Am 26. August hat eine verheerende Sturzflut in Nepal ganze Dörfer mitgerissen und Straßen, Brücken sowie Kraftwerke schwer beschädigt. Besonders betroffen sind Regionen Rasuwa und Nuwakot, nahe der Grenze zu Tibet. Im betroffenen Gebiet leben etwa zehntausend Menschen. Durch zerstörte Verkehrs-, Strom- und Kommunikationsverbindungen sind ihre Häuser für die Einsatzkräfte teilweise nur schwer erreichbar. Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar. Es werden unzählige Menschen vermisst und die Zahl der Todesopfer steigt.
Da die betroffene Region ein beliebtes Tourismusgebiet ist, befinden sich unter den Vermissten auch viele Tourist:innen.
Schwere Sturzflut in Nepal
Update: 11.09.2026
Das Österreichische Rote Kreuz entsendet in den kommenden Tagen drei erfahrene Experten aus dem WASH-Bereich (Wasser, Sanitär und Hygiene) nach Nepal. Sie werden gemeinsam mit den Teams des Nepalesischen Roten Kreuzes die temporäre Wasserverteilung, -speicherung und -aufbereitung für die Menschen in den betroffenen Gebieten sicherstellen, Betroffene in Bezug auf Hygiene-Aspekte (Vermeidung von übertragbaren Erkrankungen) aufklären und an der langfristigen Wiederherstellung der Wasserversorgung arbeiten.
Zahlen-Update
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Mehr als 5.800 Menschen gelten als vermisst
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Mehr als 7.000 Menschen wurden verletzt
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Über 1.400 Menschen wurden bereits tot geborgen
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Etwa 1,6 Millionen Menschen sind von der Katastrophe insgesamt betroffen, davon sind rund 93.000 Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen
Update: 08.09.2026
Die Spuren der Flut sind überall sichtbar: Das Grün der umliegenden Berge geht in tieferen Lagen in Grau über. Häuser, Motorroller und persönliche Erinnerungen liegen unter meterdicken Schlammschichten begraben. Die Menschen kehren langsam zurück und graben sich durch den Schlamm – auf der Suche nach dem, was von ihrem Zuhause geblieben ist, und teils auch nach vermissten Angehörigen.
In Devighat hat das Rote Kreuz mit Sahil Khan gesprochen - er gräbt sein verschüttetes Haus frei. Trotz der Verwüstung kann er lächeln: Alle 22 Mitglieder seiner Familie haben überlebt. „Es gibt noch Hoffnung“, sagt er. Schritt für Schritt will er sein Zuhause vom Schlamm befreien.
Zur enormen Zerstörung kommt eine weitere Herausforderung für die Menschen und Einsatzkräfte: die Versorgung mit sauberem Wasser. Die Fluten haben die Wasser- und Sanitärinfrastruktur beschädigt und Wasserquellen verunreinigt. Dadurch steigt für die betroffenen Menschen das Risiko für durch Wasser übertragene Krankheiten wie Cholera.
Update: 02.09.2026
Die Einsatzteams in Nepal sind nach wie vor im Einsatz. Schlamm wird entfernt, Vermisste gesucht und Hilfe zu den Betroffenen gebracht.
Freiwillige des Nepalesischen Roten Kreuzes verteilen Hilfsgüter an betroffene Familien und leisten so wichtige Unterstützung, während die Hilfsmaßnahmen in schwer zugänglichen Gebieten weitergehen.
Mindestens 1.000 Menschen kamen durch die verheerende Sturzflut ums Leben, über 5.000 Menschen gelten noch als vermisst.
Update: 31.08.2026
Noch immer ist die Lage unübersichtlich. Mehr als 4.000 Menschen gelten als vermisst, über 900 Menschen wurden tot geborgen.
Aktuellen Schätzungen zufolge sind rund 93.000 Menschen von den Sturzfluten betroffen. Da die Lagebeurteilungen in schwer zugänglichen Gebieten weiterhin andauern, könnte diese Zahl noch steigen. Die Abgeschiedenheit vieler betroffener Gebiete und die stark beschädigte Infrastruktur erschweren es, das volle Ausmaß der Katastrophe zu erfassen und dringend benötigte Hilfe zu den betroffenen Menschen zu bringen.
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) hat einen Nothilfeaufruf in Höhe von 25 Millionen Schweizer Franken (CHF) gestartet. Damit sollen die Hilfsmaßnahmen des Nepalesischen Roten Kreuzes nach den verheerenden Sturzfluten im Norden Nepals unterstützt werden:
„Der Nothilfeaufruf der IFRC ist ein entscheidender Schritt zur Unterstützung der betroffenen Gemeinden und konzentriert sich nicht nur auf die Soforthilfe, sondern auch auf den mittel- und langfristigen Wiederaufbau. Während wir uns ein klareres Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen, wissen wir, dass ganze Dörfer weggespült wurden und der Bedarf in den kommenden Stunden und Tagen weiter steigen wird. Gemeinden, die ihre Häuser und Lebensgrundlagen verloren haben, werden bei ihrem Wiederaufbau und ihrer Erholung nachhaltige Unterstützung benötigen. Wir rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, in den kommenden Monaten Solidarität zu zeigen“, so Jagan Chapagain, Generalsekretär der IFRC.
