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Ein Blick hinter die Kulissen: Das Akutlabor der Blutspendezentrale

In der Blutspendezentrale Kärnten wird nicht nur Blut gespendet, gelagert und ausgegeben. Im Hintergrund sorgt ein hochspezialisierter Laborbereich rund um die Uhr dafür, dass Patientinnen und Patienten in Kärnten sicher mit passenden Blutprodukten versorgt werden können: das Akutlabor.

Acht Biomedizinische Analytikerinnen und Analytiker sind im Akutlabor beschäftigt. Besetzt ist der Bereich täglich mit zwei Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Pro Tag werden zwischen 30 und 50 Anforderungen bearbeitet, im Schnitt sind es rund 1.000 pro Monat.

Die Aufgaben im Akutlabor sind vielfältig und verantwortungsvoll. Hier werden passende Blutkonserven für Patientinnen und Patienten mit Transfusionsbedarf getestet und bereitgestellt – etwa nach Unfällen, bei Operationen, bei Geburten, bei akuten Blutungen oder im Rahmen onkologischer Erkrankungen. Besonders häufig sind akute Blutungen, zum Beispiel im Magen-Darm-Bereich, ein Grund für eine rasche Anforderung.

Bevor eine Blutkonserve verabreicht werden kann, muss genau geprüft werden, ob sie zur Patientin oder zum Patienten passt. Dazu gehören unter anderem die Blutgruppenbestimmung und die Abklärung möglicher Antikörper. Besonders herausfordernd wird es bei seltenen Blutgruppen oder wenn eine Patientin oder ein Patient mehrere Konserven benötigt. Denn von sehr seltenen Blutgruppen stehen naturgemäß nicht immer viele vollständig passende Konserven zur Verfügung.

Im äußersten Notfall zählt jede Minute. Wenn keine Zeit für die standardmäßige Verträglichkeitsprobe bleibt, können ungekreuzte Blutkonserven innerhalb von fünf bis zehn Minuten ab Eingang der Anforderung ausgegeben werden. Solche Situationen zeigen, wie wichtig Erfahrung, Präzision und eingespielte Abläufe im Akutlabor sind.

Das Akutlabor stellt Erythrozytenkonzentrate, Thrombozytenkonzentrate und Plasma für Patientinnen und Patienten in ganz Kärnten bereit. Thrombozytenkonzentrate werden besonders häufig in der Onkologie benötigt, Erythrozytenkonzentrate vor allem bei verschiedenen Blutungsgeschehen. Plasma kommt unter anderem bei Herzoperationen, Gerinnungsstörungen oder im Rahmen eines Plasmaaustauschs zum Einsatz. Dabei wird krankmachendes körpereigenes Plasma ersetzt – zum Beispiel bei bestimmten Autoimmun- oder Nierenerkrankungen.

In besonderen Fällen können im Akutlabor auch spezielle Blutprodukte für Babys hergestellt werden, deren Blutvolumen deutlich geringer ist als das von Erwachsenen. Für viele onkologische Patientinnen und Patienten werden außerdem bestimmte Blutprodukte vor der Transfusion speziell behandelt. Diese Bestrahlung erfolgt derzeit in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Klagenfurt.

Für die Arbeit im Akutlabor braucht es eine fundierte Ausbildung: Voraussetzung ist das abgeschlossene FH-Studium Biomedizinische Analytik. Dazu kommen Fachwissen, Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, auch unter Zeitdruck ruhig und konzentriert zu arbeiten.

Blut ist ein ganz besonderes Arzneimittel: Es kann nicht künstlich hergestellt werden. Umso wichtiger ist die Arbeit jener Kolleginnen und Kollegen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass aus einer Blutspende ein sicheres und passendes Blutprodukt für Patientinnen und Patienten wird.

„Unsere Arbeit sieht man oft nicht – aber sie ist für viele Patientinnen und Patienten entscheidend. Im Akutlabor arbeiten wir rund um die Uhr mit viel Fachwissen, Genauigkeit und Teamarbeit daran, die Versorgung mit sicheren Blutprodukten in Kärnten sicherzustellen.“