Doch die Rahmenbedingungen werden schwieriger: Beruflicher Druck, Zukunftsängste und mentale Belastungen erschweren es zunehmend, Zeit für eine freiwillige Tätigkeit zu finden. Damit Hilfe auch in Zukunft gesichert bleibt, braucht es mehr Unterstützung, Wertschätzung und professionelle Strukturen für Freiwillige. Der „Oberösterreich-Plan für das Ehrenamt“ ist ein wichtiger Schritt. Der Freiwilligenrat der OÖ. Sicherheits- und Rettungsorganisationen bekräftigt dennoch die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen:
- ein Fonds zur Förderung professioneller Freiwilligenstrukturen, speziell für systemrelevante Hilfs- und Rettungsorganisationen. Nur mit professionellen Strukturen gelingt es, genügend Freiwillige zu gewinnen, zu begleiten und zu halten. Das ermöglicht rasches Handeln in Notsituationen und Krisenfällen.
- das Schaffen von Fördermodellen für Unternehmen, um die Freiwilligkeit zu unterstützen und eine Auszeichnung von Betrieben, die sich besonders für das freiwillige Engagement ihrer Mitarbeiter einsetzen sowie günstige Rahmenbedingungen für Freiwilligkeit schaffen.
- eine stärkere Berücksichtigung freiwilligen Engagements bei Bewerbungen und Aufnahmetests in öffentlichen Unternehmen und Institutionen
- Vergünstigungen für Freiwillige, etwa in Kommunalbetrieben wie Hallen- und Freibädern, im öffentlichen Verkehr, in Museen und Kultureinrichtungen.
www.roteskreuz.at/oberoesterreich/freiwilligen-rat
Statements der Mitglieder des Freiwilligenrates:
„Ziel muss sein, die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement an die heutigen Bedürfnisse anzupassen. Die öffentliche Hand könnte all die vielfältigen Leistungen der Freiwilligen in ihrer Gesamtheit nicht bezahlen. Deshalb sollten wir besonders am Tag der Anerkennung Freiwilliger darüber nachdenken, wie man die Freiwilligkeit bestmöglich fördern kann.“
Dipl.-Päd. Gottfried Hirz, Präsident OÖ. Rotes Kreuz
„Das Ehrenamt ist ein grundlegender Bestandteil unserer Gesellschaft und macht Oberösterreich erst zu dem sicheren Land, das es heute ist. Mit über 90.000 Feuerwehrmitgliedern leisten wir gemeinsam mit vielen anderen Organisationen einen unverzichtbaren Beitrag – und das großteils in der Freizeit, mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Dieses System braucht daher nicht nur unsere Anerkennung, sondern auch die notwendige Unterstützung und spürbare Formen der Wertschätzung für all jene, die sich freiwillig für andere einsetzen.“
Robert Mayer, MSc, Landes-Feuerwehrkommandant und Präsident des Österr. Bundesfeuerwehrverbandes
„Freiwilligkeit und Ehrenamt sind tragende Säulen in den vielen Aufgabenbereichen des Samariterbundes in Oberösterreich. Vom Rettungsdienst bis zur Katastrophenhilfe, von sozialen Diensten bis hin zur ehrenamtlichen Tätigkeit der Funktionär:innen – ohne freiwilliges Engagement, ohne Einsatzbereitschaft und Willen zum Helfen würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren und könnte der Samariterbund sein Leistungsvermögen nicht aufrecht erhalten!“
Mag. Günther Erhartmaier, Landespräsident Samariterbund OÖ
„Ehrenamtliche Rettungstätigkeit ist ein Eckpfeiler eines funktionierenden gesellschaftlichen Zusammenlebens. Es braucht engagierte Freiwillige und starke Rahmenbedingungen. Für beides müssen wir Sorge tragen!“
Dr. Christoph Preimesberger, Landesleiter Bergrettung OÖ
„In zahlreichen Kultur-, Sport- und Sozialvereinen bereichert die Arbeit von Freiwilligen tagtäglich unsere Gemeinschaft und ist ein starkes Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt. In den Einsatzorganisationen wie der Wasserrettung gehen die ehrenamtlichen Mitglieder noch einen entscheidenden Schritt weiter: Mit ihrer uneingeschränkten Einsatzbereitschaft – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr – stehen sie bereit, um in gesundheits- und lebensbedrohenden Situationen schnell und professionell Hilfe zu leisten.“
Dr. Gerald Berger, Präsident und Landesleiter Wasserrettung OÖ
„Die Höhlenrettung steht für ehrenamtliches Engagement unter extremen Bedingungen. Wir übernehmen Verantwortung und helfen Menschen in absoluten Ausnahmesituationen – getragen von Teamgeist, Verlässlichkeit und großem persönlichem Einsatz. Damit das Rettungswesen langfristig funktioniert, müssen bei Fördermodellen auch kleinere Rettungsorganisationen angemessen berücksichtigt werden. Wir sind dankbar, dass der Freiwilligenrat dem Ehrenamt das nötige Gewicht verleiht, denn diese wertvolle Arbeit braucht neben Anerkennung auch konkrete Unterstützung und spürbare Formen der Wertschätzung. Denn nur alle Puzzlesteine gemeinsam ergeben ein funktionierendes System.“
Christine Buchegger, Obfrau, Verband für Höhlenrettung in Oberösterreich
„Die freiwillige Leistung unserer Zivilschutzbeauftragten ist unbezahlt, aber unbezahlbar. Der ‚Tag der Anerkennung Freiwilliger‘ ist ein sehr guter Zeitpunkt, um einmal mehr Danke zu sagen, nicht nur an die Freiwilligen bei uns, sondern an alle helfenden Hände, die in den Sicherheitsorganisationen freiwillig tätig sind. Ob Krise oder nicht, Freiwilligenarbeit stärkt den Zusammenhalt der Gesellschaft. Auch beim Zivilschutz wäre ohne den Einsatz und das Engagement der Zivilschutzbeauftragten vieles gar nicht möglich. Ihre Arbeit ist unverzichtbar und verdient Anerkennung.“
OÖ Zivilschutz-Präsident NR Bgm. Mag. Michael Hammer
