlich bleibt es spannend: Beide sind aktiv an der Weiterentwicklung beteiligt, Lena im Softwarebereich, Anna bei den Geräten. Sie beobachten den Markt, prüfen neue Möglichkeiten und testen Funktionen. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken und weiterzudenken.

Frauen in technischen Berufen: Noch immer in der Minderheit

So selbstverständlich ihr Umgang mit Technik ist, so wenig selbstverständlich ist es leider noch immer für viele andere.

Die Statistik des Arbeitsmarktservice Österreich zeigt, dass die IT- und Informations- sowie Kommunikationstechnologie-Branche weiterhin stark männlich geprägt ist. Der Frauenanteil liegt deutlich unter 50 %. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Frauen in technischen Berufen nach wie vor unterrepräsentiert sind.

 „Ja, definitiv.“, sagen beide auf die Frage, ob sie als Frauen anders wahrgenommen werden. Sie merken Beide, wie männerdominiert die Branche ist.

Anna

„Es kommt immer wieder vor, dass Teilnehmende überrascht sind, wenn sie meine Stimme hören, weil sie im technischen Support eher einen Mann erwarten. Manchmal sagen sie dann: ‚Ach, ich dachte, ich spreche jetzt mit der Technik.‘“

Technikexpertinnen, auch privat

Ob sie im Freundes- und Familienkreis die „Technikbeauftragten“ sind?
Ein lautes „JA!“ von beiden. Wenn irgendwo etwas nicht funktioniert, werden sie gerufen, ganz selbstverständlich.

LENA

„Meine größten Vorbilder sind meine Eltern. Meine Eltern können alles,beide. Sie haben selbst angepackt, repariert, ausprobiert und nie gezögert, etwas Neues zu lernenn- das habe ich von ihnen mitgenommen. Bei uns zu Hause war Technik nie Männer- oder Frauensache, sondern einfach etwas, das man lernen kann, wenn man es möchte.“

Teamgeist als größte Motivation

Ihre Motivation schöpfen sie vor allem aus ihrem Umfeld, aus dem Team ebenso wie aus dem Kontakt mit den Teilnehmer:innen. Auch wenn es einmal herausfordernd wird, ist der Zusammenhalt spürbar: Man kann sich aufeinander verlassen, unterstützt sich gegenseitig und zieht an einem Strang.

Gleichzeitig erleben sie viel Wertschätzung seitens der Teilnehmer. Dankbare Worte und freundliche Rückmeldungen sind keine Seltenheit, und genau das gibt zusätzliche Energie im Arbeitsalltag.

Bei der Rufhilfe wird Gemeinschaft großgeschrieben. Jeder hilft jedem, alle bringen sich ein, und Technik wird nicht isoliert gedacht, sondern als gemeinsame Verantwortung verstanden.

„Einfach durchziehen!“

Was würden sie jungen Mädchen oder Frauen sagen, die sich für einen technischen Beruf interessieren?

Die Antwort kommt schnell und klar:

„Einfach durchziehen.“
„Nicht auf andere hören, die einem etwas ausreden wollen.“
„Und nicht unterkriegen lassen!“

Denn noch immer gibt es in unserer Gesellschaft das Bild von „typisch männlichen“ und „typisch weiblichen“ Berufen. Noch immer werden Frauen im technischen Bereich nicht immer sofort ernst genommen.

Aber jede Frau, die ihren Weg geht, verändert dieses Bild ein Stück weit.

Lena und Anna zeigen:
Technik ist keine Frage des Geschlechts.
Sondern eine Frage von Interesse, Mut – und Begeisterung.

wir sind da

Sabine Pasterk, MA

Abteilungsleitung

Rufhilfe Steiermark

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