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Gewalteskalation im Nahen Osten

Der Konflikt wird noch Wochen, wenn nicht Monate anhalten

Zehntausende Helfer:innen des Rotkreuzgesellschaften sind seit dem Wochenende im Iran, Libanon und Israel im Dauereinsatz: Sie retten Verletzte, bergen Menschen aus Trümmern, betreiben Notunterkünfte und bringen Familien wieder miteinander in Kontakt. Das Österreichische Rote Kreuz hat für die erste Nothilfe 100.000 Euro bereitgestellt – und warnt: Die Hilfe wird noch lange nötig sein.

©IRCS Headquarter Iranischer Roter Halbmond
Helfer des IRCS helfen bei der Suche nach Überlebenden
©IRCS

Die Anzeichen, dass sich die Lage im Nahen Osten – besonders im Iran, Libanon und Israel – zu einem wochen- oder sogar monatelangen Konflikt ausweitet, werden immer mehr; Rettungseinsätze, Evakuierungen und Versorgungsengpässe nehmen zu. In den betroffenen Gebieten arbeiten Rettungsteams, Sanitäter:innen, Such- und Bergungseinheiten sowie psychosoziale Fachkräfte des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes längst am Limit. Und fest steht: Der humanitäre Bedarf wird enorm hoch bleiben.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen im Iran, im Libanon oder in Israel retten Verletzte, bergen Überlebende aus Trümmern, verteilen Hilfsgüter und versorgen Menschen in Notunterkünften“, sagt Jürgen Högl, Leiter der Abteilung für Internationale Katastrophen und Krisen beim Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK). Auch der Suchdienst spielt eine zentrale Rolle: Wenn Telefone ausfallen, Familien durch Flucht und Evakuierungen getrennt oder Menschen vermisst werden, helfen Rotkreuz-Teams dabei, Kontakte wiederherzustellen – oft ist es die erste Nachricht der Angehörigen seit Tagen.

Zahlen und Fakten zu dem Konflikt

Leider gibt es bereits an die 900 Toten und eine ebenso große Zahl an Verletzten im Iran, Israel und Libanon, sowie den Golfstaaten.

Mitarbeiter und Freiwillige in der Region

Tabelle: Mitarbeiter & Freiwillige

Stand (4.3.2026)

Land Mitarbeiter Freiwillige
Afghanistan4.66324.000
Armenien30010.000
Aserbeidschan17518.267
Iran7.5453.000.000
Israel3.23236.218
Irak1.95112.646
Libanon41413.155
Pakistan69210.229
Turkmenistan1233.601
Türkei6.146315.293

Wie hilft das Rote Kreuz?

IRCS - Iranischer Roter Halbmond

Helfer des IRCS bei der Suche nach Überlebenden nach Raketenangriffen
©IRCS

Im Iran wurden nach Angaben des Iranischen Roten Halbmondes 100.000 Helfer:innen des Roten Halbmondes mobilisiert, hunderte Teams stehen rund um die Uhr im Einsatz. Derzeit hat das Retten von Leben Priorität, Verletzte werden in den Spitälern des Iranischen Roten Halbmondes behandelt. Mit mehr als 3 Millionen Freiwilligen ist der Rote Halbmond die größte humanitäre Organisation im Land.

MDA Magen David Adom (Roter Davidstern)

Mitarbeiter des MDA bei der Suche und Bergung Überlebender nach Raketenangriffen
©MDA

In Israel hat der Magen David Adom (Roter Davidstern) mit 39.000 Freiwilligen alle Notfallkapazitäten mobilisiert. Aktuelle Schwerpunkte sind Such- und Rettungsaktionen, parallel läuft eine nationale Blutspende-Kampagne, um die Versorgung der Spitäler zu stabilisieren.

LRK - Libanesisches Rotes Kreuz

Mitarbeiter des Libanesischen Roten Kreuzes
©Lebanese Red Cross

Auch im Libanon spitzt sich die Lage zu. Das Libanesische Rote Kreuz – mit 12.000 Freiwilligen eine tragende Säule der humanitären Versorgung – betreibt Rettungs- und Blutspendedienste und unterstützt Vertriebene. Für Menschen, die aus dem Süden fliehen mussten, wurden zuletzt 170 Notunterkünfte eingerichtet. Eine ÖRK-Delegation ist seit 2013 im Land und unterstützt derzeit bei der Umsetzung von Notfallplänen.

Deine Spende hilft Menschen in den betroffenen Regionen! Danke.

FACT BOX zu den betroffenen Ländern

Fahne IRAN

IRAN

  • Einwohnerzahl: 89.177.357 (2025, Schätzung)
  • Fläche: 1.648.195 km² (gesamt)
  • Urbanisierung: 77,3 % Stadtbevölkerung (2023)
  • Lebenserwartung: 75,4 Jahre (2023, Schätzung)
  • Alphabetisierung (15+): 88,7 % (2021)
  • Bildung (UNDP): erwartete Schuljahre 14,0 / durchschnittliche Schuljahre 10,8 (2023)
  • „Durchschnittseinkommen“ (UNDP-Näherung): GNI pro Kopf (PPP) 16.096 int. US-$ (2023)
  • Wirtschaft (Näherung): reales BIP pro Kopf (PPP) 16.200 US-$ (2024, Schätzung)
  • Flugkilometer ab Wien (VIE), Luftlinie: Iran (Teheran, IKA): 3.167 km
Fahne Israel

