FGM/C: Eine Realität auch in Österreich
Schätzungen zufolge leben in Österreich rund 11.000 von FGM/C betroffene Frauen, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Durch globale Migrationsbewegungen ist das Thema auch hierzulande Realität – und erfordert Sensibilität, Fachwissen und klare Handlungskompetenz in Gesundheits-, Sozial- und Bildungseinrichtungen.
Als Teil der österreichweiten FGM/C-Koordinationsstelle engagiert sich das Rote Kreuz Kärnten seit Jahren intensiv in der Präventions-, Vernetzungs- und Schulungsarbeit. Ziel ist es, betroffene Frauen zu unterstützen, gefährdete Mädchen frühzeitig zu schützen und Fachkräfte für den professionellen Umgang mit FGM/C zu sensibilisieren.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Einbeziehung von Männern. „Nachhaltige Präventionsarbeit gelingt nur dann, wenn auch Männer – sowohl in den Communities als auch in Institutionen – aktiv eingebunden werden“, betont Mag.a (FH) Lisa Tschuschnig-Wascher, Ansprechpartnerin der FGM/C-Koordinationsstelle Kärnten im Roten Kreuz. Männer spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, tradierte Muster zu hinterfragen und Veränderungsprozesse anzustoßen.
Schulungen und Fachveranstaltungen 2026
Dieser Ansatz steht ebenso im Fokus des Fachvortrags „Einbeziehung von Männern bei weiblicher Genitalverstümmelung“, der im Rahmen des 5. Gendermedizin- und Diversity Day der FH Kärnten in Kooperation mit dem Kärntner Gesundheitsfonds und der Geschäftsstelle für Geschlechterspezifische Medizin Kärnten, am 18. März 2026 stattfindet. Die Online-Veranstaltung bietet Raum für Austausch, Wissenstransfer und Vernetzung.
Praxisnahe Schulung im Roten Kreuz Kärnten am 21. April
Ergänzend dazu lädt das Kärntner Rote Kreuz am Dienstag, 21. April 2026, zu einer Multiplikator:innenschulung zum Thema FGM/C nach Klagenfurt ein. Die Schulung richtet sich an Fachkräfte aus dem Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich und vermittelt fundiertes Wissen zu Formen, rechtlichen Rahmenbedingungen und gesundheitlichen Folgen von FGM/C. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf konkreten Handlungsempfehlungen sowie auf der Arbeit mit Männern.
Mit diesem Angebot leistet das Rote Kreuz Kärnten einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und zur Stärkung der Handlungssicherheit von Fachkräften im Umgang mit betroffenen und gefährdeten Mädchen und Frauen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Der Welttag gegen weibliche Genitalverstümmelung soll nicht nur sensibilisieren, sondern auch Mut machen: FGM/C ist kein Tabuthema. Aufklärung, Vernetzung und klare Haltung sind entscheidend, um Mädchen und Frauen wirksam zu schützen und ihre Selbstbestimmung zu stärken.
Foto: RK Kärnten
BU: Das Kärntner Rote Kreuz setzt anlässlich des Welttags gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar ein Zeichen für Aufklärung, Prävention und den Schutz von Mädchen und Frauen. Am Foto Vertreter:innen des Roten Kreuzes: vlnr: Lisa Graschitz, BA (FH) MA (Ausbildungszentrum), DGKPin Ing.in Birgit Treven, M.Ed. (Pflegedienstleitung), MAG.a (FH) Lisa Tschuschnig-Wascher (FGM/C-Koordinationsstelle Kärnten), Dr. Philipp Hlavacek, MBA (Geschäftsführer/ Managing Director).