Die Medikamentenhilfe des Österreichischen Roten Kreuz versorgt unversicherte Menschen mit Medikamenten. Dieses Service ist für die Patient:innen kostenfrei.
Freiwillige Mitarbeiter:innen versorgen armutsgefährdete bzw. Personen ohne Zugang zu Leistungen der Sozialversicherungen mit Medikamenten.
Die Medikamentenhilfe des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) hat seit ihrer Gründung 1956 nur ein Ziel: Bedürftigen Menschen zu helfen. Das gelingt, indem Pharmafirmen und Apotheken Medikamente und medizinisches Material spenden. Nur dank dieser Spenden kann die dringend benötigte Hilfe geleistet werden. Der Warenwert der gespendeten Medikamente und Medizinprodukte beträgt pro Jahr zwischen 1,7 und 2,5 Mio Euro. Unterstützen auch Sie unsere Hilfe.
Zu Beginn unseres Bestehens stand die Versorgung der Ungarnflüchtlinge im Vordergrund, später war es die Belieferung von Krankenhäusern und Bedürftigen im Ausland. Leider sind es immer öfter Menschen ohne Versicherungsschutz in Österreich, die bei uns Hilfe suchen und finden. Sie leiden, genau wie der Rest der Bevölkerung, an Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes. Dazu kommen häufig, bedingt durch die schlechten Lebensumstände, psychische Erkrankungen sowie ein schlechter allgemeiner Gesundheitszustand.
Tätigkeiten
Die Medikamentenhilfe des Österreichischen Roten Kreuz versorgt Nicht-Versicherte bzw bedürftige Menschen auf Grundlage einer ärztlichen Verschreibung mit den benötigten Arzneimitteln. Diese Medikamente werden fast ausschließlich über Spenden bereit gestellt. Die eingehenden Spenden werden von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen kontrolliert und sortiert und von ehrenamtlichen Pharmazeut:innen an die Patient:innen im Zuge einer pharmazeutischen Beratung abgegeben. Die pharmazeutische Expertise ist besonders wichtig, denn durch die enge Zusammenarbeit mit den Ärzten kann, in Situationen wo das gewünschte Arzneimittel nicht verfügbar ist, rasch eine adäquate Alternative gefunden werden. Somit ermöglichen wir eine grundlegende Versorgung von nicht-versicherten Patienten:innen.
Partner
Damit die gespendeten Medikamente dorthin kommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden, kooperieren wir mit verschiedenen Organisationen.
AmberMed
AmberMed ist eine Einrichtung, die im Rahmen einer Kooperation von Diakonie Flüchtlingsdienst und dem Roten Kreuz geführt wird. Es liegt Tür an Tür mit der Medikamentenhilfe des ÖRK im Katastrophenhilfezentrum des Roten Kreuzes und ist in Wien Inzersdorf untergebracht. Hier bekommen Menschen ohne Versicherungsschutz ambulante medizinische Versorgung. Nach neuesten Studien sind 50.000 bis 60.000 Menschen in Österreich nicht krankenversichert und können sich im Krankheitsfall die Arztkosten oft nicht leisten. Bei AmberMed werden diese Menschen kostenlos untersucht und erhalten bei Bedarf auch die entsprechenden Medikamente – hauptsächlich Antibiotika, Schmerzmittel, Diabetesmedikamente aber auch Blutdruckmittel und Psychopharmaka. Besonderes Augenmerk wird auf Gynäkologie und Kindermedizin gelegt.
Dank der unermüdlichen Arbeit der Sozialarbeiter können viele Menschen auch wieder die die Versicherung integriert werden. Auch psychosoziale Krisenbewältigung wird angeboten. Zu AmberMed kommen unter anderem viele Asylwerber:innen, die nicht oder nicht mehr über die Grundversorgung krankenversichert sind.
Gesundheitszentrum Neunerhaus
Auch im Gesundheitszentrum Neunerhaus finden Obdachlose und Nicht-versicherte Betreuung und Hilfe. Die meisten sind, nach Jahren auf der Straße, krank und brauchen dringend medizinische Versorgung. Das Gesundheitszentrum verfügt über diverse Fachrichtungen – es gibt sogar einen Tierarzt für die vierbeinigen Freunde der Obdachlosen.
Caritas
Medizinische Hilfe mit möglichst wenigen „Hürden“ bringt auch der Louisebus der Caritas. Mehrmals täglich hält der Louisebus an verschiedenen öffentlichen Plätzen in Wien. Obdachlose, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, werden von rund 20 Ärzt:innen sowie vielen freiwilligen Helfer:innen betreut. Mitversorgt wird auch das Haus Jaro der Caritas, dort finden nicht-krankenversicherte bzw. obdachlose Menschen für bis zu drei Monaten eine Wohnmöglichkeit sowie medizinische Versorgung.
Weitere Partner
Zusätzlich werden in Wien zahlreiche Beratungs- und Tageszentren wie "das Stern“ oder die "Wärmestube Darwingasse" mit benötigten Medikamenten und medizinischen Material versorgt.
Nachhaltig und Ressourcen schonend
Aufgrund der besonderen Struktur gibt die Medikamentenhilfe Arzneimittel weiter, die von Hersteller, Großhandel bzw die Apotheken nicht mehr „verkehrsfähig“ sind (leicht beschädigte Überkartons, Arzneimittel mit kurzer Laufzeit, sonstige Rückläufer,...). Somit kann die Menge an zu entsorgenden Arzneimitteln signifikant reduziert werden.