ISRAEL

  • Einwohnerzahl: 9.402.617 (2024, Schätzung)
  • Fläche: 21.937 km² (gesamt)
  • Urbanisierung: 92,9 % Stadtbevölkerung (2023)
  • Lebenserwartung: 82,2 Jahre (2023, Schätzung)
  • Alphabetisierung (15+): 97,8 % (2011)
  • Bildung (UNDP): erwartete Schuljahre 14,9 / durchschnittliche Schuljahre 13,5 (2023)
  • „Durchschnittseinkommen“ (UNDP-Näherung): GNI pro Kopf (PPP) 48.050 int. US-$ (2023)
  • Wirtschaft (Näherung): reales BIP pro Kopf (PPP) 47.300 US-$ (2024, Schätzung)
  • Flugkilometer ab Wien (VIE), Luftlinie: Israel (Tel Aviv, TLV): 2.361,9 km
Fahne Libanon

LIBANON

  • Einwohnerzahl: 5.805.962 (2024)
  • Fläche: 10.452 km² (UN-Angabe)
  • Urbanisierung: 89,4 % Stadtbevölkerung (2023)
  • Lebenserwartung: 79,0 Jahre (2023, Schätzung)
  • Alphabetisierung (15+): 95,1 % (2018)
  • Bildung (UNDP): erwartete Schuljahre 11,7 / durchschnittliche Schuljahre 10,4 (2023)
  • „Durchschnittseinkommen“ (UNDP-Näherung): GNI pro Kopf (PPP) 11.299 int. US-$ (2023)
  • Flugkilometer ab Wien (VIE), Luftlinie: Libanon (Beirut, BEY): 2.236,4 km

04.03.2026

Krisenregion

Landkarte Naher Osten

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FAQ zur Lage im Nahen Osten

Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond retten Verletzte, bergen Menschen aus Trümmern, betreiben Notunterkünfte und verteilen Hilfsgüter. Außerdem helfen sie Familien, nach Flucht, Evakuierungen oder Ausfällen der Kommunikation wieder miteinander in Kontakt zu kommen.

Laut dem Österreichischen Roten Kreuz deuten immer mehr Anzeichen darauf hin, dass sich die Lage im Nahen Osten zu einem wochen- oder sogar monatelangen Konflikt ausweiten könnte. Gleichzeitig nehmen Rettungseinsätze, Evakuierungen und Versorgungsengpässe zu, sodass der humanitäre Bedarf hoch bleibt.

In den betroffenen Gebieten arbeiten Rettungsteams, Sanitäter:innen, Such- und Bergungseinheiten sowie psychosoziale Fachkräfte des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes im Dauereinsatz. Sie leisten Notfallhilfe, unterstützen Menschen in Notunterkünften und helfen bei der Versorgung in akuten Notsituationen.

Der Suchdienst hilft, wenn Familien durch Flucht und Evakuierungen getrennt wurden oder Menschen vermisst werden. Gerade dann, wenn Telefone ausfallen, unterstützen Rotkreuz-Teams dabei, Kontakte wiederherzustellen und Angehörigen wieder eine erste Nachricht zu ermöglichen.

Im Iran wurden nach Angaben des Iranischen Roten Halbmondes 100.000 Helfer:innen mobilisiert, hunderte Teams stehen rund um die Uhr im Einsatz. Vorrang hat aktuell das Retten von Leben, während Verletzte in den Spitälern des Iranischen Roten Halbmondes behandelt werden.

In Israel hat Magen David Adom alle Notfallkapazitäten mobilisiert. Zu den aktuellen Schwerpunkten zählen Such- und Rettungsaktionen sowie eine nationale Blutspende-Kampagne, um die Versorgung der Spitäler zu stabilisieren.

Das Libanesische Rote Kreuz betreibt Rettungs- und Blutspendedienste und unterstützt Vertriebene. Für Menschen, die aus dem Süden fliehen mussten, wurden zuletzt 170 Notunterkünfte eingerichtet.

In mehreren Ländern der Region sind tausende Mitarbeiter:innen und Freiwillige im Einsatz. Allein im Iran werden 7.545 Mitarbeiter und 3.000.000 Freiwillige genannt, in Israel 3.232 Mitarbeiter und 36.218 Freiwillige, im Libanon 414 Mitarbeiter und 13.155 Freiwillige.

Das Österreichische Rote Kreuz hat für die erste Nothilfe 100.000 Euro bereitgestellt. Außerdem unterstützt es über seine Delegation im Libanon bei der Umsetzung von Notfallplänen.


Das ÖRK setzt im Libanon gemeinsam mit dem LRC zwei Projekte um, welche mithilfe von Mitteln der Austrian Development Agency (ADA) finanziert werden. Flexibles Budget (Crisis Modifier) aus diesen Projekten wird nun für Maßnahmen im Bereich Wasser, Hygiene- und Sanitärmaßnahmen und Rehabilitierung von Notunterkünften für die akuten Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung verwendet. Fünf der Notunterkünfte sind Schulen, welche durch die laufenden ÖRK-Projekte unterstützt werden, vier weitere Schulen wurden bereits im Rahmen früherer ADA Projekte saniert – Maßnahmen, die nun auch Binnenvertriebenen zugutekommen.

Die Lage wird zusätzlich durch steigende Zahlen an Toten und Verletzten, anhaltende Rettungseinsätze, Evakuierungen und Versorgungsengpässe erschwert. Dadurch arbeiten die Teams des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes in vielen Bereichen bereits an ihrer Belastungsgrenze.