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Zum Start der Motorradsaison: Rotes Kreuz Kärnten räumt mit Erste-Hilfe-Mythos auf

Helmabnahme nach einem Unfall kann Leben retten, ansonsten droht Erstickungsgefahr. Rotes-Kreuz-Kärnten-Präsident Dr. Martin Pirz: Die größte Hürde ist oft die Angst, etwas falsch zu machen.

(c) ÖRK/Thomas Holly Kellner

Es ist ein noch immer weit verbreiteter Mythos, dass der Motorradhelm nach einem Unfall nicht abgenommen werden darf. Mit diesem Irrtum räumt nun der Landeschefarzt des Roten Kreuzes Kärnten, Dr. Matthias Schwarz, auf: „Ist eine Person bewusstlos, muss der Helm unbedingt abgenommen werden. Nur so können Atmung kontrolliert und die Atemwege gesichert werden – andernfalls droht Erstickungsgefahr.“ Ein Appell, den das Rote Kreuz Kärnten ganz bewusst zum Start der Motorradsaison aussendet – denn gerade Bikerinnen und Biker sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. „Die Helmabnahme sollte möglichst schonend erfolgen: Der Kopf wird stabilisiert, Visier und Verschluss geöffnet und der Helm vorsichtig abgezogen. Ist die verunfallte Person bei Bewusstsein, kann sie dabei unterstützt werden, den Helm selbst abzunehmen.

Nach der Helmabnahme gilt es, sofort die Atmung zu überprüfen. „Wenn die Person nicht normal atmet, muss umgehend mit der Wiederbelebung begonnen werden. Die Herzdruckmassage steht dabei im Vordergrund“, so Schwarz. Erst danach können weitere Verletzungen versorgt werden. Schwarz: „Starke Blutungen gehören unbedingt gestoppt. Auffällige Fehlstellungen oder starke Schmerzen deuten etwa auf Knochenbrüche hin – hier gilt: ruhigstellen, keinesfalls selbst einrenken.“

Viele Menschen sind im Ernstfall unsicher. Für Präsident Dr. Martin Pirz, selbst Mediziner und Notarzt, ist klar: „Die größte Hürde ist oft die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist es entscheidend, überhaupt zu handeln. Erste Hilfe ist einfach zu erlernen und gibt Sicherheit für den Notfall.“ Das Rote Kreuz Kärnten empfiehlt daher, das eigene Wissen regelmäßig in Erste-Hilfe-Kursen aufzufrischen. „Gerade jetzt zu Beginn der Motorradsaison ist das Bewusstsein für mögliche Notfälle besonders wichtig. Wer vorbereitet ist, kann im entscheidenden Moment richtig helfen“, so Pirz.

Das Rote Kreuz Kärnten appelliert an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, aufmerksam, vorausschauend und rücksichtsvoll unterwegs zu sein. Motorradfahrer:innen sind aufgrund der fehlenden Knautschzone besonders gefährdet – umso wichtiger ist gegenseitige Rücksichtnahme. Pirz: „Erste Hilfe geht uns alle an – jederzeit und überall. Wer vorbereitet ist, kann im entscheidenden Moment Leben retten.“

Das Rote Kreuz Kärnten wünscht allen Verkehrsteilnehmer:innen eine sichere und unfallfreie Zeit auf Kärntens Straßen.

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