Mit Beginn des bewaffneten Konflikts im Iran steht der Nahe Osten seit Ende Februar 2026 erneut im Fokus der Weltöffentlichkeit. Dass in Afghanistan zeitgleich eine weitere Krise gewaltsam eskaliert, wird medial weniger beachtet – stellt das Rote Kreuz beziehungsweise den Roten Halbmond aber ebenfalls vor massive Herausforderungen. Denn gerade die Menschen in der Grenzregion zu Pakistan sind seit einem schweren Erdbeben im Herbst „im Sinne des humanitären Kontexts extrem belastet“, sagt Christopher Bachtrog: „Die Menschen in den Provinzen Kunar und Nangarhar im Osten des Landes haben in den vergangenen Monaten so viel durchgestanden. Und jetzt fangen auch noch die militärischen Angriffe an.“
Ausbildungsprogramme werden ausgesetzt
Christopher Bachtrog arbeitet beim Österreichischen Roten Kreuz als Koordinator für internationale Katastrophen und Krisen; Afghanistan hat der Tiroler selbst bereits mehrmals besucht. Zuletzt war er im April des Vorjahres vor Ort, um speziell die Zusammenarbeit mit dem Afghanischen Roten Halbmond und den Kolleginnen und Kollegen vom Dänischen Roten Kreuz abzustimmen.
Aktuell verfolgt er die Situation von Wien aus – und hat tiefgreifende Entscheidungen mitzutragen: „Nach einem Raketenangriff auf den Flughafen Dschalalabad in der Provinz Nangarhar mussten die Trainingszentren für unsere Frauenbildungsprogramme, die sich in unmittelbarer Nähe befinden, temporär geschlossen werden. Die Lage ist zurzeit einfach zu gefährlich.“