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ES GIBT KEINEN SICHEREN ORT: GAZA

Vor Oktober 2023 wurden etwa 6,8 % der Bevölkerung im Gazastreifen als Menschen mit Behinderungen eingestuft, diese Zahl steigt aufgrund des Einsatzes von Explosivstoffen und des Versagens des Gesundheitssystems dramatisch an. Die WHO schätzt, dass ein Viertel aller gemeldeten Verletzungen lebensverändernd sind und eine Rehabilitation erfordern, darunter 3.000 bis 4.000 Amputationen von Gliedmaßen. Das einzige Zentrum für die Rekonstruktion und Rehabilitation von Gliedmaßen in Gaza ist seit Dezember 2023 nicht mehr in Betrieb, und es gibt in Gaza keine stationären Rehabilitations- und Prothesendienste. 

Der Zugang zum Norden, wo Hunderttausende auf Hilfe angewiesen sind, ist weiterhin stark eingeschränkt. Zunehmend unvorhersehbare und restriktive Zeitfenster für humanitäre Transporte durch die beiden Checkpoints zwischen dem Süden und dem Norden des Gazastreifens führen zu erheblichen Verzögerungen und schränken die Zeit ein, die den humanitären Teams für ihre Aktivitäten im Norden zur Verfügung steht. Hilfslieferungen in den Gazastreifen sind im Allgemeinen nach wie vor völlig unzureichend und die Situation, die sich nach der Schließung des Grenzübergangs Rafah am 7. Mai dramatisch verschlechtert hat, spitzt sich weiter zu.

Den Menschen in Gaza fehlt es an allem: kein Dach über dem Kopf, kaum Zugang zu sauberem Wasser, zu wenig zu essen und die ständige Angst vor weiteren Luftangriffen. Von einer normalen Schulbildung träumt dort längst kein Kind mehr. Tausende Kinder sind zu Waisen geworden, haben ihre einzigen Bezugspersonen verloren. In Israel müssen Familien und Kinder wieder in Luftschutzkellern übernachten, die Angst ist auch dort allgegenwärtig, die Sorge um die Geiseln und weitere Angriffe ungebrochen. 

Auch die Lage im Westjordanland und im Libanon hat sich dramatisch verschlechtert, und die Angriffe in Syrien und im Jemen fügen der Zivilbevölkerung weiterhin leid zu und lassen einen größeren regionalen Konflikt mit noch verheerenderen humanitären Folgen befürchten. 

Rotkreuz- und Rothalbmond Aktivitäten 

Im Feldspital des IKRK in Rafah, das vom ÖRK mit einer Wasseraufbereitungsanlage unterstützt wird, wurden vom 9. Mai bis 28. September 2024: 

  • 30.000 Behandlungen durchgeführt 

  • 1.400 Operationen abgehalten 

  • 876 Einweisungen/ Aufnahmen ins Krankenhaus, davon 170 Geburten 

  • 2.391 Personen wurden in psychosozialer Betreuung geschult oder erhielten psychosoziale Unterstützung. 

Gleichzeitig ist der Palästinensische Rote Halbmond (PRCS) unter lebensbedrohlichen Bedingungen im Einsatz, und konnte innerhalb des letzten Jahres u.a. die nachstehenden Aktivitäten umsetzen: 

  • Mehr als 92.000 Menschen durch den Rettungsdienst notfallmedizinisch versorgt 

  • Verwaltung von 17 Flüchtlingscamps 

HILFE DES ÖRK:

Seit Oktober 2023 konnte das ÖRK mit Beiträgen aus dem Auslandskatastrophenfonds und der Austrian Development Agency sowohl den IFRC Regional Appeal (Ägypten, Jordanien, Libanon, Syrien) als auch das IKRK in Israel und den besetzten Gebieten mit insgesamt 12,5 Millionen Euro unterstützen. 

Außerdem haben wir durch Personalentsendungen in den Bereichen WASH und IM Unterstützung für die erfolgreiche Umsetzung der Aktivitäten vor Ort geleistet. 

Wir setzen uns weiterhin auf allen Ebenen und gegenüber relevanten Akteuren in Österreich dafür ein, dass diese ihre Möglichkeiten nutzen, um die Einhaltung des humanitären Völkerrechts von allen Konfliktparteien einzufordern.