Als Referentin führte Karin Erne‑Siding, erfahrene Trauerbegleiterin und Fachfrau für psychosoziale Unterstützung, mit großer Sensibilität und fachlicher Tiefe durch den Impuls.
Mit ihrem feinen Gespür für Sprache, ihrer ruhigen Präsenz und langjähriger Erfahrung gelang es ihr, die Teilnehmenden für die besonderen Ausdrucksformen männlicher Trauer zu sensibilisieren. Sie zeigte auf, dass Männer häufig andere Wege wählen, um Verlust zu verarbeiten: durch Rückzug, Aktivität, Funktionalität oder das Bedürfnis, „stark bleiben“ zu müssen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es gelingen kann, diese oft stillen oder verdeckten Trauerformen wahrzunehmen und Männer in Krisenzeiten so zu begleiten, dass sie sich gesehen und ernst genommen fühlen.
Karin Erne‑Siding machte deutlich, dass männliche Trauer kein einheitliches Muster kennt. Vielmehr braucht es achtsame Beobachtung, offene Gesprächsangebote und Respekt vor individuellen Bewältigungsstrategien, um Männern einen sicheren Raum für ihre Trauer zu ermöglichen. Gerade in der Hospiz- und Trauerbegleitung ist dieses Verständnis entscheidend, um authentisch und wirksam unterstützen zu können.
Brigitte Pekastnig, 3. Vizepräsidentin des Roten Kreuzes Kärnten und Referentin für Gesundheits- und Soziale Dienste, betont die Bedeutung solcher Impulse für die Arbeit der freiwilligen Begleiterinnen und Begleiter: „Trauer zeigt sich vielfältig – und oft leise. Der heutige Impuls macht bewusst, wie wichtig es ist, auch die stillen Formen der Trauer wahrzunehmen und allen Trauernden mit Respekt, Geduld und Offenheit zu begegnen.“
Der Austausch und die gemeinsamen Reflexionen wurden von den Hospiz- und Trauerbegleiterinnen und -begleitern als wertvolle Stärkung erlebt – eine Stärkung für eine Arbeit, die viel Menschlichkeit, Kompetenz und innere Haltung verlangt.