Die Niederösterreicherin ist seit Herbst 2024 für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) als Krankenhausverwalterin im Einsatz. Davor engagierte sich die gelernte Labortechnikerin bei der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ und arbeitete unter anderem in Krisenregionen im Irak, Syrien und dem Tschad; für das IKRK war Angelique Lung in der Vergangenheit auch schon im Südsudan und im Jemen tätig. „Meine Motivation war von Anfang an, dass ich den Menschen direkt helfen möchte. Ich habe immer das Gefühl, dass ich genau an dem Ort bin, wo ich mit meiner Arbeit aktiv beitragen kann, eine Situation zu verbessern.“
Seit Jänner ist Angelique Lung in Rafah stationiert und managt im Feldspital alle nicht-klinischen Bereiche: „Das ist bereits das dritte Mal, dass ich im Gazastreifen bin. Ich kümmere mich um alle Anlieferungen, unter anderem für die Apotheke, die Küche und die Wäscherei. Für mich und mein Team gibt es Arbeit ohne Ende.“
Und immer wieder große Herausforderungen: „Es ist nicht einfach, die benötigten Materialien für das Krankenhaus oder auch für das Labor zu bekommen.“ Neben dem Nachschub an lebenswichtigen Utensilien mangelt es aber auch an grundlegenden Ressourcen wie Wasser, Strom und Treibstoff. „Und das“, sagt Angelique Lung, „macht es zu einem der schwierigsten Projekte, an denen ich je mitgearbeitet habe.“
Nachdem die Grenzübergänge lange Zeit geschlossen waren, kommen seit Anfang Februar zwar wieder internationale Hilfslieferungen im Krisengebiet an, sagt Angelique Lung – „aber bei weitem nicht in dem Ausmaß, das notwendig wäre. Es fehlt an allem, egal ob Nahrungsmittel, Bekleidung, Zelte oder Medikamente. Speziell für chronisch Kranke ist das ein echtes Problem.“