Update: 27.08.2026 - Lage schlimmer als befürchtet
Die Zahl der Betroffenen hat sich dramatisch erhöht – mehr als 1.300 Menschen gelten als vermisst und über 270 Tote wurden bisher geborgen. Die Zahlen steigen weiter... 10.000 Familien sind insgesamt von den Folgen der verheerenden Flut betroffen.
Vor Ort läuft der Einsatz unter schwersten Bedingungen:
Hunderte Rotkreuz-Helfende sind im Dauereinsatz, um Menschenleben zu retten – sie suchen unermüdlich nach Verschütteten, versorgen Verletzte, bergen Tote. Das Nepalesische Rote Kreuz ist mit 90.000 Freiwilligen die größte Hilfsorganisation im Land und hat jahrzehntelange Erfahrung in der Katastrophenhilfe, die sofort angelaufen ist.“
Aktuelle Hilfe des Nepalesischen Roten Kreuzes:
- Such- und Rettungsmaßnahmen
- Medizinische Versorgung, Erste Hilfe, psychosoziale Unterstützung
- Evakuierung und Unterbringung der Betroffenen in Notunterkünften, Familienzusammenführung
- Verteilung von Hilfsgütern, bisher etwa 300 Stk. Planen, 400 Stk. Decken, 100 Hygienekits, 50 mobile Toiletten, Erste-Hilfe-Sets und Leichensäcke
- Notversorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Sanitäranlagen
Das Österreichische Rote Kreuz unterstützt die Hilfsmaßnahmen vor Ort mit 50.000 Euro Soforthilfe.
Update: 28.08.2026 - Ausmaß der Katastrophe wird immer deutlicher
Die Lage nach der schweren Sturzflut in Nepal bleibt dramatisch. Nach aktuellen Schätzungen sind rund 93.000 Menschen beziehungsweise etwa 18.000 Haushalte von den Folgen der Katastrophe betroffen. Mehr als 6.000 Häuser wurden vollständig zerstört. Bis zum 27. August wurden 165 Todesopfer geborgen, weiterhin werden tausende Menschen vermisst.
Besonders schwer betroffen sind die Regionen entlang der Flüsse Bhotekoshi und Trishuli. Die nepalesische Regierung hat die Bezirke Rasuwa, Nuwakot und Dhading zu Krisengebieten erklärt. Auch in weiteren Bezirken wie Gorkha, Tanahun und Chitwan wurden schwere Schäden gemeldet.
Zerstörte Straßen und Brücken erschweren den Zugang zu vielen Ortschaften. In Teilen der betroffenen Gebiete sind weiterhin Stromversorgung und Kommunikationsverbindungen unterbrochen. Unter den Vermissten befinden sich neben Bewohner der Region auch Tourist und Pilger.
Die Situation bleibt äußerst angespannt: Der Monsun hält an und damit auch die Gefahr weiterer Überschwemmungen und Erdrutsche.
Das Rote Kreuz ist im Einsatz
Oberste Priorität ist es, die betroffenen Personen in den abgeschnittenen Gebieten mit der dringend benötigten Hilfe zu erreichen.
Die Nepal Red Cross Society hat ihre Notfallteams aktiviert, mobilisiert Freiwillige und bringt Hilfsgüter wie Trinkwasser, Planen, Decken und Erste-Hilfe-Sets in die schwer betroffenen Gebiete.
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) steht bereit, um das Nepalesische Rote Kreuz mit zusätzlichen Ressourcen und bei der Koordination zu unterstützen. Gemeinsam arbeiten die Einsatzkräfte daran, Menschen in Sicherheit zu bringen, besonders gefährdete Familien zu evakuieren und die betroffenen Gemeinden entlang der Flüsse Bhote Koshi und Trishuli zu unterstützen.
Wie kam es zur Sturzflut?
Die Sturzflut ist die Folge eines sogenannten Gletschersee-Ausbruchs an der Grenze zwischen China und Nepal. Auslöser war vermutlich ein Gletscherabbruch.
Bei einem Gletschersee-Ausbruch - in Österreich auch als "Alpen-Tsunami" bekannt - bricht ein natürlicher Damm aus Gestein, Schutt oder Eis – etwa infolge eines Erdrutsches, einer Lawine oder zunehmenden Wasserdrucks. Innerhalb kurzer Zeit können dadurch große Wassermassen freigesetzt werden, die als gefährliche Sturzflut vom Berg ins Tal rauschen.
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Gemeinsam helfen, wenn Katastrophen alles verändern
Gerade in den ersten Stunden nach einer Katastrophe zählt schnelle Hilfe. Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften sind weltweit vor Ort verankert und können ihre Hilfe rasch an den tatsächlichen Bedarf der betroffenen Bevölkerung anpassen. Dazu gehören etwa Erste Hilfe, Such- und Rettungsmaßnahmen, Evakuierungen und die Unterstützung von Menschen, die durch die Katastrophe plötzlich vor dem Nichts stehen.
Katastrophen wie die Sturzflut in Nepal zeigen, wie wichtig ein starkes humanitäres Netzwerk ist. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird.