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Erste Rettungssanitäter an Schule in Oberösterreich ausgebildet

Berufliche und freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst sind in kritischen Situationen rasch zur Stelle und leisten professionelle Hilfe. Um die Versorgung der Bevölkerung langfristig sicherzustellen, wird ihr Engagement immer wichtiger. Mit der HBLW Wels und dem BRG Traun gehen zwei Schulen in Oberösterreich einen neuen Weg: Schülerinnen und Schüler werden zu Rettungssanitätern ausgebildet. In Traun haben nun die ersten sieben die Ausbildung erfolgreich absolviert.

Schülerinnen und Schüler absolvierten Theorie- und Praxiseinheiten.
Schülerinnen und Schüler absolvierten Theorie- und Praxiseinheiten.
  • OÖ. Rotes Kreuz und Bildungsdirektion Oberösterreich starteten 2024 Schulschwerpunkt „Rettungssanitäter:innen-Ausbildung“
  • Ziel: Junge Menschen schon während der Schulzeit für den Rettungsdienst qualifizieren und für freiwilliges Engagement begeistern
  • Mehrwert für Jugendliche: Stärkung von Verantwortung, Teamfähigkeit und Handlungssicherheit in Notfällen
  • Langfristiger Effekt: Stärkung des Nachwuchses im Rettungsdienst und Sicherung der flächendeckenden Versorgung

 

„Als ich von der Ausbildung erfahren habe, war für mich relativ schnell klar, dass ich diese Chance nutzen möchte“, erzählt Anja Hemetsberger. Besonders spannend war für die 18-jährige Absolventin aus Linz neben den theoretischen Einheiten die Praxis mit ersten Einsätzen gemeinsam mit einem Notarzt: „Man bekommt echte Einblicke in den Alltag und lernt, wie man in Notfällen richtig handelt. Das gibt einem unglaublich viel Sicherheit.“

 

Kooperation zwischen Bildungsdirektion und OÖ. Roten Kreuz

Grundlage für dieses innovative Bildungsangebot ist die im Jahr 2024 geschlossene Vereinbarung über den Schulschwerpunkt „Rettungssanitäter:innen-Ausbildung“ zwischen der Bildungsdirektion Oberösterreich und dem OÖ. Roten Kreuz. Sie ermöglicht es, junge Menschen bereits während ihrer Schulzeit gezielt auf diese verantwortungsvolle Aufgabe vorzubereiten. „Mit dieser Kooperation schaffen wir eine starke Verbindung zwischen Bildung und gelebter Menschlichkeit. Junge Menschen erhalten die Chance, früh Verantwortung zu übernehmen, ihre Kompetenzen zu erweitern und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten“, betont OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.

Die HBLW Wels adaptierte den kompletten Lehrplan und im aktuellen Schuljahr starteten die vierten Klassen mit der theoretischen Ausbildung zur Sanitäterin und zum Sanitäter. Das BRG Traun bietet die Ausbildung als Wahlfach an. „Mit der Rettungssanitäterinnen- und 3 Rettungssanitäterausbildung an Schulen schlagen wir eine Brücke zwischen Bildung und Gesundheitswesen. Dieses Programm gibt den Schülerinnen und Schülern nicht nur praktische Einblicke in den Rettungsdienst, sondern unterstützt sie auch in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung. Sie erwerben praktische Fähigkeiten, die direkt im Alltag anwendbar sind, und tragen gleichzeitig aktiv zum Wohl der Gesellschaft bei“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander (ÖVP).

 

Theorie und Praxis in den 260 Stunden der Ausbildung

Initiiert wurde das Projekt von Philipp Hofmeister, Pädagoge am BRG Traun sowie Rettungssanitäter und Lehrsanitäter beim OÖ. Roten Kreuz. Viele Absolventen der Schule engagieren sich seit Jahren im Rettungsdienst oder schlagen eine Laufbahn im Gesundheitsbereich ein. „Daher war es für uns ein logischer Schritt, die Ausbildung direkt an die Schule zu holen und in den Schulalltag zu integrieren“, so Hofmeister.

Die Vorbereitungen starteten im Frühjahr 2024, seit Februar 2025 läuft die Ausbildung. Sie umfasst wöchentliche Theorieeinheiten sowie umfangreiche Praxiserfahrungen an der Ortsstelle Traun, wo die Jugendlichen früh in die Rotkreuz-Gemeinschaft eingebunden werden. „Viele junge Menschen lernen bereits in ihrer Schullaufbahn die Projekte und Werte des Jugendrotkreuzes kennen. Die Rettungssanitäter:innenausbildung am BRG Traun ermöglicht es interessierten Schülerinnen und Schülern, eine umfangreichere und auch persönlich bereichernde, gesetzlich anerkannte Ausbildung in Partnerschaft mit dem Roten Kreuz zu absolvieren. Neben dem persönlichen Mehrwert und der Einbindung in den Verein wird bereits vorab wertvolle Ausbildungszeit für den Zivildienst oder ein mögliches Freiwilliges Sozialjahr geleistet“, sagt Michael Horopciuc, BEd MA, Schulqualitätsmanager der Bildungsdirektion Oberösterreich und JRK-Landesreferent-Stellvertreter für den bildungsorientierten Bereich.

Das Interesse war von Beginn an groß, gleichzeitig zeigt sich: Die Kombination aus Schulalltag, Matura und Ausbildung erfordert ein hohes Maß an Engagement. „Der Lernaufwand war nicht ohne, aber mit der richtigen Organisation gut machbar. Besonders die Praxiseinsätze waren lehrreich und haben auch viel Spaß gemacht“, sagt Anja Hemetsberger.

Die Ausbildung ist gesetzlich im Sanitätergesetz geregelt und umfasst 260 Stunden – davon 100 Stunden Theorie und mindestens 160 Stunden Praxis im Rettungsdienst. Nach einer kommissionellen Abschlussprüfung sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgebildete Rettungssanitäter:innen. „Acht sind zur Abschlussprüfung angetreten. Sieben haben 4 bestanden – drei davon mit ausgezeichnetem Erfolg und eine Teilnehmerin muss noch den Theorieteil wiederholen“, sagt Lehrer Philipp Hofmeister. Neben der fachlichen Qualifikation stärkt die Ausbildung vor allem Persönlichkeit und Verantwortungsbewusstsein. Die Jugendlichen entwickeln Handlungssicherheit in Notfällen, erleben Teamarbeit und erkennen ihre eigene Wirksamkeit. Gleichzeitig eröffnen sich vielfältige Perspektiven – vom freiwilligen Engagement über den Zivildienst bis hin zu Berufen im Gesundheits- und Sozialbereich.

 

Junge Menschen früh für Engagement begeistern

Mehr als 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich im OÖ. Roten Kreuz – der überwiegende Teil davon freiwillig. Gemeinsam leisten sie jährlich rund 3,1 Millionen Stunden und sichern ein engmaschiges und flächendeckendes Netzwerk der Hilfe mit 17 Bezirks- und 88 Ortsstellen. Projekte wie jene an der HBLW Wels und am BRG Traun leisten einen wichtigen Beitrag, um junge Menschen früh für dieses Engagement zu begeistern. Denn eines wird dabei besonders deutlich: Helfen kann man lernen – und oft beginnt das Lernen fürs Leben schon in der Schule.

Weiterführende Informationen zum freiwilligen Engagement im OÖ. Roten Kreuz auf www.roteskreuz.at/ooe oder unter Tel. 0732/7644-157.

Nach erfolgreicher Abschlussprüfung war die Freude groß.
Nach erfolgreicher Abschlussprüfung war die Freude groß.
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