Im September 2026 hat Stefan Kager die Geschäftsführung des Roten Kreuzes in Linz-Stadt und Linz-Land übernommen. Er startet voller Elan in die neue Aufgabe und setzt auf Kontinuität und Weiterentwicklung.
Vom „Fetznreißer“ zum Bezirksgeschäftsleiter: Was heute ungewöhnlich klingt, war für Stefan Kager 2004 einer der ersten Arbeitsschritte beim Roten Kreuz. Als Zivildiener in der Bezirksstelle Linz-Mitte wurden ausgediente Leintücher gemeinsam zu Putztüchern verarbeitet. Zwischen Garage, Werkstatt und Leintuchstapeln begann damit eine Laufbahn, die Kager durch viele Facetten des Roten Kreuzes führen sollte.
In den mehr als zwei Jahrzehnten danach sammelte Kager Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Bereichen: im Rettungs- und Krankentransport, bei Intensivtransporten, in der Verwaltung und im Finanzwesen, in sozialen Dienstleistungen sowie in Führungs- und Stabsfunktionen. Als Stabschef während der COVID-19-Pandemie erlebte er zudem, was es bedeutet, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen Orientierung zu geben und Entscheidungen zu treffen.
Diese unterschiedlichen Perspektiven prägen heute sein Verständnis von Organisation: Gute Leistungen entstehen nicht isoliert in einzelnen Bereichen. Sie entstehen dort, wo Menschen, Strukturen und unterschiedliche Kompetenzen zusammenspielen – und wo jeder seinen Beitrag zum gemeinsamen Auftrag kennt.
Nun übernimmt der 40-Jährige die Funktion des Bezirksgeschäftsleiters für Linz-Stadt und Linz-Land. Damit trägt er Verantwortung für zwei große Rotkreuz-Bezirke, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freiwilligen und die vielfältigen Leistungsbereiche der Organisation.
„Ich kenne das Rote Kreuz aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln – aus dem täglichen Dienst, aus Verwaltung und Finanzwesen, aus sozialen Leistungsbereichen und aus Führungs- und Krisensituationen. Gerade diese Vielfalt hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, das große Ganze im Blick zu behalten und gleichzeitig die Arbeit der Menschen vor Ort zu verstehen.“
Für seine neue Aufgabe setzt Kager auf Kontinuität und Weiterentwicklung. Bewährte Strukturen und Erfahrungen sollen erhalten bleiben, gleichzeitig will er Veränderungen dort vorantreiben, wo neue gesellschaftliche Anforderungen dies notwendig machen.
„Führung bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen, Orientierung zu geben und Menschen zuzutrauen, ihre Aufgabe gut zu erfüllen. Gerade in Zeiten von Veränderung braucht es Klarheit und Verlässlichkeit. Ich möchte deshalb Bewährtes bewahren, wo es trägt, und Neues ermöglichen, wo es notwendig ist.“
Dabei will Kager den Austausch mit den Menschen in den Bezirken bewusst suchen. Die Perspektiven von hauptberuflichen und freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von unterschiedlichen Leistungsbereichen und von den Menschen, für die das Rote Kreuz tätig ist, sollen in die weitere Entwicklung einfließen.
„Dass ich heute diese Verantwortung übernehmen darf, ist für mich vor allem ein Vertrauensbeweis. Ich möchte dieses Vertrauen zurückgeben, indem ich zuhöre, klare Entscheidungen treffe und gemeinsam mit unseren Teams daran arbeite, das Rote Kreuz in Linz-Stadt und Linz-Land zukunftsfit weiterzuentwickeln.“
Vom ersten Dienst in der Garage bis zur Bezirksgeschäftsleitung zieht sich für Kager dabei eine Konstante durch seinen Weg: Jede Aufgabe zählt – und Verantwortung beginnt nicht mit einer Funktion, sondern mit der Bereitschaft, seinen Beitrag zu leisten.