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Peter half bei Tobias Geburt: 21 Jahre später fahren sie gemeinsam Einsätze

2 Sanitäter mit der Familie des im Rettungswagen geborenen Babys
2 Sanitäter im Rettungsauto, die sich bereits vor 21 Jahren kennengelernt haben

Vor genau 21 Jahren, am 2. November 2005, wurden die Rotkreuz-Sanitäter Peter Trötzmüller und Norbert Wurzer bei einem Rettungseinsatz zu Geburtshelfern – denn: der kleine Tobias hatte es eilig und wollte offenbar bereits damals ein Rettungsfahrzeug von Innen kennenlernen: Kurz nach Mitternacht kam Tobias in der Rettungsgarage des Landesklinikums Amstetten noch im Rettungswagen zur Welt. Heute sind alle drei ehrenamtlich beim Roten Kreuz Pöggstall engagiert – und Peter und Tobias stehen nun als Kollegen Seite an Seite im Einsatz.

Die beiden Rotkreuz-Sanitäter Peter Trötzmüller und Norbert Wurzer wurden in der Nacht auf den 2. November 2005 zu einer werdenden Mutter alarmiert. Schon bei der Ortseinfahrt nach Amstetten erkannte Peter, dass ein Teil des Kopfes des Babys sichtbar war. Die beiden Sanitäter mussten rasch entscheiden. Ein Notarzt hätte etwa gleich lange gebraucht wie die Weiterfahrt ins Landesklinikum Amstetten. Sie verständigten daher das Krankenhaus vorab und fuhren weiter. In der Rettungsgarage des Klinikums wollte Tobias nicht länger warten: Gegen 00:45 Uhr kam er noch im Rettungswagen zur Welt.

Vom Zivildiener zum Ehrenamtlichen

Offenbar hatte Tobias damit noch nicht genug vom Einsatzleben: Am 1. Oktober 2025 begann er seinen Zivildienst beim Roten Kreuz in Pöggstall. „Die Arbeit im Rettungsdienst und der Zusammenhalt im Team an der Bezirksstelle hat mir total gefallen – und deshalb habe ich mich entschieden, als ehrenamtlicher Mitarbeiter über den Zivildienst hinaus zu bleiben“, erzählt Tobias Mayrhofer, Rotes Kreuz Pöggstall.

Dass er an einem ganz besonderen Einsatz sozusagen „beteiligt“ war, wusste Tobias schon lange. Er und Peter wohnen beide im Yspertal und kannten die Geschichte seit vielen Jahren, lange bevor sie Kollegen wurden. „Heute machen wir gemeinsam Dienst und das ist schon etwas ganz Besonderes“, meinen die beiden begeistert. „Das hat sich dann eigentlich schnell ergeben, denn wir kannten uns ja schon davor und so haben wir einmal beschlossen: Da können wir doch auch gemeinsam Dienst machen. Und dabei ist es auch geblieben und gemeinsam stemmen wir so manche Herausforderung.“

Peter Trötzmüller selbst ist bereits seit Februar 1997 Teil der Rotkreuz-Familie in Pöggstall. „Ich bin im Rahmen einer Sammelaktion mit dem damaligen Ortsstellenleiter ins Gespräch gekommen. Und da ich selbst gerade erst ins Yspertal gezogen bin, habe ich die Gelegenheit genutzt, mich in meiner neuen Heimat einzubringen und startete mit der Ausbildung zum Rettungssanitäter. Die Geburt von Tobias war definitiv eines der ganz besonderen Highlights bei meinen Diensten – sowas vergisst man nicht, wenn man auf einmal ein neues Leben in Händen halten darf.“ Seit 2000 ist er zudem Funktionär an der Ortsstelle Yspertal: zuerst als Kassier, von 2015 bis 2020 als Ortsstellenleiter. Neben dem Rettungsdienst engagiert er sich an der Bezirksstelle auch als LernLesepate.

Für das Rote Kreuz Pöggstall ist die Geschichte ein schönes Beispiel dafür, wie prägend Begegnungen im Rettungsdienst sein können. Sie zeigt auch, wie viel Herzblut im Ehrenamt steckt – über Generationen hinweg.

Tulln, 2. November 2026

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