Unter dem Titel „Vertrauen in KI – Eine gute Entscheidung?“ beleuchtete Riedl auf Basis internationaler Forschungsergebnisse das Zusammenspiel von Mensch und Maschine. KI könne etwa Produktivität steigern und neue Möglichkeiten in der medizinischen Diagnostik eröffnen. Gleichzeitig thematisierte er Risiken wie Deepfakes, verzerrte Ergebnisse (Bias), Kontrollverlust und die zunehmende Auslagerung geistiger Aufgaben an digitale Systeme.
„Künstliche Intelligenz bietet große Chancen. Entscheidend ist, dass wir diese Entwicklung nicht nur technisch betrachten, sondern auch ihre Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaft im Blick behalten. Als humanitäre Organisation wollen wir Innovation sinnvoll nutzen, ohne dabei den Menschen aus den Augen zu verlieren. Verantwortung, Einordnung und menschliche Zuwendung müssen zentrale Aufgaben des Menschen bleiben. Dazu braucht es klare und durchsetzbare Regeln“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.
Zwischen Effizienz und Empathie
Besonders im Gesundheitswesen, in der Pflege und in der humanitären Arbeit stellt sich die Frage, wo KI sinnvoll unterstützen kann und wo menschliche Fähigkeiten unverzichtbar bleiben. „Bei Künstlicher Intelligenz geht es nicht darum, möglichst viel Vertrauen zu schaffen. Es geht darum, dort zu vertrauen, wo Vertrauen gerechtfertigt ist – und kritisch zu bleiben, wo Zweifel angebracht sind“, sagt Riedl.
Im Anschluss an den Vortrag wurden die Themen in einer Diskussionsrunde weiter vertieft. Auch das Publikum brachte sich mit Fragen und unterschiedlichen Perspektiven ein. Besonders intensiv diskutiert wurde die Frage, ob Menschen KI-Systemen mehr vertrauen, wenn deren Entscheidungen nachvollziehbar sind – und ob Transparenz allein überhaupt ausreicht.
Mit „HENRI. Der Dialog.“ greift das OÖ. Rote Kreuz regelmäßig gesellschaftlich relevante Fragestellungen auf und führt dazu Perspektiven aus Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft zusammen.
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