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Vom "Spätberufenen" zum Allrounder

Mit 56 Jahren denken viele bereits an den Ruhestand. Harald Wagner dachte anders. Im Jahr 2019 entschied er sich dazu bei uns noch einmal ganz neu anzufangen.

Harald Wagner beschreibt sich selbst als „Spätberufenen“. Sein Weg begann bei der Realistischen Unfalldarstellung, welche bei Übungen Verletzungen schminken. Danach begleitete er Allgemeinärzte als Fahrer beim Hausärztlichen Notdienst, kurz HÄND. Eine Ausbildung zum Rettungssanitäter kam ihm damals jedoch nicht in den Sinn. „Ich wollte mir die Prüfung in meinem Alter nicht mehr antun, denn ich wusste, dass spezielle Fachausdrücke und viel Theorie zu lernen ist“, dachte er damals. Doch nach einem Jahr im Dienst des Roten Kreuzes war der Funke übergesprungen. Trotz der herausfordernden Zeit, die die Corona-Pandemie mit sich brachte, und der komplexen Fachbegriffe, legte er vor fünf Jahren die kommissionelle Abschlussprüfung erfolgreich ab. „Ein Beweis dafür, dass Neugier und Lernbereitschaft keine Frage des Geburtsdatums sind“, so der Gaspoltshofner

Doch Wagner blieb nicht beim Rettungsdienst stehen. Seine Reise beim Roten Kreuz zeigt die beeindruckende Vielfalt der Freiwilligkeit: 2022 wurde er Teil der damals neu gegründeten Drohneneinheit und absolvierte in diesem Bereich die höchste Pilotenausbildung. Es folgte das Engagement in der Feldküche sowie die Ausbildung zum Gruppenkommandanten. „Ich hoffe, dass ich noch lange fit und gesund genug bin, um meinen Mitmenschen ebenso lange helfen zu können!“

Seine Geschichte sei eine Einladung an alle, die glauben, der Zug sei bereits abgefahren. „Es ist nie zu spät, eine neue Berufung zu finden, sich fit zu halten und der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Vor allem ist man nie zu alt, um für jemanden der wichtigste Mensch des Tages zu sein.“ Wagners Geschichte zeigt, dass man beim Roten Kreuz nicht nur eine Aufgabe findet, sondern auch eine Mission, die jung hält. Am 22. September startet die nächste berufsbegleitende Ausbildung für die Tätigkeit im Rettungsdienst. Ein Schnupperdienst vorab ist obligat. Allen Interessierten stehen die Bezirksstelle unter 07248/62243 sowie die drei Ortsstellen des Bezirks (Haag, Peuerbach, Grieskirchen) mit Details zur Verfügung.

 

Foto-Credits: OÖRK/Grieskirchen

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