Tausende Rettungseinsätze, großes ehrenamtliches Engagement, steigender Frauenanteil und positive Zukunftsperspektiven für das Rote Kreuz im Außerfern.
Reutte, 29. Oktober 2026. Rund 579.000 gefahrene Kilometer, tausende Rettungseinsätze und zehntausende ehrenamtlich geleistete Stunden: Die Leistungsbilanz des Roten Kreuzes Reutte für das Jahr 2025 kann sich sehen lassen. Bei der 98. ordentlichen Jahreshauptversammlung am 29. Oktober 2026 blickte die Bezirksstelle jedoch nicht nur auf beeindruckende Zahlen zurück, sondern stellte auch die Menschen hinter diesen Leistungen und die zukünftige Entwicklung in den Mittelpunkt.
Bezirksstellenleiter Stefan Scheucher eröffnete die Versammlung und begrüßte die anwesenden Mitglieder und Ehrengäste. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder bot ein Jahresrückblick mit Bildern und Leistungszahlen einen Einblick in die vielfältige Arbeit des Roten Kreuzes im Außerfern.
Rettungsdienst: Rund um die Uhr im Einsatz
Der Rettungsdienst bildet eine der zentralen Säulen des Roten Kreuzes im Bezirk Reutte. An den Dienststellen Reutte, Ehrwald, Tannheim und Elbigenalp sowie am Notarztstützpunkt beim Bezirkskrankenhaus Reutte sorgen hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr für die Versorgung der Bevölkerung.
Im Jahr 2025 wurden rund 7.700 Notfallrettungen und 5.225 Krankentransporte durchgeführt. Insgesamt wurden rund 13.346 Fahrzeugereignisse verzeichnet. Die Fahrzeuge der Bezirksstelle legten dabei rund 579.000 Kilometer zurück.
Eine unverzichtbare Stütze bildet das Ehrenamt, dessen Engagement weit über den Rettungsdienst hinausreicht. Mit rund 55.900 freiwillig geleisteten Stunden trugen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den unterschiedlichsten Leistungsbereichen wesentlich zur Versorgung und Betreuung der Bevölkerung im Außerfern bei.
Gerade in einem weitläufigen Bezirk mit großen Entfernungen und besonderen Herausforderungen durch den Tourismus ist dieses Engagement von unschätzbarem Wert.
Soziale Dienstleistungen als wichtige Unterstützung im Alltag
Neben dem Rettungsdienst gewinnen die sozialen Dienstleistungen zunehmend an Bedeutung. Im Jahr 2025 wurden 20.794 warme Mahlzeiten im Rahmen von Essen auf Rädern ausgeliefert und zusätzlich 2.103 Tiefkühl-Wochenboxen bereitgestellt. Der Hausnotruf betreute zum Jahresende 349 Anschlüsse.
Auch der Mobile Krankentransport und der Betreute Fahrdienst entwickelten sich weiter. Gemeinsam mit weiteren Fahrdienstleistungen wurden 4.790 Fahrten durchgeführt und über 145.000 Patientenkilometer zurückgelegt.
Diese Angebote sind für viele ältere, kranke oder mobilitätseingeschränkte Menschen eine wichtige Unterstützung und tragen wesentlich dazu bei, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten.
Veränderungen und Weiterentwicklung
In seinem Jahresbericht ging Bezirksstellenleiter Stefan Scheucher auf ein ereignisreiches Jahr ein. Der Wechsel in der Geschäftsführung, organisatorische Veränderungen und die Erweiterung bestehender Dienstleistungen stellten die Bezirksstelle vor neue Herausforderungen, eröffneten gleichzeitig aber auch Chancen zur Weiterentwicklung.
Besonders der Ausbau des Mobilen Krankentransports und des Betreuten Fahrdienstes wurde durch zusätzliche Fahrzeuge und organisatorische Anpassungen vorangetrieben.
Auch Ausbildung und Katastrophenvorsorge bildeten wichtige Schwerpunkte. Zahlreiche Übungen, Seminare und die Initiative „HERZsicher Außerfern“ leisteten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung. Mit dem 50-jährigen Bestehen der Ortsstelle Tannheim konnte zudem ein besonderes Jubiläum gefeiert werden.
