„Hinter jeder freiwillig geleisteten Stunde steht ein Mensch, der Verantwortung übernimmt und seine Zeit für andere schenkt. Ohne dieses Engagement wären viele Leistungen im Gesundheits- und Sozialbereich nicht möglich. Die Dokumentation macht genau diese Menschen sichtbar“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz anlässlich der gestrigen Vorpremiere für die Mitwirkenden in den Lichtspielen Lenzing (Bezirk Vöcklabruck). Die 45-minütige Dokumentation von Regisseur Michael Reisecker ist eine Koproduktion der Nikolaus Geyrhalterfilm mit der ORF2 Kultur. Sie wird unterstützt von Land OÖ, RTR und Filmdonds Wien. Die Dokumentation begleitet Mitarbeitende des OÖ. Roten Kreuzes bei ihrer täglichen Arbeit und zeigt die Vielfalt freiwilligen Engagements – von der Suchhundestaffel Linz über die Lerninsel Traun und den Rotkreuz-Markt Hagenberg bis zur Mobilen Pflege Schärding, einer Blutspendeaktion in Waldzell und der Ortsstelle Frankenmarkt.
Mehr Schultern tragen Verantwortung
Die Zahlen des aktuellen Jahresberichts zeigen, wie stark sich das freiwillige Engagement in Oberösterreich entwickelt hat: Waren 2007 rund 15.500 Menschen freiwillig im OÖ. Roten Kreuz aktiv, engagieren sich heute 25.056 Freiwillige. Gleichzeitig stieg die jährlich geleistete Gesamtstundenleistung von rund 2,6 Millionen auf 3,1 Millionen Stunden. Obwohl insgesamt mehr Stunden geleistet werden als noch vor knapp zwei Jahrzehnten, hat sich die Form des Engagements verändert. Leistete ein Freiwilliger im Jahr 2007 durchschnittlich rund 170 Stunden, sind es heute etwa 123 Stunden. Dieser Rückgang ist kein Zeichen nachlassender Einsatzbereitschaft, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen. „Freiwilliges Engagement muss zum Leben der Menschen passen. Dass heute mehr Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher Verantwortung übernehmen, macht unsere Organisation stark und zukunftsfähig. Viele Schultern tragen gemeinsam große Verantwortung“, sagt Hirz.
Den größten Anteil leisten die Freiwilligen weiterhin im Rettungsdienst mit rund 2,4 Millionen Stunden jährlich. Gleichzeitig gewinnen andere Bereiche wieder an Bedeutung und haben inzwischen das Vor-Corona-Niveau erreicht: Die Gesundheits- und Sozialen Dienste steigerten ihr freiwilliges Engagement seit 2019 von rund 450.000 auf 467.000 Stunden. Im OÖ. Jugendrotkreuz hat sich die Stundenanzahl in den vergangenen vier Jahren auf 133.000 Stunden mehr als verdoppelt und liegt damit wieder auf dem Niveau von 2019. Auch der Blutspendedienst steigerte die Stundenanzahl wieder auf das Vor-Corona-Niveau von rund 19.000.
Die Dokumentation zeigt eindrucksvoll, was hinter diesen Zahlen steckt: Menschen, die mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass Hilfe jeden Tag dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Bilanz der Menschlichkeit 2025
Die 25.056 freiwilligen Mitarbeitenden leisteten im Jahr 2025 insgesamt 3,1 Millionen Stunden. Davon entfielen 2,4 Millionen Stunden auf den Rettungsdienst, 466.700 Stunden auf die Gesundheits- und Sozialen Dienste, 133.230 Stunden im Bereich OÖ. Jugendrotkreuz, 40.369 Stunden in der Katastrophenhilfe und 18.740 Stunden im Blutspendedienst.
