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Netzwerk der Hilfe: „Wir sind da, wenn das Leben aus den Fugen gerät“

Ein Moment kann alles verändern – und genau dann ist Hilfe gefragt. In Oberösterreich sorgen mehr als 25.000 überwiegend freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des OÖ. Roten Kreuzes täglich dafür, dass rasch Hilfe ankommt – verlässlich, flächendeckend und rund um die Uhr. Gerade angesichts steigender Anforderungen im Gesundheits- und Sozialbereich wird deutlich, wie zentral dieses Engagement für die Versorgung der Bevölkerung ist.

Petra Keplinger ist die fachliche Leiterin der Krisenintervention im OÖ. Roten Kreuz.
Petra Keplinger ist die fachliche Leiterin der Krisenintervention im OÖ. Roten Kreuz.

Ob nach Gewaltverbrechen, tragischen Unglücken oder plötzlichen Todesfällen: Ereignisse wie der jüngste Angriff am Linzer Südbahnhofmarkt zeigen, wie schnell Menschen aus ihrem gewohnten Leben gerissen werden können. In diesen Momenten ist das OÖ. Rote Kreuz nicht nur medizinisch zur Stelle – sondern auch menschlich: „Wir reden, hören zu und spüren, wenn wir gebraucht werden. Wir sind da, wenn das Leben aus den Fugen gerät“, sagt Petra Keplinger, fachliche Leiterin der Krisenintervention.

Seit 26 Jahren leisten speziell ausgebildete Freiwillige bei Schicksalsschlägen psychosoziale Erste Hilfe. Alleine im Vorjahr standen 277 Freiwillige bei mehr als 1.200 Einsätzen rund 7.000 Menschen in Ausnahmesituationen zur Seite. „Was uns dabei motiviert, ist die erlebte Dankbarkeit und die Zuversicht, dass Menschen ihren Weg durch diese schwere Zeit finden“, sagt Keplinger. Einsätze in der Krisenintervention dauern in der Regel zwischen einer und drei Stunden. Wenn es notwendig ist, weil sich eine längere Betreuungs- und Begleitungsdauer abzeichnet, vermittelt das OÖ. Rote Kreuz die Betroffenen an Einrichtungen wie die Krisenhilfe weiter.

„Man merkt, dass man gebraucht wird.“

Während Krisenintervention unterstützt, wenn der erste Schock sitzt, ist der Rettungsdienst oft der erste vor Ort. Einer von ihnen ist Lukas Hofmarcher aus Gaflenz (Bezirk Steyr-Land). 21 Jahre alt, Rettungssanitäter – und jemand, der geblieben ist. Nicht, weil er musste, sondern weil er wollte. „Mich hat die Rettung schon immer interessiert. Aber was mich wirklich gehalten hat, ist das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun“, sagt Hofmarcher. „Und die Menschen. Neue Freundschaften entstehen, man erlebt viel – und merkt, dass man gebraucht wird.“

Was für Lukas Hofmarcher mit dem Zivildienst begonnen hat, ist heute Teil eines Systems, das tagtäglich für die Menschen in Oberösterreich wirkt. Ob im Rettungsdienst, in der Mobilen Pflege, im Blutspendedienst oder in den Sozialen Diensten wie Besuchsdienst und Essen auf Rädern: Das OÖ. Rote Kreuz stellt sicher, dass Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Dabei geht es nicht nur um medizinische Versorgung, sondern auch um menschliche Nähe, Orientierung und Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen. „Wir sind da, übernehmen Verantwortung und stärken das Miteinander. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern Unterstützung, die sonst fehlen würde“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.

Jährlich 3,1 Millionen freiwillige Stunden

Jährlich werden im OÖ. Roten Kreuz rund 3,1 Millionen freiwillige Stunden geleistet. Dieses Engagement bildet das Rückgrat eines leistungsfähigen Systems, das ohne Freiwilligkeit nicht in dieser Form bestehen könnte. Es trägt wesentlich dazu bei, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt nachhaltig zu stärken. „Nur gemeinsam können wir dieses starke Netzwerk der Hilfe aufrechterhalten. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten – und damit einen echten Unterschied machen“, sagt der Rotkreuz-Präsident.

Weitere Informationen in den 17 Bezirksstellen oder unter www.roteskreuz.at/ooe

Lukas Hofmarcher engagiert sich seit seinem Zivildienst als Rettungssanitäter im OÖ. Roten Kreuz.
Lukas Hofmarcher engagiert sich seit seinem Zivildienst als Rettungssanitäter im OÖ. Roten Kreuz.
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Daniel Gruber

Öffentlichkeitsarbeit und Medienservice

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