Notruf 144  |  Service-Hotline 0732 7644 0
Wir sind da Österreich
Das Logo des Roten Kreuzes Logo Slogan Aus Liebe zum Menschen unten

Gut vorbereitet, wenn plötzlich nichts mehr geht

Stromausfall, Hochwasser, Cyberangriff oder Versorgungsengpass: Krisen können den Alltag innerhalb kürzester Zeit verändern. Zum Tag der Katastrophenvorbeugung am 13. Oktober zeigt das OÖ. Rote Kreuz, warum Vorsorge bereits zu Hause beginnt. Marcel Zeller (28), Katastrophenhilfsdienst-Kommandant der Rotkreuz-Ortsstelle Seewalchen (Bezirk Vöcklabruck), zeigt, wie Vorbereitung im Alltag konkret aussehen kann.

Im Ernstfall muss das Zusammenspiel der Einsatzorganisationen funktionieren.
Im Ernstfall muss das Zusammenspiel der Einsatzorganisationen funktionieren.

Wo trifft sich die Familie, wenn das Mobilfunknetz ausfällt? Reichen die Vorräte für einige Tage? Und weiß der Arbeitgeber, dass man im Katastrophenfall als freiwillige Einsatzkraft gebraucht wird? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Marcel Zeller regelmäßig. Seit 2015 engagiert er sich beim OÖ. Roten Kreuz. Bereits während der Ausbildung und des Zivildienstes interessierte er sich für den Katastrophenhilfsdienst (KHD).

„Mich hat immer schon das große Ganze interessiert. Bei Großschadenslagen müssen viele Menschen und Organisationen zusammenspielen“, sagt Zeller. Dabei gilt für ihn die 3K-Regel: „In der Krise Köpfe kennen.“ „Wenn mitten in der Nacht die Alarmierung kommt, darf ich nicht erst überlegen: Wen muss ich anrufen'', sagt der 28-Jährige. Wer im Einsatz zusammenarbeitet, sollte sich bereits davor kennen und wissen, wie die jeweils andere Organisation arbeitet. Gemeinsame Übungen, Weiterbildungen und persönliche Kontakte seien deshalb entscheidend. „Netzwerke entstehen nicht erst dann, wenn die Sirenen heulen“, sagt Zeller.

Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, wird regelmäßig gemeinsam geübt. Im Vorjahr lag ein Schwerpunkt auf einem möglichen Blackout: Wie werden Einsatzkräfte alarmiert, wenn Mobilfunknetze ausfallen? Wie bleiben Dienststellen erreichbar? Und wie wird unter diesen Bedingungen koordiniert?

Vier Säulen für den Ernstfall

Für Zeller hängt die persönliche Einsatzfähigkeit im Katastrophenfall von vier Voraussetzungen ab: Kann ich helfen? Kann ich gehen? Darf ich gehen? Und wissen wir, was zu tun ist? „Bevor ich anderen helfen kann, muss ich sicherstellen, dass ich selbst einsatzfähig bin“, sagt Zeller. Ebenso wichtig ist der Rückhalt zu Hause. Seine Familie hat deshalb einen gemeinsamen Treffpunkt für den Ernstfall vereinbart. „Dort haben wir genügend Platz und Vorräte, um zwei bis drei Tage autark zurechtzukommen.“ So weiß er im Einsatz, dass sein persönliches Umfeld versorgt ist.

Die dritte Säule ist der Arbeitgeber. Gerade bei länger dauernden Katastropheneinsätzen sind freiwillige Helfer darauf angewiesen, dass Unternehmen Verständnis zeigen und ihre Mitarbeiter unterstützen. Zellers Arbeitgeber in Schörfling am Attersee weiß, dass er im Katastrophenfall als freiwillige Einsatzkraft gebraucht werden kann. Schließlich braucht es eine gut vorbereitete Einsatzorganisation. Zuständigkeiten, Abläufe und Kommunikationswege müssen bereits vor einem Ereignis bekannt und geübt sein. „Im Einsatz ist nicht der richtige Zeitpunkt, um herauszufinden, wer welche Aufgabe übernimmt. Wenn diese vier Säulen funktionieren, können wir im Katastrophenfall schnell und professionell helfen“, sagt Zeller.

Vorbereitung statt Angst vor Krisen

Das OÖ. Rote Kreuz setzt in der Katastrophenvorsorge auf den sogenannten Allgefahrenansatz. Statt sich ausschließlich auf einzelne Szenarien vorzubereiten, stehen Strukturen im Mittelpunkt, die bei unterschiedlichen Ereignissen funktionieren. Denn ob Naturkatastrophe, Stromausfall oder Pandemie: Menschen benötigen im Ernstfall vor allem Information, medizinische Versorgung, Sicherheit und Orientierung.

„Vorbereitung bedeutet nicht, mit Sorge auf die nächste Krise zu warten. Sie gibt Sicherheit und schafft Handlungsspielraum. Wer vorsorgt und sein Umfeld im Blick behält, stärkt damit auch die Fähigkeit unserer Gesellschaft, schwierige Situationen gemeinsam zu bewältigen“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Dipl.-Päd. Gottfried Hirz.

Vorsorge beginnt zu Hause

Zur persönlichen Krisenvorsorge gehören unter anderem:

  • ausreichend Trinkwasser und haltbare Lebensmittel,
  • notwendige Medikamente,
  • eine gut ausgestattete Hausapotheke,
  • wichtige Dokumente,
  • Taschenlampen
  • und warme Kleidung.
  • Ebenso wichtig sind Absprachen innerhalb der Familie: Wo trifft man sich, wenn Telefon und Internet ausfallen? Wer kümmert sich um Kinder oder unterstützungsbedürftige Angehörige?

Marcel Zeller denkt dabei nicht ständig an den nächsten Katastrophenfall. Vieles ist für ihn schlicht Teil einer guten Vorbereitung: „Wenn es wirklich darauf ankommt, möchte ich nicht erst überlegen müssen, was zu tun ist. Dann möchte ich bereit sein, anderen zu helfen.“

Gut vorbereitet mit der Team Österreich-App, die unter anderem über behördliche Katastrophen- und Wetterwarnungen informiert und bei der persönlichen Krisenvorsorge hilft.

 

Im Ernstfall muss das Zusammenspiel der Einsatzorganisationen funktionieren.
Im Ernstfall muss das Zusammenspiel der Einsatzorganisationen funktionieren.
wir sind da

Daniel Gruber MSc

Pressesprecher

Rotes Kreuz Oberösterreich

Körnerstraße 28
4020 Linz

+43 732 7644-152
+43 664 8234200
daniel.gruber3@o.roteskreuz.at