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LATEBRA 26: Rettungseinsatz im Dunkeln des Reinberg-Bunkers

Ein eingestürzter Bunker, vermisste Personen, kein Empfang – und 150 Einsatzkräfte, die das Chaos geordnet meistern müssen. Was klingt wie ein Albtraum, war eine der größten Katastrophenschutz-Übungen des Jahres im Bezirk Wels.

Tief im Stollennetz des Reinberg-Bunkers in Thalheim bei Wels herrschte am 30. August 2026 angespannte Stille – unterbrochen nur vom Knirschen von Trümmern und dem konzentrierten Arbeiten der Einsatzkräfte. „LATEBRA 26", benannt nach dem Lateinischen für Versteck und Schlupfwinkel, war mehr als eine Übung: Es war ein realistischer Härtetest für eines der komplexesten Szenarien im Katastrophenschutz.

Das fiktive Szenario hatte es in sich. Während einer historischen Führung im weitverzweigten Stollennetz kommt es zu einem teilweisen Bunkereinsturz. Der reguläre Ausgang ist blockiert, Mobilfunk unter Tag inexistent. Mehrere Personen gelten als vermisst, einige schwer verletzt – eindrucksvoll dargestellt von Statisten der Realistischen Unfalldarstellung (RUD) sowie der Ortsstelle Krengbach. Gleichzeitig fordert eine große Gruppe verzweifelter Angehöriger vor der Welser Stadthalle die Betreuungskräfte auf der Oberfläche.

Rund 150 Rot-Kreuz-Einsatzkräfte, Partnerorganisationen und Statisten stellten sich dieser doppelten Herausforderung – und zeigten, was organisationsübergreifende Zusammenarbeit wirklich bedeutet.

Die Suchhundestaffel lokalisierte gemeinsam mit der Feuerwehr Thalheim die Vermissten in den verwinkelten Gängen des Bunkers und übernahm die technische Befreiung aus dem Gefahrenbereich. Die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) Grieskirchen sicherte als Betroffeneninformationszentrum (BIZ) den Informationsfluss und koordinierte die Betreuung der Angehörigen. An der Einsatzschnittstelle vor dem Bunker richteten die SEG Wels und die SEW-Mannschaften eine Sanitätshilfsstelle ein, an der Verletzte gesichtet, erstversorgt und für den Abtransport vorbereitet wurden. Das Kriseninterventionsteam (KI) kümmerte sich professionell um die psychosoziale Betreuung – und die Feldküche sorgte nach getaner Arbeit für die verdiente Verpflegung aller Beteiligten.

Besonders herausfordernd: die extremen Bedingungen unter Tag. Kälte, Dunkelheit und beengte Verhältnisse verlangten allen Einsatzkräften höchste Konzentration und physische Belastbarkeit ab. Umso beeindruckender, dass der KHD – Katastrophenhilfsdienst des Roten Kreuzes Wels – diese Bedingungen nicht nur gemeistert, sondern aktiv mitgestaltet hat. Als tragende Säule solcher Großübungen bringt der KHD Führungskompetenz, Schnittstellenarbeit und einsatztaktisches Know-how ein, das im Ernstfall Leben rettet.

Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Uhr, sondern die Qualität: Führungsprozesse festigen, Abläufe schulen, Erkenntnisse gewinnen. Genau das ist die Stärke des KHD – immer bereit, wenn andere an Grenzen stoßen.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen 150 Teilnehmenden, den unterstützenden Ortsstellen und Partnerorganisationen für ihren vorbildlichen und kameradschaftlichen Einsatz!