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15 Jahre Sozialbegleitung: Menschlichkeit, die ankommt

Steigende Energie- und Spritpreise wie auch Erhöhungen bei den Kosten für Lebensmittel bedeuten für viele Menschen massive Herausforderungen. Das Rote Kreuz Niederösterreich steht seit mittlerweile 15 Jahren mit seiner Sozialbegleitung jenen zur Seite, die Unterstützung am dringendsten benötigen – verlässlich, niederschwellig und menschlich. Die Sozialbegleitung ist dabei ein wichtiger Teil der Armutsbekämpfung, der sich das Rote Kreuz Niederösterreich mit Angeboten wie der Team Österreich Tafel, der Spontanhilfe aber auch den Henry Läden verschrieben hat.

In Niederösterreich leben rund 1,7 Millionen Menschen, 12 Prozent davon sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Besonders betroffen sind ältere Menschen, alleinerziehende Frauen sowie Familien mit mehr als drei Kindern. „Armut ist ein Thema, das viel zu selten öffentlich diskutiert wird. Deshalb braucht es mehr Menschen, die sich solidarisch und engagiert einsetzen und das Thema nach außen tragen“, erklärt Präsident Hans Ebner, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Seit nunmehr 15 Jahren steht die Sozialbegleitung für gelebte Menschlichkeit, Solidarität und konkrete Hilfe im Alltag. Was als ergänzendes Angebot begann, ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Versorgung in Niederösterreich.“

Mit dem Thema Sozialbegleitung startete das Rote Kreuz Niederösterreich im Jahr 2011 mit der Ausbildung von insgesamt 17 freiwilligen Mitarbeiter:innen, die bereits im ersten Jahr 33 Klient:innen betreuten. Seither wurden jährlich zwei Ausbildungslehrgänge angeboten. Mit Stand Februar 2026 engagieren sich 89 Sozialbegleiter:innen haupt- und ehrenamtlich in diesem Bereich.

Allein im Jahr 2025 wurden 481 Haushalte mit insgesamt 1.149 Personen unterstützt, darunter 353 Kinder unter 15 Jahren. „Besonders im Fokus stehen vulnerable Gruppen: Rund 26 Prozent der betreuten Haushalte sind alleinerziehende Menschen, knapp neun Prozent sind Mehrkind-Familien“, betont Hannes Buxbaum, Landesdirektor Gesundheits- und Soziale Dienste, Rotes Kreuz Niederösterreich. „Auch alleinlebende ältere Menschen – vor allem Frauen – zählen zu den besonders armutsgefährdeten Personen.“ 

 

Individuelle Hilfe in herausfordernden Lebenslagen

Armut kann jeden treffen und das meist unmittelbar und unvorhergesehen. Viele können diese plötzlichen Situationen nicht bewältigen und rutschen immer tiefer in die Armut. „Leider passieren diese Dinge oftmals hinter verschlossenen Türen, weil sich die Betroffenen für ihre Situation schämen“, meint Buxbaum. „Wie soll man also jemandem helfen, der scheinbar keine Hilfe braucht? Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, aufmerksamer zu werden und diesem Thema mehr Achtsamkeit und Solidarität zu schenken.“ Genau hier setzt die Sozialbegleitung an. Sie richtet sich an Menschen in schwierigen Lebenssituationen – etwa nach schweren Erkrankungen, bei sozialen Krisen oder bei drohender Isolation. Die Rotkreuz-Mitarbeiter:innen haben hier eine „Drehscheibenfunktion“ und zeigen vor allem eigene und fremde Hilfsangebote auf bzw. bieten Hilfe zur Selbsthilfe.

 

Starkes Netzwerk gegen Armut

Ein wichtiger Bestandteil der Unterstützung ist die enge Vernetzung mit bestehenden Angeboten. So wird Sozialbegleitung vielerorts im Rahmen Ausgabestellen der Team Österreich Tafel – einer Initiative von Rotem Kreuz und Hitradio Ö3 – angeboten. Insgesamt 35 Ausgabestellen der Team Österreich Tafel sowie drei SozialLäden in Niederösterreich helfen Menschen durch Entlastung des Haushaltsbudgets, die sich „das Leben“ nicht mehr leisten können. Einen weiteren Eckpfeiler der Armutsbekämpfung im Roten Kreuz Niederösterreich stellt die finanzielle Unterstützung der individuellen Spontanhilfe dar, die nicht selten die einzige Möglichkeit ist, beispielsweise die Heizkosten zu bezahlen.

Darüber hinaus tragen auch die Henry Läden – die Second-Hand-Boutiquen des Roten Kreuzes – zur Unterstützung bei. Hier kann jedermann einkaufen gehen und das eine oder andere Schnäppchen ergattern. „Der Reingewinn aus diesen Läden kommt wiederum jenen Menschen zugute, die Unterstützung benötigen“, erzählt Buxbaum. „Übrigens kann jeder helfen, um im Kampf gegen Armut zu unterstützen: selbst aktiv werden und auf den Nachbarn achten oder aktiv im Roten Kreuz mitarbeiten – es gibt viele Gelegenheiten, etwas zu tun. Aber auch entsprechende finanzielle Unterstützung an das Rote Kreuz NÖ oder Kleiderspenden an unsere Henry Läden helfen uns bei unserer Tätigkeit.  Durch Zusammenhalt kann eben vieles bewegt werden. Danke an alle, die hier bereits tolle Arbeit leisten.“

Wichtig ist, dass das Solidaritäts-Netzwerk innerhalb der Gemeinden verdichtet und ausgebaut wird. Armut beginnt bereits im Kindesalter  beispielsweise durch mangelnde Lernunterstützung in der Schule, dies führt dadurch zu schlechtbezahlten Arbeitsplätzen, zu einer höheren Armutsgefährdung und damit zu einem schlechteren Gesundheitszustand. Das wiederum beeinflusst die Höhe der Pensionen und den Pflegebedarf. Der Bogen spannt sich also von der Geburt bis hin zum Begräbnis und Armut vererbt sich weiter – die Armutsspirale ist schwer zu durchbrechen. Solidarität und Hinschauen ist also in allen Altersgruppen dringend erforderlich.

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Porträt von Christa Gruber

Christa Gruber

Fachbereichsleiterin Gesundheits- und Soziale Dienste

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