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Wenn Helfer:innen selbst Hilfe brauchen

Für andere da sein, Verantwortung übernehmen, in schwierigen Situationen Ruhe bewahren und professionell handeln – all das gehört für Sanitäter zum Alltag. Die eigene Rolle einmal zu wechseln und selbst Unterstützung anzunehmen, ist dagegen offenbar nicht immer selbstverständlich.

Genau damit beschäftigt sich eine Online-Studie von Florian Geisler. Als Notfallsanitäter (NKV) beim Arbeiter-Samariterbund in Wien und Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision kennt er den Rettungsdienst aus eigener Erfahrung. Die Untersuchung findet im Rahmen seines Magisterstudiums der Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien statt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Sanitäter trotz hoher Einsatzbelastungen seltener psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen als die Allgemeinbevölkerung. Dabei wird bewusst nicht die Belastung durch Einsätze untersucht. Vielmehr geht es um jene Hürden, die auf dem Weg zur Unterstützung eine Rolle spielen können – beispielsweise der innere Konflikt, plötzlich selbst Hilfe zu benötigen, Scham oder die Sorge, dass Therapeut außerhalb des Rettungsdienstes den besonderen Arbeitsalltag und seine Herausforderungen nicht ausreichend kennen.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, psychosoziale Unterstützungsangebote langfristig zielgerichteter und bedarfsgerechter auf die Bedürfnisse von Menschen im Rettungsdienst abzustimmen und psychischen Folgebelastungen besser entgegenzuwirken.

An der Studie können alle aktiven Sanitäter unabhängig von Bundesland oder Tätigkeit teilnehmen. Die Online-Befragung läuft von Juli bis November 2026, dauert rund 10 bis 15 Minuten und kann auch unkompliziert am Smartphone ausgefüllt werden. Die Teilnahme erfolgt vollständig anonym; laut Studieninformation werden weder IP-Adressen noch persönliche Daten gespeichert.

Wer sich ein paar Minuten Zeit nimmt, unterstützt damit Forschung, die direkt aus dem Rettungsdienst kommt – und dazu beitragen kann, dass auch jene Menschen passende Unterstützung bekommen, die tagtäglich für andere da sind.

Jetzt mitmachen und die psychosoziale Forschung im Rettungsdienst unterstützen:

https://onlinebefragungen.sfu.ac.at/RD-Psychotherapie-Studie/

 

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