Doch hinter den spannenden Experimenten steckt mehr als ein Ferienprogramm. Die Blutzentrale möchte jungen Menschen zeigen, wie moderne Medizin funktioniert und warum Blutspenden für unsere Gesellschaft unverzichtbar sind. „Wer versteht, wie Blut Leben retten kann, entwickelt schon früh ein Bewusstsein für Gesundheit, Verantwortung und Zusammenhalt. Genau das wollen wir vermitteln“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.
Blut unter dem Mikroskop
An den vergangenen zwei Tagen tauchten Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 15 Jahren im Workshop „… bis auf's Blut!“ in die Welt der Transfusionsmedizin ein. Mit Mikroskopen, Experimenten und praktischen Übungen lernten sie die Bestandteile des Blutes kennen, bestimmten ihre eigene Blutgruppe und analysierten Blutproben.
Besonders beeindruckend war für die 40 jungen Forscher der Blick hinter die Kulissen der Blutzentrale. Sie erfuhren, wie eine Blutspende abläuft, welche Untersuchungen jede Blutkonserve durchläuft und wie aus einer Spende ein lebensrettendes Medikament wird. „Wenn Kinder selbst experimentieren, beobachten und entdecken dürfen, bleibt Wissen besonders nachhaltig im Gedächtnis. Gleichzeitig zeigen wir, wie viele Menschen und wie viel Know-how notwendig sind, damit Blutprodukte sicher bei Patientinnen und Patienten ankommen“, sagt Susanne Süßner, MSc, Medizinische Direktorin der Blutzentrale Linz.
So funktioniert Oberösterreichs Blutversorgung
Die Blutzentrale OÖ sichert seit mehr als 60 Jahren die Blutversorgung in Oberösterreich. Als Kompetenzzentrum für Blut, Gewebe, Diagnostik und Therapie versorgt sie alle oberösterreichischen Krankenhäuser mit lebenswichtigen Blutprodukten. Jährlich werden hier rund 55.000 Blutkonserven und 5.000 Thrombozytenkonzentrate hergestellt, getestet und an Krankenhäuser ausgegeben. Mehr als 200 Mitarbeiter sorgen gemeinsam mit über 200.000 registrierten Blutspendern dafür, dass Patienten in Oberösterreich jederzeit versorgt werden können.
Doch weil das Durchschnittsalter der Erstspender steigt, während der Bedarf an Blutkonserven unverändert hoch bleibt, gewinnt die Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen zunehmend an Bedeutung. Die Blutzentrale setzt daher verstärkt auf Angebote wie die KinderUni, um Wissenschaft erlebbar zu machen und Interesse an Gesundheitsthemen zu wecken.
Für die jungen Besucher wurde die komplexe Welt der Blutversorgung greifbar: Blutproben wurden eingefärbt, unter dem Mikroskop untersucht und sogar die eigene DNA aus einer Speichelprobe sichtbar gemacht. So wurde aus einem medizinischen Thema ein spannendes Erlebnis zum Mitmachen. „Vielleicht stehen hier heute nicht nur junge Forscherinnen und Forscher, sondern auch einige der Blutspenderinnen und Blutspender von morgen“, sagt der Rotkreuz-Präsident.
Weitere Informationen und alle Blutspendetermine finden Sie unter www.roteskreuz.at/blu/home
