Ein Abend des Dankes
Der Neujahrsempfang steht seit jeher im Zeichen der Anerkennung für jene Menschen, die tagtäglich „Aus Liebe zum Menschen“ im Einsatz stehen. Präsident Pirz betonte: „Gerade in Zeiten gesellschaftlicher und globaler Unsicherheiten zeigt sich, wie unverzichtbar Organisationen wie das Rote Kreuz sind. Menschlichkeit, Neutralität und Verlässlichkeit müssen jeden Tag gelebt werden.“
Rückblick auf ein forderndes Jahr
Das Jahr 2025 stellte das Kärntner Rote Kreuz erneut vor große Herausforderungen. Mit der Eröffnung des neuen Kompetenzzentrums in Villach wurde ein wichtiger Meilenstein für Hilfe, Begegnung und Ausbildung gesetzt. Einen tiefgreifenden und emotional fordernden Einsatz bedeutete der Anschlag in Villach im Februar, bei dem das Rote Kreuz – insbesondere mit der Krisenintervention – rasch und umfassend Unterstützung für Betroffene, Angehörige und Einsatzkräfte leistete. „Solche Ereignisse führen uns schmerzhaft vor Augen, wie wichtig psychosoziale Hilfe und ein starkes Netzwerk in Ausnahmesituationen sind“, so Pirz. Große Bedeutung hatte auch die Bundeskatastrophenübung „Nock Alert 2025“ im Mai in Bad Kleinkirchheim, die eindrucksvoll zeigte, wie entscheidend professionelle Vorbereitung und Zusammenarbeit im Ernstfall sind.
Weiterentwicklung im Rettungsdienst
Auch strukturell war 2025 ein Jahr der Weiterentwicklung: Mit der Bestellung eines neuen Landesrettungskommandanten wurde die Führungsstruktur im Rettungsdienst zukunftsfit aufgestellt. Verbesserungen im Einsatzalltag – etwa durch das Sommergilet im Rettungsdienst, ergänzend zur neuen Uniform – tragen zu besseren Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte bei.
Verdiente Ehrungen
Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurden auch heuer mehrere Persönlichkeiten für ihr besonderes Engagement und ihre Verdienste um das Kärntner Rote Kreuz ausgezeichnet. Die Verdienstmedaille in Silber für ihre langjährige Unterstützung des Blutspendewesens erhielten Militärkommandant Brigadier Mag. Philipp Eder, Vizeleutnant i. R. Gerhard Schratter sowie Vizeleutnant i. R. Franz Gorenschek. Ebenfalls mit der Verdienstmedaille in Silber wurde Ing. Lukas Spitzer ausgezeichnet – in Anerkennung seiner maßgeblichen Leistungen im Bereich der Einsatz- und Funkkommunikation, insbesondere bei der Umsetzung technischer Innovationsprojekte und der Unterstützung von Großübungen und Sonderlagen. Mit der Henry-Dunant-Medaille in Gold 5fach, einer der höchsten Auszeichnungen des Österreichischen Roten Kreuzes, wurde Rudolf Schober, langjähriger Präsident des Kärntner Zivilschutzverbandes, für seine außergewöhnlichen Verdienste um den Zivilschutz und die über viele Jahre gelebte Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz geehrt. Cpt. Michael Umschaden, ehemaliger Stützpunktleiter des ÖAMTC Hubschrauber-Stützpunktes in Klagenfurt, erhielt für die langjährige kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit die Büste von Henry Dunant in Gold.
Ausblick auf 2026
Für 2026 bleibt die Sicherstellung der Finanzierung des Rettungsdienstes die größte Herausforderung. Steigende Kosten führen weiterhin zu einem nicht kostendeckenden Betrieb. Präsident Pirz unterstrich die Notwendigkeit einer verlässlichen gesetzlichen Finanzierung, um Einsparungen zu vermeiden und die Versorgungsqualität langfristig abzusichern. „Damit wir unseren Auftrag auch künftig ohne Abstriche erfüllen können, braucht es klare und tragfähige Lösungen auf politischer Ebene“, so Pirz. Das Kärntner Rote Kreuz hofft gemeinsam mit den anderen Blaulichtorganisationen auf eine entsprechende Weiterentwicklung des Kärntner Rettungsdienstgesetzes im Laufe des Jahres. Ungeachtet dessen setzt das Rote Kreuz Kärnten auch 2026 Schwerpunkte auf die Stärkung des Ehrenamts, die Weiterentwicklung von Rettungsdienst, Pflege und Ausbildung sowie auf eine konsequente Krisen- und Katastrophenvorsorge. Ein Höhepunkt wird die vom Land Kärnten organisierte Landesübung „Combined Success“ im November 2026 sein.
Netzwerke, die tragen
Zahlreiche Vertreter:innen aus Politik, Einsatzorganisationen und Partnerinstitutionen folgten der Einladung. Landesrat Mag. Peter Reichmann, Andreas Scherwitzl, 1. Präsident der Kärnter Landtages, sowie Oberst Ralf Gigacher vom Militärkommando Kärnten, Landespolizeidirektor-Stv. GenMjr. Arthur Lamprecht, Landesbranddirektorstv. Friedrich Monai war ebenso unter den Gästen, wie Thomas Jank von der ARA-Flugrettung.
Der Abend unterstrich einmal mehr die Bedeutung von Zusammenarbeit und gegenseitigem Vertrauen – Grundpfeiler eines funktionierenden Hilfeleistungssystems in Kärnten. Präsident Pirz betonte abschließend: „Unser Auftrag bleibt klar: Wir helfen dort, wo Menschen Hilfe brauchen – unabhängig von Herkunft, Weltanschauung oder Lebenssituation. Auch 2026 werden wir dieser Verantwortung mit voller Kraft nachkommen.“
Fotos: Thomas Hude
Alle Geehrten v.l.n.r.: Franz Gorenschek, Gerhard Schratter, Cpt. Umschaden, Dr. Pirz, Rudi Schober, 1. Vizepräsidentin Christina Summerer und Lukas Spitzer