Ich heiße Assia Al Zir, wurde in Syrien geboren und lebe in Österreich – ein Land, das für mich zur Heimat geworden ist und dessen Staatsbürgerschaft ich heute habe. Mein Weg hierher war nicht geradlinig, sondern geprägt von Herausforderungen, die mich bis heute formen.
Meine Matura habe ich in Syrien unter den Bedingungen des Krieges abgeschlossen. Ich wollte ursprünglich Philosophie studieren, weil mich Fragen über das Leben und das menschliche Zusammenleben schon früh beschäftigt haben. Doch dazu kam es nicht mehr – meine Familie und ich mussten das Land verlassen, bevor ich mein Studium beginnen konnte.
In Österreich habe ich meinen Bildungsweg neu aufgebaut und mich bewusst für ein Studium der Soziologie entschieden. Für mich war das mehr als nur ein Studium: Es war eine Möglichkeit, meine eigenen Erfahrungen besser zu verstehen – Themen wie Migration, Ungleichheit, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt wissenschaftlich zu betrachten. Ich habe mein Soziologiestudium erfolgreich abgeschlossen und dabei gelernt, soziale Strukturen kritisch zu hinterfragen und verschiedene Perspektiven einzunehmen.
Ich lebe im Rollstuhl, und diese Erfahrung hat meinen Blick auf die Gesellschaft zusätzlich geschärft. Fragen von Barrierefreiheit, Inklusion und Chancengleichheit sind für mich nicht theoretisch, sondern Teil meines Alltags. Sie haben mich darin bestärkt, mich für eine Gesellschaft einzusetzen, in der alle Menschen sichtbar sind und gleichberechtigt teilhaben können.
Crosstalk bedeutet für mich, genau solche Perspektiven zusammenzubringen. Es geht darum, Räume für Dialog zu schaffen, unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar zu machen und voneinander zu lernen. Ich möchte meine Erfahrungen einbringen und dazu beitragen, dass mehr Verständnis und Offenheit entstehen.