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Wenn Angehörige zu Lebensrettern werden: Rotes Kreuz Kärnten macht Mut zur Wiederbelebung

Die meisten Herz-Kreislauf-Stillstände passieren im privaten Umfeld – oft sind es Angehörige oder Freunde, die zu Lebensrettern werden. Zum Welttag der Wiederbelebung am 16. Oktober macht das Rote Kreuz Kärnten deshalb auf die Bedeutung von Erster Hilfe und insbesondere von Wiederbelebungsmaßnahmen aufmerksam. Die wichtigste Botschaft: Prüfen, rufen, drücken – diese drei einfachen Schritte können Leben retten.

(c) reneknabl.com

Die meisten Herz-Kreislauf-Stillstände passieren im privaten Umfeld – oft sind es Angehörige oder Freunde, die zu Lebensrettern werden. Zum Welttag der Wiederbelebung am 16. Oktober macht das Rote Kreuz Kärnten deshalb auf die Bedeutung von Erster Hilfe und insbesondere von Wiederbelebungsmaßnahmen aufmerksam. Die wichtigste Botschaft: Prüfen, rufen, drücken – diese drei einfachen Schritte können Leben retten.

 

KÄRNTEN. Wenn das Herz plötzlich stillsteht, zählt jede Minute: Rund 12.000 Menschen erleiden in Österreich jährlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Mehr als 60 Prozent dieser Notfälle passieren zu Hause oder im familiären Umfeld. Die ersten Helferinnen und Helfer sind daher meist keine professionellen Rettungskräfte, sondern Menschen aus der Familie oder dem Freundeskreis. Die gute Nachricht: Um im Ernstfall zu helfen, braucht es kein Expertenwissen – jede und jeder kann Leben retten. „Erste Hilfe beginnt beim Absetzen des Notrufes. In Österreich ist bei medizinischen Notfällen immer die Nummer 144 zu wählen, und das so rasch wie möglich“, erklärt Johannes Pfeifenberger, Erste-Hilfe-Experte des Roten Kreuzes Kärnten. Über die Rettungsleitstelle erhalten Ersthelferinnen und Ersthelfer sofort Unterstützung und werden durch die notwendigen Maßnahmen geleitet.

 

Denn ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenschance mit jeder Minute um etwa zehn Prozent. Bis professionelle Rettungskräfte eintreffen, können Ersthelferinnen und Ersthelfer daher wertvolle Zeit überbrücken. „Viele Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen. Doch das Einzige, was man falsch machen kann, ist nichts zu tun“, so Pfeifenberger. Das unterstreicht auch Rotkreuz-Präsident Dr. Martin Pirz: „Jede und jeder von uns kann in die Situation kommen, Erste Hilfe leisten zu müssen. Oft sind es nur wenige Handgriffe, die Leben retten können – vielleicht sogar das eines Menschen, der uns nahesteht. Deshalb möchten wir möglichst viele Menschen in Kärnten ermutigen, im Ernstfall nicht zu zögern, sondern sofort mit der Wiederbelebung zu beginnen.“

 

Prüfen, rufen, drücken: So einfach kann Leben retten sein

1. Prüfen

Wer eine reglose Person vorfindet, prüft zunächst, ob es sicher ist, sich der betroffenen Person zu nähern und ob die Person ansprechbar ist. 

2. Rufen

Reagiert die Person nicht, wird sofort der Notruf 144 gewählt. Über den Lautsprecher des Telefons unterstützt die Rettungsleitstelle bei den nächsten Schritten und leitet auch beim Überprüfen der Atmung an. Dafür wird der Kopf überstreckt und maximal zehn Sekunden kontrolliert, ob die Person normal atmet. Sind weitere Personen anwesend, können diese einen Defibrillator holen.

3. Drücken

Atmet die Person nicht oder nicht normal, muss unverzüglich mit der Wiederbelebung begonnen werden: 30-mal kräftig und schnell auf die Mitte des Brustkorbs drücken, anschließend zweimal beatmen. Dieser Rhythmus wird fortgesetzt, bis die betroffene Person wieder normal atmet oder professionelle Hilfe übernimmt. Wer sich eine Beatmung nicht zutraut, führt die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung durch.

Auch ein Defibrillator, kurz „Defi“, kann im Ernstfall Leben retten: Die Geräte stehen zunehmend im öffentlichen Raum zur Verfügung und können von jeder und jedem angewendet werden. „Einfach das Gerät einschalten, die Elektroden wie abgebildet anbringen und den Anweisungen folgen. Der Defibrillator führt die Helfenden Schritt für Schritt durch die Anwendung“, betont Pfeifenberger.

Erste-Hilfe-Kurse geben Sicherheit

Im Ernstfall zählt vor allem eines: nicht zögern, sondern handeln. Dennoch haben viele Menschen Angst, bei der Wiederbelebung etwas falsch zu machen. Laut einer Umfrage des Roten Kreuzes fühlen sich nur 58 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher fit für Erste Hilfe. Liegt der letzte Kurs länger zurück, sinkt die Sicherheit deutlich. „Selbst wer sich die Beatmung nicht zutraut, kann mit einer durchgehenden Herzdruckmassage Leben retten“, so Pfeifenberger.

Bei den Erste-Hilfe-Kursen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie einen Herz-Kreislauf-Stillstand erkennen, eine Herzdruckmassage richtig durchführen und einen Defibrillator einsetzen. Allein 2025 haben in Kärnten 13.182 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Das Rote Kreuz Kärnten empfiehlt, das Wissen spätestens alle vier Jahre aufzufrischen. Denn wer die lebensrettenden Handgriffe bereits geübt hat, kann im Ernstfall sicherer und entschlossener handeln.

Informationen zu den Erste-Hilfe-Kursen und alle Kurstermine in Ihrer Nähe finden Sie hier: www.erstehilfe.at

Wer sein Wissen schnell und unkompliziert auffrischen möchte, kann außerdem den WhatsApp-Crashkurs unter roteskreuz.at/wa-crashkurs nutzen oder sein Wissen in einem Online-Quiz unter jetzt.erstehilfe.attesten.

Praktische Tipps und Erklärvideos gibt es außerdem auf YouTube.

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