Mehr Frauen und erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit
Bezirksstellenleiter-Stellvertreterin Elisabeth Rosen berichtete über die positive Entwicklung des Frauenanteils und die Öffentlichkeitsarbeit.
Der Frauenanteil unter den hauptberuflich Beschäftigten stieg von drei Frauen bei insgesamt 38 Beschäftigten im Jahr 2025 auf mittlerweile zehn Frauen bei insgesamt 40 Beschäftigten. Damit erhöhte sich der Anteil von knapp acht auf 25 Prozent.
Die Bezirksstelle sieht darin eine erfreuliche Entwicklung und ein positives Zeichen für die Attraktivität des Roten Kreuzes als Arbeitgeber.
Auch in der Öffentlichkeitsarbeit konnte eine große Reichweite erzielt werden. Mit rund 1.000 Beiträgen in sozialen Medien, 2,16 Millionen Sichtkontakten und mehr als 32.900 Interaktionen wurde die vielfältige Arbeit des Roten Kreuzes einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht. Ergänzt wurde dies durch zahlreiche Veröffentlichungen in regionalen Printmedien.
Ganz nach dem Motto: „Tu Gutes und rede darüber.“
Solide wirtschaftliche Grundlage
Finanzreferent Mag. (FH) Alexander Ostheimer präsentierte den Rechnungsabschluss für das Jahr 2025 und gab einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der Bezirksstelle.
Trotz der vielfältigen Herausforderungen und der laufenden Weiterentwicklung der Dienstleistungen konnte das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden.
Eine verantwortungsvolle und vorausschauende Finanzplanung bildet auch weiterhin die Grundlage, um die bestehenden Angebote langfristig abzusichern, notwendige Investitionen zu ermöglichen und die Bezirksstelle zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
Neue Mitglieder, Ehrungen und Beförderungen
Ein besonderer Höhepunkt der Jahreshauptversammlung war die Angelobung von neun neuen Mitgliedern, die künftig die Rotkreuzgemeinschaft im Bezirk Reutte verstärken.
Zahlreiche Mitglieder wurden zudem für ihre langjährige Treue und ihr Engagement ausgezeichnet. Dienstjahresabzeichen wurden für zehn, 15, 20 und 30 Jahre Zugehörigkeit verliehen.
Besonders hervorzuheben sind Evelyn Gruber und Markus Stampfer, die für jeweils 30 Jahre im Dienste des Roten Kreuzes geehrt wurden. Darüber hinaus würdigten zahlreiche Beförderungen die fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Mitglieder.
Große Zukunftspläne: Positive Perspektiven für die Bezirksstelle
Einen gemeinsamen Blick in die Zukunft warfen Bezirksstellenleiter Stefan Scheucher und Geschäftsführer Bertram Schedler. Sie stellten die geplanten Entwicklungen und den weiteren Ausbau der Dienstleistungen vor.
Die vorgestellten Zukunftspläne zeigen, dass sich die Bezirksstelle Reutte auch weiterhin aktiv weiterentwickelt und sich den kommenden Herausforderungen stellt. Mit klaren Zielen und neuen Perspektiven kann das Rote Kreuz im Außerfern zuversichtlich und positiv in die Zukunft blicken.
Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer
Zum Abschluss galt ein besonderer Dank allen ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem täglichen Einsatz, ihrem Engagement und ihrer Menschlichkeit das Fundament des Roten Kreuzes im Außerfern bilden.
Ebenso großer Dank gebührt den zahlreichen Mitgliedern, Förderern und Gönnern. Ihre finanzielle Unterstützung ist von unschätzbarem Wert und trägt wesentlich dazu bei, dass wichtige soziale Dienstleistungen wie Essen auf Rädern, Hausnotruf und weitere Betreuungsangebote auch künftig für die Bevölkerung erhalten bleiben und weiterentwickelt werden können. Gerade für viele ältere, kranke oder hilfsbedürftige Menschen sind diese Leistungen unverzichtbar.
Auch den Gemeinden, Partnerorganisationen und allen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern wurde für die gute Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen gedankt.
Die 98. Jahreshauptversammlung machte deutlich: Hinter den beeindruckenden Leistungen des Roten Kreuzes stehen Menschen, die gemeinsam Verantwortung übernehmen, füreinander da sind und mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
„Wir sind da. Aus Liebe zum Menschen.“




















