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06.02.2026: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Am 6. Februar wird weltweit der Internationale Tag gegen FGM/C (Female Genital Mutilation oder Cutting, auf Deutsch: weibliche Genitalverstümmelung oder Beschneidung) begangen. Dieser Tag macht auf eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung aufmerksam, die Millionen von Frauen und Mädchen betrifft – auch in Österreich.

Unter FGM/C versteht man „die teilweise oder totale Entfernung oder sonstige Verletzung der inneren und/oder äußeren weiblichen Geschlechtsorgane aus nicht-medizinischen Gründen“ (WHO, 2008).

Es handelt sich dabei um eine Form geschlechterspezifischer Gewalt mit gravierenden körperlichen, psychischen und sozialen Folgen für die Betroffenen.

Der Internationale Aktionstag bietet Anlass, über häufige Mythen und Missverständnisse rund um FGM/C aufzuklären und auf bestehende Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen:

Fakt

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass FGM/C in Österreich nicht vorkomme. Tatsächlich sind hierzulande rund 11.000 Frauen und Mädchen betroffen, in der Steiermark leben über 1.000 Betroffene, und mehr als 200 Mädchen gelten als potenziell gefährdet. FGM/C ist kein regional begrenztes Phänomen, sondern kommt auf allen Kontinenten vor.

Fakt

Ein weiterer Mythos besagt, dass FGM/C ausschließlich von Menschen mit niedrigem Bildungsniveau praktiziert werde. Fakt ist jedoch: Die Praxis findet sich in allen kulturellen und sozioökonomischen Gruppen. Bildung allein schützt nicht davor – entscheidend sind tief verankerte soziale Normen, gesellschaftlicher Druck und tradierte Vorstellungen.

Fakt

FGM/C wird in keiner religiösen Schrift vorgeschrieben oder gefordert. Es handelt sich um eine kulturelle Praxis, die oft fälschlicherweise religiös begründet wird. FGM/C kommt in Gemeinschaften verschiedener Religionen vor – unter Musliminnen, Christinnen, Anhänger*innen traditioneller Religionen sowie religionsübergreifend. Dies zeigt deutlich, dass FGM/C keine religiöse, sondern eine kulturell und sozial begründete Praxis ist. Die Erklärungsansätze reichen von ökonomischen, medizinischen und sexuellen Vorstellungen bis hin zu Konzepten von Reinheit und sozialer Zugehörigkeit – Religion dient dabei häufig lediglich als Rechtfertigung.

Unser Einsatz gegen FGM/C

Das Rote Kreuz Steiermark setzt sich mit großem Engagement gegen geschlechterspezifische Gewalt ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beratung, Begleitung und Aufklärung von Frauen und Mädchen, die von FGM/C betroffen oder gefährdet sind.

Neben der direkten Unterstützung bieten wir auch Berufsgruppenschulungen für Fachkräfte und Fachkräfte in Ausbildung an, um Wissen zu vermitteln, Handlungssicherheit zu stärken und nachhaltige Präventionsstrukturen in der Steiermark aufzubauen.

 

FGM/C Koordinationsstelle