Wenn jeder Handgriff zählt: Rasche Rettungskette rettet Niederösterreicher das Leben
Ehefrau, Nachbar, Notruf Niederösterreich, Rotkreuz-First Responder und Rettungsdienst sowie ÖAMTC Flugrettung arbeiten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand Hand in Hand. Der damalige Patient Stjepan Blazevic aus Raasdorf in NÖ ist heute wieder wohlauf und bedankte sich bei „seinen“ Lebensretter:innen bei einem Besuch an der Rotkreuz-Bezirksstelle Marchfeld.
„Dieser Einsatz zeigt, wie entscheidend jeder einzelne Teil der Rettungskette ist. Ohne das sofortige Handeln der Ehefrau wären die ersten, überlebenswichtigen Minuten ungenützt verstrichen“, betont Chefarzt und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Berndt Schreiner, Rotes Kreuz NÖ. „Das schnelle Eintreffen des fachlich gut ausgebildeten First Responder und die erweiterten Kompetenzen unserer Notfallsanitäter:innen, haben hier ebenfalls einen wesentlichen Beitrag geleistet. Die gesamte Rettungskette von den schnell eingeleiteten Maßnahmen, der telefonischen Anleitung durch Notruf Niederösterreich, der Übernahme durch den Rettungsdienst und die enge Zusammenarbeit mit der Flugrettung zeigen, was Lebensrettung bedeutet: schnelles Handeln, Kompetenz und Teamarbeit.“
„Was eigentlich passiert ist, daran kann ich mich nicht erinnern“, sagt Stjepan Blazevic. „Aber ich weiß, dass ich mein Leben diesen Menschen zu verdanken habe, die an diesem Abend für mich da waren. Dass ich heute hier sein und davon erzählen kann, ist für mich keine Selbstverständlichkeit, ich bin dafür unendlich dankbar.“
Eine funktionierende Rettungskette rettet Leben
Es war der 20. Mai, abends, als der 58jährige Stjepan Blazevic plötzlich und völlig unerwartet zusammenbrach und einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitt. Ehefrau Mirjana und Tochter Mihaela reagierten sofort: Während Mihaela Nachbar Zeljko Karlovcec zu Hilfe holte, begann Mirjana – angeleitet vom Notrufexperten von Notruf Niederösterreich – bereits mit den ersten wesentlichen Schritten, der Herzdruckmassage. Željko Karlovčec traf kurz darauf ein und setze die Reanimation umgehend fort. Genau in dieser ersten Phase kann die sofortige Reaktion und der umgehende Start mit einer Herzdruckmassage im wahrsten Sinne lebensrettend sein. Ohne sofortige Laienreanimation sinken mit jeder Minute die Überlebenschancen des Patienten. Nur wenige Minuten nach dem Notruf kam First Responder Michael Placho, Rotes Kreuz Marchfeld, an den Ort des Geschehens und übernahm nun seinerseits sofort die Reanimation.
Mit Eintreffen des Rotkreuz-Rettungsteams und kurz darauf des Team des C9 der ÖAMTC Flugrettung konnte dann dem Patienten Adrenalin gegeben werden und – dank aller Maßnahmen – der Spontankreislauf wieder hergestellt werden. Der Patient wurde von den Rettungsteams stabilisiert und umgehend durch den C9 ins Krankenhaus gebracht.
Nur wenige Wochen später erhielt First Responder Michael Placho einen Anruf – der Nachbar meldete sich mit der frohen Botschaft, dass es dem Patienten den Umständen entsprechend gut gehe und sie beide gerne das Team wiedersehen würden. Dieses Treffen konnte nun an der Rotkreuz-Bezirksstelle Marchfeld realisiert werden.
Tulln, 25. August 2026

Pressestelle
Rotes Kreuz Niederösterreich