„Schwimmen gehört zu den wichtigsten Lebenskompetenzen überhaupt. Unser Ziel ist es, dass jedes Kind in Oberösterreich die Möglichkeit bekommt, diese Fähigkeit zu erlernen“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz. Die Bedeutung des sicheren Schwimmens wird auch durch aktuelle Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit deutlich: Rund 137.000 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 19 Jahren in Österreich können nicht schwimmen – das ist jeder Zehnte. Gleichzeitig zählt Ertrinken weiterhin zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen bei Kindern. Im Jahr 2024 kamen österreichweit 39 Menschen durch Ertrinken ums Leben, darunter drei Kinder.
Mehr als nur die richtige Schwimmtechnik
Für Michael Heilbrunner, BEd, MSc, Landesreferent für Schwimmen und Rettungsschwimmen im OÖ. Jugendrotkreuz, geht es beim Schwimmenlernen um weit mehr als die richtige Technik: „Wer schwimmen kann, gewinnt Sicherheit – im Wasser und darüber hinaus. Kinder lernen dabei, ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und in kritischen Situationen richtig zu reagieren.“
Besonders wichtig sei dabei das regelmäßige Üben. „Schwimmen lernt man nicht an einem Nachmittag. Kinder brauchen Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten laufend weiterzuentwickeln. Deshalb sind Schulschwimmen, Schwimmkurse und Bewerbe so wertvoll“, sagt Heilbrunner und verweist dabei auf das kürzlich stattgefundene 37. Pinguincup-Landesfinale des OÖ. Jugendrotkreuzes im Badezentrum Traun. Mehr als 350 Volksschulkinder aus ganz Oberösterreich hatten sich qualifiziert, traten in Schwimmstaffeln gegeneinander an und stellten ihr Können unter Beweis.
Neben dem sicheren Schwimmen gewinnt auch die Ausbildung von Rettungsschwimmern zunehmend an Bedeutung. Allein im vergangenen Schuljahr absolvierten 1.217 Menschen ein Rettungsschwimmabzeichen beim OÖ. Jugendrotkreuz. „Es kann nie genug Menschen geben, die in Not geratene Personen aus dem Wasser retten können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“, sagt der Rotkreuz-Präsident. Von 13. bis 17. Juli 2026 findet wieder die Rettungsschwimmerausbildung im Parkbad in Linz statt. Der 40-stündige Kurs vermittelt wichtige Fähigkeiten, um im Ernstfall Leben retten zu können.
Spezielle Kindernotfallkurse
Zudem spielen Sicherheitsmaßnahmen eine entscheidende Rolle. Das OÖ. Jugendrotkreuz empfiehlt Eltern und Betreuungspersonen, Kinder in Gewässernähe niemals unbeaufsichtigt zu lassen und die eigenen Schwimmfähigkeiten realistisch einzuschätzen. Kommt es dennoch zu einem Badeunfall, zählt jede Sekunde. In den Erste-Hilfe-Kursen des OÖ. Roten Kreuzes lernen Erwachsene und Jugendliche, wie sie in Notfällen rasch und richtig handeln können. Spezielle Kindernotfallkurse vermitteln zusätzlich wichtige Maßnahmen für Notfälle mit Säuglingen und Kindern. „Schwimmen lernen, Rettungsschwimmen und Erste Hilfe gehören eng zusammen. Sie geben Sicherheit und können im Ernstfall Leben retten“, betont Hirz.
Weitere Informationen und Termine in Ihrer Nähe finden Sie unter www.erstehilfe.at
