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Rotes Kreuz: Innovation in digitaler Notfallmedizin

Erste Telenotarzt-Ausbildung in Österreich abgeschlossen

Gruppenfoto aller Mitglieder der ersten Telenotarztausbildung.
Erste Telenotarzt-Ausbildung in Österreich abgeschlossen

Zum ersten Mal in Österreich führte das Rote Kreuz Niederösterreich im Jänner in Abstimmung mit der Ärztekammer eine Basisausbildung für Telenotärzt:innen durch. „Dabei war uns besonders wichtig, diese Schulung gleich bundesland- und organisationsübergreifend anzubieten“, erklärt Dr. Berndt Schreiner, Chefarzt und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Rotes Kreuz Niederösterreich. Insgesamt nutzten 27 Notärzt:innen von Rotem Kreuz und dem Samariterbund aus NÖ, vom Roten Kreuz Burgenland, Salzburg und Kärnten die Möglichkeit, dieses Kursangebot zu absolvieren.

„Ich finde es toll, dass sich die Kolleg:innen hier einmal Face-to-Face treffen und gerade in Bezug auf das Thema Telenotarztsystem gemeinsam mit den Sanitäter:innen üben können, was draußen tagtäglich stattfindet“, sagt Dr. Karoline Tauchmann, stellvertretende Kurienobfrau in der Ärztinnen- und Ärztekammer für NÖ. „Das erweiterte Spektrum des Telenotarztes bzw. der Telenotärztin ist aus unserer Sicht eine wichtige Ergänzung zu den Notärzt:innen. Was wir als Standesvertretung den Kolleg:innen, die als Telenotarzt bzw. Telenotärztin arbeiten wollen, zusätzlichen anbieten, sind Informationen zu vertraglichen und haftungsrechtlichen Themen. Sie können sich jederzeit mit uns in Verbindung setzen und unsere Expertise nutzen.“

Dr. Florian Hoffer, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Samariterbund NÖ und Leiter Referat für Notfall- und Rettungsdienste, Katastrophenmedizin und Bereitschaftsdienst (Ärztinnen- und Ärztekammer für NÖ) ergänzt: „Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass das Telenotarztsystem in vielen Bereichen Unterstützung anbietet, in denen der (Not)Ärztemangel bemerkbar wird. Der nächste logische Schritt war es, eine entsprechende Schulung auf Seiten der künftigen Telenotärzt:innen zu implementieren. Das wurde nun erstmals umgesetzt – und ich kann nur sagen, die Stimmung bei den Teilnehmer:innen war wirklich ausgezeichnet.“

„Wir freuen uns, dass der Kurs so erfolgreich abgehalten werden konnte“, meint Schreiner. „Dieses Mal war uns wichtig, sowohl bereits aktive Telenotärzt:innen als auch künftige Kolleg:innen mit der Schulung abzuholen. In Zukunft soll der Kurs für all jene Notärzt:innen angeboten werden, die im Telenotarztsystem aktiv werden wollen.  So ein Kursformat hat es tatsächlich noch nie in Österreich gegeben – daher haben wir uns bei den Inhalten und Modulen stark an das Ausbildungsangebot für Telenotärzt:innen der Deutschen Bundesärztekammer angelehnt.“

Der Kurs startete mit zwei online-Modulen und wurde dann Mitte Jänner durch einen Kurstag in der Landesverbandszentrale des Roten Kreuzes Niederösterreich in Tulln finalisiert. Die Inhalte reichten von der Entwicklung des Telenotarztsystems in Österreich über das Einsatzspektrum bis hin zu Fragen zu Datenschutz, rechtlichen Grundlagen und Kommunikation. Im Kurs vor Ort wurde dann vor allem in praktischen Übungen in Kleingruppen gearbeitet, um die Systeme testen und Fälle aktiv bearbeiten zu können.

 

Telenotarztsystem in der Praxis

 

Mit dem Telenotarzt-Projekt hat das Rote Kreuz Niederösterreich eine zusätzliche wichtige Säule der präklinischen Versorgung initialisiert. Mittlerweile kommt das System aus NÖ zudem bereits im Burgenland, Kärnten, Vorarlberg, Oberösterreich und Salzburg zum Einsatz. Ziel ist es, dass das nichtärztliche Rettungsdienstpersonal am Einsatzort jederzeit in Echtzeit den Telenotarzt bzw. die Telenotärztin in den laufenden Versorgungsprozess der Patient:innen einbinden kann.

Hinzugezogen werden die Telenotärzt:innen vor allem dann, wenn es etwa um die Beratung und Unterstützung der Sanitäter:innen bei nicht kritischen Patient:innen geht. Aber auch, wenn sich der Zustand von Patient:innen plötzlich verschlechtert, kann dieses System das Intervall bis zum Eintreffen des nachgeforderten Notarztes oder der Notärztin verkürzen. Das Hauptgewicht bei den Einsätzen liegt aktuell in der EKG-Beurteilung, außerdem wurden bereits auch mehrere Einsätze durch Telenotärzt:innen betreut und begleitet, während ein:e Patient:in ins Krankenhaus gebracht wurde.

Wesentlicher Vorteil des Systems ist, dass die Telenotärzt:innen örtlich ungebunden sind – dank der verwendeten Technik ist es nicht notwendig, einen zentralen Arbeitsplatz einzurichten, die Diensthabenden können sich von jedem Ort mit einer guten Internetverbindung mit ihrem Laptop mit dem System verbinden und sofort online gehen, wenn Unterstützung angefragt wird. Jeder Telenotarzt und jede Telenotärztin kann sich damit in das System einloggen, wo er oder sie sich gerade befindet.

Tulln, 26. Jänner 2026

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