151 Einsätze im ersten Jahr: First Responder stärken die Notfallversorgung
Vor einem Jahr baute das Rote Kreuz in Kooperation mit FN Neuhofer im Mondseeland und der Region Attersee-Süd das First-Responder-System auf. Die Bilanz nach einem Jahr zeigt: Die First Responder sind zu einer wertvollen Ergänzung der bestehenden Notfallversorgung geworden. Bei 151 Einsätzen leisteten sie qualifizierte Hilfe genau dort, wo die ersten Minuten entscheidend sein können.
Besonders in den Sommermonaten sorgen Gäste- und Reiseverkehr im Mondseeland und in der Region Attersee-Süd für ein deutlich höheres Einsatzaufkommen im Rettungsdienst und verlängerte Anfahrtszeiten der Rettungsmittel. Gerade bei zeitkritischen Notfällen entscheiden die ersten Minuten wesentlich über den weiteren Verlauf. Umso wichtiger ist es, dass qualifizierte Hilfe möglichst rasch vor Ort eintrifft.
First Responder sind aktive Rettungs- oder Notfallsanitäter:innen. Sie werden außerhalb ihres regulären Rettungsdienstes durch die Rettungsleitstelle Salzkammergut alarmiert, wenn sich ein Notfall in ihrer Umgebung ereignet. „First Responder sind erfahrene, besonnene Kolleg:innen, die wir entsprechend ihrer speziellen Fähigkeiten einsetzen und stärken“, berichtet Gerald Schuster, Bezirksrettungskommandant des Roten Kreuzes in Vöcklabruck.
Die First Responder sind mit einem Einsatzrucksack und einem Defibrillator ausgestattet und leisten qualifizierte medizinische Hilfe bis zum Eintreffen der im Dienst befindlichen Rettungsmittel. „Wir kommen als First Responder abrupt in Situationen, die nicht alltäglich sind“, erzählt Schuster, der selbst als First Responder tätig ist. „Der Alarm kann uns im Tiefschlaf, bei einer Familienfeier oder am Arbeitsplatz erreichen. Dann müssen wir unsere nächsten Schritte hochkonzentriert koordinieren und unsere Kompetenzen spontan abrufen. Ähnlich einem Spitzensportler verlangt uns das viel ab.“
Aktuell engagieren sich 19 Menschen aus der Region als First Responder. Dazu gehören auch Jakob und Daniel Widlroither aus Innerschwand. Die beiden Brüder waren auch schon gemeinsam bei Einsätzen vor Ort. Bei einem Motorcross-Unfall mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma waren sie als First Responder der Beginn einer perfekten Rettungskette. „Wir konnten sofort mit lebensrettendenden Maßnahmen beginnen und wichtige Vorarbeit für die nachfolgenden Rettungsmittel leisten“, erzählt der 32-jährige Daniel Widlroither.
Dass es dem Verunfallten heute wieder gut geht, motiviert die Brüder in ihrem Engagement. „Ich möchte Menschen helfen, wenn sie in schwierigen Situationen Unterstützung brauchen“, erzählt der 22-jährige Jakob Widlroither. Die Erfahrungen aus dem ersten Jahr zeigen ihnen, dass es dabei nicht nur um sanitätsdienstliche Maßnahmen geht: „Neben der Versorgung merkt man auch, wie sehr es Angehörige erleichtert, sobald wir vor Ort sind“, berichtet Jakob weiter. „Es ist schön zu erleben, dass wir mit unserem Wissen, unserer Erfahrung und unserer Ruhe viel bewirken können.“
Ermöglicht wurde der Aufbau des Systems durch die Unterstützung von FN Neuhofer. „Jede:r von uns kann in eine Situation geraten, in der jede Minute zählt. Deshalb unterstützen wir dieses Projekt mit voller Überzeugung“, sagt Franz Neuhofer, Geschäftsführer und Eigentümer von FN Neuhofer. „Das Projekt stärkt nicht nur die Sicherheit in unserer Gesellschaft, sondern auch das Bewusstsein, füreinander einzustehen. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz schaffen wir einen nachhaltigen Mehrwert für die Menschen in unserer Region.“
Nach einem Jahr zeigt sich: Das First-Responder-System ergänzt die bestehenden Rettungsstrukturen dort, wo es besonders darauf ankommt – in den ersten Minuten eines Notfalls. Möglich wird das durch die Bereitschaft von Menschen aus der Region, Verantwortung zu übernehmen und für andere da zu sein.

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