Rotes Kreuz NO setzt mit Fiaccolata ein Zeichen der Menschlichkeit
Rund 500 Rotkreuz-Mitarbeiter:innen – vielfach mit ihren Familien – sind am 8. Mai 2026 nach Tulln gekommen, um ein klares Zeichen der Menschlichkeit zu setzen. Mit einem Fackelzug, der vor der Landesverbandszentrale des Roten Kreuzes Niederösterreich startete und quer durch Tulln führte, will die Rotkreuz-Bewegung aufzeigen, wie wichtig Zusammenhalt, Neutralität und Unparteilichkeit gerade in herausfordernden Zeiten ist.
„Wir haben erstmals in Niederösterreich zu einem Fackelzug aufgerufen. Dieser Fackelzug ist als Start gedacht und soll in den nächsten Jahren immer wieder an anderen Rotkreuz-Bezirksstellen Niederösterreichs umgesetzt werden“, betont Präsident Hans Ebner, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Der 8. Mai ist der Geburtstag unseres Gründers Henry Dunant und wird deshalb weltweit als Weltrotkreuztag gefeiert. Ein Tag, an dem es gilt an die Grundidee zu erinnern und ein starkes Zeichen zu setzen. Denn unsere Kernaufgabe ist es, Menschen in Not zu helfen und dafür stehen wir, in Niederösterreich, in Europa, in 191 Staaten weltweit.“
Die sogenannte Fiaccolata hat in Italien bereits große Tradition. Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ruft seit 1992 alljährlich tausende Mitglieder aus aller Welt rund um den 24. Juni zu einem Marsch von Solferino nach Castiglione delle Stiviere auf, um der Ursprünge der Bewegung zu gedenken. Das Licht der Hoffnung und Menschlichkeit soll dabei an die Kraft des Zusammenhalts – an die Kraft der Menschlichkeit – erinnern. Um dieses Zeichen auch in Niederösterreich zu setzen, wurde nun der 8. Mai festgelegt.
„Der Weltrotkreuztag erinnert uns nicht nur an die Ursprünge unserer Bewegung, sondern auch daran, wie wichtig unsere Grundsätze heute sind. Besonders drei der sieben Grundsätze – Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Neutralität – bilden das Fundament unserer täglichen Arbeit – in Niederösterreich und weltweit“, sagt Ebner.
Die Wurzeln der Rotkreuz-Bewegung reichen zurück ins Jahr 1859: Nach der Schlacht von Solferino fand Henry Dunant tausende Verwundete, Sterbende und Tote vor – ohne jegliche Versorgung. Er organisierte spontan mit Freiwilligen aus der Umgebung Hilfe für die Betroffenen. Dieses Erlebnis prägte seine Vision: In allen Ländern sollten Organisationen entstehen, die Verwundeten unabhängig von Herkunft oder Zugehörigkeit helfen.
Diese Idee führte zur Gründung des Internationales Komitee vom Roten Kreuz, das aus der Genfer Gemeinnützigen Gesellschaft hervorging und seit 1876 unter seinem heutigen Namen weltweit tätig ist, die sieben Grundsätze – Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität wurden übrigens von der Internationalen Rotkreuzkonferenz 1965 in Wien proklamiert – und gelten bis heute für alle Rotkreuz- und Rothalbmond-Organisationen weltweit gleichermaßen.
Der Fackelzug in Tulln soll somit nicht nur an die Ursprünge der Bewegung erinnern, sondern auch die Bedeutung der Grundsätze in der heutigen Zeit hervorheben. Ein sichtbares Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit.