Der Schmetterlingseffekt
Zum Internationalen Tag der Freundschaft treffen wir Jasmin Brunner und Dominik Pürstinger. Die beiden Freiwilligen von der Ortsstelle Seewalchen verbindet nicht nur der Rettungsdienst, sondern auch eine fast 10-jährige Freundschaft.
Kennengelernt haben sich die beiden in der Oberstufe. Dass sie einmal gemeinsam im Rettungsdienst landen würden, war damals genauso wenig absehbar wie ihre späteren Berufswege. 2020 gingen beide zum Roten Kreuz: Jasmin, weil sie schon lange zur Rettung wollte, Dominik folgte spontan. Bald schon waren drei oder vier gemeinsame Dienste pro Woche keine Seltenheit.
Weil die beiden fast immer gemeinsam unterwegs waren, wurden sie schnell nur noch die „Brunnlingers“ genannt. Immer wieder mussten sie erklären, dass sie kein Paar sind. „Wir sind fast wie Geschwister“, sagen sie. Darum ist es auch selbstverständlich, dass Jasmin zur Tante wurde, als Dominik vor kurzem sein erstes Kind bekam.
Im Einsatz brauchen sie oft nur wenige Worte. Nicht, weil sie immer derselben Meinung wären – im Gegenteil. Beide beschreiben ihre Denkweise als unterschiedlich. Gerade deshalb diskutieren sie viel, hinterfragen einander und kommen meist zu einer gemeinsamen Entscheidung. Auch außerhalb des Dienstes setzt sich das fort: Medizinische Fragestellungen werden genauso besprochen, wie alles andere, was das Leben gerade mit sich bringt. „Eigentlich haben wir nur einmal gestritten“, erzählen beide und lachen. „Da ging es ums Essen.“
Heute sehen sie sich seltener. Jasmin arbeitet als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin in Vöcklabruck, Dominik studiert Medizin in Linz und lebt mittlerweile im Bezirk Perg. An ihrer Freundschaft habe das nichts geändert. „Wenn wir uns treffen, ist es, als wäre keine Zeit vergangen.“
Von ihrer intensiven Zeit miteinander an der Ortsstelle sind nicht nur Erinnerungen an Einsätze geblieben. Wenn zwischen Alarmierungen Zeit war, gehörten eine Tasse Kaffee und das gemeinsame Rätseln um die Wette zum Alltag.
Rückblickend sehen beide einen Zusammenhang, den sie damals nicht erkennen konnten. Ohne das Rote Kreuz hätte Jasmin vermutlich nie die Pflege für sich entdeckt, Dominik nie den Weg ins Medizinstudium eingeschlagen. Auch ihre Verbindung wäre ohne das gemeinsame Engagement nicht so stark geworden. Aus einem spontanen Besuch bei einem Informationsabend entwickelte sich weit mehr als eine freiwillige Tätigkeit. „Ein ziemlicher Schmetterlingseffekt“, sagt Jasmin.

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